Warum nicht jeder ein Zeuge Jehovas werden kann

Um gemäß der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) ein Zeuge Jehovas werden zu können, bedarf es für die meisten Menschen einige oft krasse Veränderungen im Leben. Es fängt damit an, dass jeder angehende Zeuge Jehovas bei der Missionierung mithelfen muss – WTG. Vor der Taufe erhält man nach einiger Zeit den Status des ungetauften Verkündigers. Verkündiger bedeutet bei den Zeugen Jehovas, dass man durch Missionierung an den Türen oder öffentlichen Plätzen die Glaubenslehren der WTG verbreitet. Damit einhergehend sollte man regelmäßig (2x wöchentlich) die lokale Gemeinde besuchen und im besten Fall beteiligt man sich mit eigenen ausgearbeiteten Vorträgen oder Vorlesungen und auch durch eigene, kurze Kommentare. Privat, aber nicht unbedingt nachprüfbar, sollte man wöchentlich ein persönliches Studium mit sich selbst und, wenn vorhanden, mit der Familie durchführen. Die Studienunterlagen werden von der WTG zur Verfügung gestellt.

Das sind Veränderungen, die sich vor allem auf die Aktivitäten eines angehenden Zeugen Jehovas beziehen. Zusätzlich muss man unter Umständen einiges ablegen, was zu den sogenannten Lastern gehört, wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Drogenkonsum. Das ist im Grunde nichts Schlechtes. Diese Änderungen wirken sich positiv auf die eigene Gesundheit aus, und der Glaube mag hier eine gewisse Motivation sein mit diesen Lastern zu brechen. Etwas unklar könnte hier die Formulierung „übermäßiger Alkoholkonsum“ sein. Die Publikationen der WTG geben Aufschluss.

Im Ältestenbuch heißt es (Kapitel 5, Seite 67, Absatz 18):

Wenn jemand einem Ältesten bekennt, zu Hause einmal so viel getrunken zu haben, dass er betrunken war, und er dadurch nicht in Verruf gekommen ist, genügt es vielleicht, dass ihn der Älteste nachdrücklich ermahnt. Der Älteste sollte auf jeden Fall den Koordinator davon unterrichten.
Hütet die Herde Gottes – 2010 (Herausgegeben von Zeugen Jehovas)

Bei Zeugen Jehovas reicht es im Grunde aus, einmal Zuhause betrunken gewesen zu sein, um eventuell ein „Problemfall“ innerhalb der Gemeinde zu werden.

Etwas schwieriger mag es sein, mit dem Gebot zurechtzukommen „kein Sex ohne Trauschein“. Dies fällt aus Sicht der WTG unter den Begriff „schwerwiegende Sünde“. Wer sich daran nicht hält und dies nicht unterlässt, wird ausgeschlossen.

Noch problematischer mag es für Menschen mit homosexuellen Neigungen werden, wenn diese den Zeugen Jehovas beitreten möchten. Zwar werden homosexuelle Personen von der Gemeinde weitestgehend akzeptiert, allerdings dürfen diese ihre sexuellen Gefühle nicht ausleben. Sonst droht ebenfalls der Gemeinschaftsentzug.

Was, wenn deine homosexuellen Gefühle einfach nicht weggehen? Gib ihnen nicht nach! Das ist für dich ein erreichbares Ziel. Denn das, was Jehova verurteilt, sind homosexuelle Handlungen.
Fragen junger Leute Band 2

Das Zusammenleben oder die Heirat mit einer gleichgeschlechtlichen Person ist bei Zeugen Jehovas erst recht nicht erlaubt. Folgendes stellt man aber in Aussicht:

Mit der Zeit werden die verkehrten Wünsche wahrscheinlich weniger. Und das Beste: Wenn du zu homosexuellen Handlungen Nein sagst, hast du die Aussicht, ewig in einer gerechten neuen Welt zu leben.
Fragen junger Leute Band 2

Mittlerweile gibt es in Deutschland die Ehe für alle. Was genau passiert, wenn sich ein homosexuelles Paar, oder auch nur einer der beiden taufen lassen möchte, kann ich nicht sagen. Es gibt dafür meines Wissens nach noch keine Anweisungen seitens der WTG. Ich nehme an, dass die Ehe nicht akzeptiert werden würde, da diese vor Jehova keine Gültigkeit besitzt. Ebenso ist für mich unklar, wie Zeugen Jehovas mit einer Person umgehen, die als Frau geboren wurde, sich aber zum Mann hat umoperieren lassen hat oder umgekehrt. Mit welchem Geschlecht darf diese Person aus Sicht der WTG eine Ehe eingehen?

Neben diesen klar oder auch weniger klar definierten Anpassungen, gibt es eine Vielzahl von „weichen“ Erfordernissen, die von einem angehenden Zeugen Jehovas erwartet werden.

Die „neue Persönlichkeit“

Unter dem Begriff „neue Persönlichkeit“ verpackt die WTG Verhaltensweisen und Charakterzüge, die sich auf verschiedene Bereiche und Situationen im Leben eines Menschen auswirken können. Gemäß der WTG ist es für Menschen zwar möglich die „neue Persönlichkeit“ anzuziehen, jedoch nicht immer einfach. In einer Wachtturm-Ausgabe betitelt „Die neue Persönlichkeit anziehen und anbehalten“ heißt es:

Da wir jedoch von unseren Ureltern Unvollkommenheit geerbt haben, machen uns falsche Wünsche zu schaffen. Womöglich hat uns auch unser Umfeld stark beeinflusst. Doch mit der Unterstützung unseres barmherzigen Gottes können wir die Art Mensch werden, die ihm gefällt.
Wachtturm (Studienausgabe), August 2017

Im weiteren Verlauf dieser Ausgabe werden Eigenschaften beschrieben, die man sich, zumindest nach Aussage der WTG, durch Gottes Hilfe aneignen kann. Das sind beispielsweise Eigenschaften wie Unparteilichkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit, Demut, Geduld und Liebe. Das diese Tugenden erstrebenswert sind, ist Menschen auch unabhängig einer religiösen Überzeugung bewusst. Das sind Eigenschaften, die ich persönlich bei vielen Personen in meinem Umfeld beobachte, die zum Großteil nicht an einen Gott glauben.

In der genannten Ausgabe heißt es am Ende:

Wir müssen Jehova eindringlich um Hilfe bitten und angestrengt jeder Einstellung oder Handlungsweise entgegenwirken, die uns daran hindert, Gottes Königreich zu erben.
Wachtturm (Studienausgabe), August 2017

Hinter dem hier genannten Wort Handlungsweise, verstecken sich eine ganze Menge Vorschriften, die aufzeigen, wie die WTG unter dem Deckmantel der Bibel, in die Privatsphäre von Menschen eingreift. Wie ich anfangs erwähnt habe, nimmt die WTG großen Einfluss auf das Sexualleben eines Menschen, und das vom Kindesalter an.

Doch auch die Freizeitgestaltung, die Auswahl des Arbeitsplatzes, die schulische Laufbahn sowie die Auswahl des Lebenspartners werden sehr klar in den Publikationen der WTG vorgegeben. Natürlich wird immer darauf hingewiesen, dass dies alles dem freien Willen überlassen ist. Allerdings hat man mit Sanktionen bis hin zum Ausschluss zu rechnen, wenn man einen Lebensstil führt, den die WTG nicht gut heißt. Zudem wird meiner Meinung nach, einem Zeugen Jehovas unterschwellig Angst vermittelt, in Harmagedon zu sterben, wenn dieser sich nicht nach den empfohlenen Richtlinien ausrichtet („Wir müssen […] jeder […] Handlungsweise entgegenwirken, die uns daran hindert, Gottes Königreich zu erben).

JW-Broadcasting Juni 2017

In einer Online-TV-Ausgabe von JW-Broadcasting (Juni 2017) wurde die Frage beantwortet, ob man seine Persönlichkeit mit der Hilfe Jehovas zum positiven verändern kann. Die klare Antwort: Ja! Es wird das Beispiel von Jim Loyd herangezogen, der in der Organisation aufwuchs, später jedoch „Jehova im Herzen verlassen“ hatte. Im Laufe seines Lebens fand er sich in einem Bandenkrieg wieder und wurde im Alter von 25 Jahren zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Während seiner Haftzeit, kam er wieder mit Zeugen Jehovas in Kontakt. Einige Zeit später rasierte er sich seinen Bart ab, hörte auf Drogen zu nehmen und verwendete auch keine Ausdrücke mehr. Er hat, so stellt es das Video dar, die „neue Persönlichkeit angezogen“ und ist nun ein getaufter Zeuge Jehovas. Gott hat hier also anscheinend Loyd die Chance gegeben, sich zu ändern. Viele Menschen, vor allem Kinder haben, gemäß der Glaubensansichten der Zeugen Jehovas, diese Chance nicht erhalten.

Wer keine Chance erhielt

Als Beispiel soll hier die Geschichte zur Arche Noah dienen. Während Noah, gemäß dem Bibelbericht, die Arche baute, sind in der Zwischenzeit Kinder geboren worden, die noch gar nicht am Leben waren, als Gott die Neigung der Menschen verurteilte. Da die Menschheit aussterben würde, wenn wir uns nicht fortpflanzen, muss es zu dieser Zeit natürlich Kinder und Babys gegeben haben.

Da nur Noah und seine Familie überlebten, sind alle anderen durch die Hand Gottes ertrunken. Eine Auferstehung kommt gemäß den Publikationen der Zeugen Jehovas nicht in Frage:

Wer keine Auferstehung verdient, kommt in die „Gehenna“ oder den „Feuersee“ (Matthäus 5:22; Markus 9:47, 48; Offenbarung 20:14). Dazu gehören die ersten Menschen, Adam und Eva, der Verräter Judas Iskariot und Personen, die durch ein göttliches Strafgericht umgekommen sind, wie die Zeitgenossen Noahs […]

Warum bekam Loyd von Gott die Zeit eingeräumt, seine Persönlichkeit zu ändern, während in den Tagen Noahs die meisten Menschen, vor allem Kinder, vorzeitig vernichtet wurden?

Ähnlich hat Gott, gemäß der Bibel, auch beim Auszug der Israeliten gehandelt. Er wollte sein damaliges Volk aus der Sklaverei Ägyptens befreien. Um Pharao klar zu machen, wie ernst ihm sein Anliegen war, hat er zehn Plagen über die Ägypter und Israeliten gebracht. Besonders sticht hier die letzte Plage hervor. Gott forderte, dass jeder Bewohner Ägyptens seine Türpfosten mit Blut streichen sollte. Wer dies nicht tat, dessen Erstgeborener wurde getötet.

Und es geschah, daß Jehova um Mitternacht jeden Erstgeborenen im Land Ägypten schlug, vom Erstgeborenen Pharaos, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen […]
2. Mose 12:29

Völlig wahllos und ohne Rücksicht auf die Persönlichkeit der Erstgeborenen zu nehmen, wurden diese von Gott zum Tode verurteilt, angeblich, weil die Eltern seinen Anweisungen nicht nachkamen.

Das gleiche Schicksal ereilte auch die Kinder, die in den Städten Sodom und Gomorras lebten. Gott hat die Städte vernichtet, weil sie seiner Ansicht nach verderbt und voller Unmoral waren. Vorher verhandelte er noch mit Abraham, da dieser sich nicht vorstellen konnte, dass Gott „Ungerechte“ zusammen mit „Gerechten“ vernichtet. Allerdings musste Abraham laut Bibelbericht einsehen, dass es nicht einmal zehn Gerechte in der Stadt gab; anscheinend nur vier. Babys, Kleinkinder und Kinder fielen Abraham nicht ein.

Warum hat Gott den Bewohnern der Städte nicht die Möglichkeit eingeräumt ihre Persönlichkeit zu ändern, ähnlich wie bei Lloyd aus der JW-Broadcasting Folge? In ihr Herz scheint er nicht geschaut zu haben, sonst hätte Lots Frau auch gleich in der Stadt verbleiben können.

Lot und seine Töchter

Interessant, aber nur nebenbei erwähnt, finde ich die Bibelpassage nachdem Gott Sodom und Gomorra wegen ihrer „Verderbtheit“ zerstört hat. Lot und seine Töchter flüchteten sich in eine Höhle. Anschließend haben die Töchter ihren Vater betrunken gemacht und sich von ihm schwängern lassen.

Was die Bibel sagt

Während Zeugen Jehovas nun behaupten, dass jeder Mensch zu Gott finden kann, egal wie schlecht er momentan sein mag, gewährt Gott selbst Kindern nicht die geringste Chance sich zu beweisen. Eine Erleuchtung mag die Sicht der Bibel sein, inwieweit Menschen selbst Einfluss darauf nehmen können, durch die „neue Persönlichkeit“ für Gott annehmbar zu werden.

Starten wir mit Römer 9:10-13:

[…] als Rebẹkka Zwillinge empfing von dem e i n e n [Mann], von Ịsa·ak, unserem Vorvater; denn als sie noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten — damit der Vorsatz Gottes bezüglich der Auserwählung nicht von Werken, sondern von dem, der beruft, abhängig bleibe —, wurde ihr gesagt: „Der Ältere wird der Sklave des Jüngeren sein“,so wie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, Ẹsau aber habe ich gehaßt.“
Römer 9:10-13

Die Persönlichkeit eines Menschen, hat gemäß diesem Text, wenig damit zu tun ob man ein Freund Gottes wird. Noch bevor Esau und Jakob zur Welt kamen, stand fest, wer sein Liebling sein wird.

Das Ganze wird noch mit den Versen 20 – 23 unterstrichen:

O Mensch, wer bist du denn in Wirklichkeit, daß du Gott widersprichst? Wird das Gebilde zu seinem Bildner sagen: „Warum hast du mich so gemacht?“? Was? Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen? Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, [die] Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat […]
Römer 9:20-23

Während Zeugen Jehovas in ihren Publikationen behaupten, dass man durch eigene Handlungen zu einem dieser beschriebenen Gefäße werden kann, so schreibt die Bibel, dass ausschließlich der Töpfer – in diesem Sinne Gott – den Ton formt („machen“, „gemacht“, „bereitet“).

Und zu guter Letzt noch Johannes 6:44:

Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn […].

Ziemlich unmissverständlich sagt die Bibel an dieser Stelle, dass man sich abstrampeln kann wie man möchte. Man kann anscheinend nur dann zu ihm gelangen, wenn er es möchte. Die Sicht der Bibel passt dann auch wiederum mit Gottes wahllosen Strafgerichten zusammen. Er tötet wen er will und er rettet wen er will. Völlig losgelöst von irgendwelchen persönlichen Wünschen und Anstrengungen. Demzufolge kann auch nicht jeder Mensch ein Zeuge Jehovas werden. Gott hat ihn dann einfach nicht dafür vorgesehen – dafür gemacht. Wenn es schlecht läuft, bestraft er dich dann zusätzlich auch noch mit sozialer Isolation, solltest du versehentlich in eine Familie von Zeugen Jehovas hineingeboren worden sein.

„Bestimmt merke ich, daß Gott […] parteiisch ist“

In den Statistiken der Zeugen Jehovas, nehmen wir an sie sind tatsächlich Gottes auserwähltes Volk, zeigt sich sehr schön, wen Gott in Wirklichkeit bevorzugt.

Schauen wir uns dazu einmal die Verteilung der Weltreligionen an.

Etwa ⅔ der Menschheit, die einer Religion angehören, bekennen sich entweder zum Christentum oder zum Islam. Meist hat die religiöse Prägung eines Menschen auch etwas mit seinem Geburtsort zu tun. Es gibt eher wenige Länder, die ein ausgeglichenes Verhältnis an Glaubensrichtungen aufweisen. Damit sind nicht einzelne Konfessionen gemeint.

Wie sich die Weltreligionen verteilen
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltreligion

Sollte Gott unparteiisch, und die Zeugen Jehovas seine auserwählte Organisation auf Erden sein, so müsste die Verteilung der Weltreligionen mit der Aktivität der Zeugen Jehovas übereinstimmen. In anderen Worten, rund 43% der Zeugen Jehovas sollten in Gebieten aktiv sein, in denen das Christentum vorherrscht. 30% in islamisch geprägten Ländern und 27% in Gebieten der asiatisch geprägten Glaubensrichtungen. Ich möchte an dieser Stelle nicht kleinlich sein. Aber so ungefähr sollte es schon hinkommen.

Im Jahr 2016 gab es weltweit 8.132.358 Zeugen Jehovas.

Das Jahrbuch 2017 führt die Verteilung der Zeugen Jehovas nach Ländern auf. Ich habe jedes Land, in denen Zeugen Jehovas aktiv sind, einer Weltreligion zugeteilt. Hierzu mussten mindestens 70% aller gläubigen Menschen der vorherrschenden Religion angehören. Ansonsten habe ich das Land der Kategorie „Gemischt“ bzw. „Keine Informationen“ zugeordnet.

Aus dieser Grafik wird deutlich, dass Zeugen Jehovas fast ausschließlich in christlich geprägten Ländern aktiv sind. Dies sollen drei Länder besonders verdeutlichen:

In allen drei Ländern sind Zeugen Jehovas offiziell tätig und dürfen ihren Glauben frei ausüben. Dennoch gibt es einen enormen Unterschied, je nach vorherrschender Religion des Landes, was das Verhältnis Bevölkerung zu Zeugen Jehovas betrifft.

Um ehrlich zu sein, hat mich das Ergebnis nicht überrascht. Zeugen Jehovas sind eine christliche Religionsgemeinschaft. Daher stammen die einzelnen Mitglieder auch eher aus christlich geprägten Gebieten. Stand 2016 bedeutet dies, dass Zeugen Jehovas für rund 3 Milliarden Menschen keine Relevanz besitzen.

Wenn es einen Gott geben sollte, ist er entweder ziemlich parteiisch oder Zeugen Jehovas sind nur eine von vielen neuzeitlichen christlichen Gruppen, die einfach am lautesten von allen rufen: „Wir haben die Wahrheit!“.

Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Barbara Kohout sagt:

    Sollte Religion etwas mit Logik zu tun haben, dann wurde diese gewiss nicht von der Wachtturm-Gesellschaft für die Zeugen Jehovas erfunden. Dank ihrer geschickten Rösselsprung-Methode in der Anwendung der Bibelzitate, gelingt es ihnen perfekt, paradoxe Aussagen zu verschleiern und Verwirrung so zu stiften, dass man gar keine andere Wahl hat, als mit dem Gedanken „der Sklave wird’s schon wissen“, die kognitive Konsonanz herzustellen.
    Die angeführten Beispiele sind eine sehr zutreffende Auswahl.

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    1. Georgius sagt:

      Frau Kohout,

      scheint Ihnen selber viele, viele Jahre gut gefallen zu haben. Ich habe leider so meine Schwierigkeiten Menschen, die eine so lange Zeit die Gedanken und den Glauben der Zeugen mitgetragen haben, glauben zu schenken. Das gilt allgemein und natürlich nicht nur für Sie, denn es zeigt Irrtumsanfälligkeit, die ja nicht plötzlich und auf einmal beseitigt ist, nur weil man jetzt das Gegenteil dessen behauptet, wofür man bisher stand. Ich hoffe, Sie können diesen skeptischen Gedanken nachvollziehen.

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    2. Oliver Wolschke sagt:

      Georgius,

      tatsächlich kann ich Ihren Gedanken nachvollziehen. Die wenigsten Menschen, so meine Erfahrung, kennen sich mit religiösen Sondergemeinschaften aus, und im speziellen mit der Bewusstseinskontrolle, der Menschen, die in totalitären Systemen gefangen sind, unterliegen. In meinem Blog gibt es dazu ja bereits den einen oder anderen Artikel. Wirklich nachvollziehen kann man das erst, wenn man sich selbst aus einem solchen System befreit hat. Aber auch Menschen, die diese Erfahrung nicht gemacht haben, unterliegen hin und wieder ähnlichen Mechanismen (siehe https://www.oliverwolschke.de/gedankenkontrolle-verstehen/) – ich behaupte sogar Sie selbst.
      Es geh nicht darum, dass man als Mensch leichter einem Irrtum unterliegt. In einem Kult entsteht ein zweites „Ich“, dass mit der Zeit die Kontrolle übernimmt und sämtliche Entscheidungen in Übereinstimmung mit dem System trifft. Es unterdrückt das „authentische Ich“ und beraubt einem des freien Willens, ohne dass man sich dessen bewusst wird. Sich daraus nach Jahren zu befreien ist ein enormer Akt. Doch hat man dies geschafft, ist man meist deutlicher aufgeklärter über die Mechanismen, als Personen, die damit noch nicht in Berührung kamen. Daher kann man nicht sagen, dass solche Menschen auch im Nachgang leichter einem Irrtum aufsitzen.

      MFG Oliver

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    3. Georgius sagt:

      Oliver,

      ja, es ist übliche Sichtweise, um bei den Zeugen Jehovas zu bleiben, Ehemalige als Opfer zu sehen die ‚entkommen‘ sind. Aber sind sie das wirklich? Ich spreche Zeugen häufiger darauf an, was sie von diesem Vorwurf halten, in einem totalitärem System mit Bewußtseinskontrolle zu sein. Bisher wurde dies von jedem mit Empörung zurückgewiesen. Wie will man jetzt unterscheiden, ob es sich um einen psychologischen Opfermechanismus handelt oder um eine bewußte und verstandesmäßige Willensentscheidung? Den Wunsch sein Leben nach der Bibel und in einer bestimmten Gemeinschaft nach gewissen Regeln auszurichten, dürfte man sicher nicht als Auswirkung einer negativen manipulativen Strategie sehen, ansonsten müßte man alles hinterfragen, was ein gewisses Maß an Anpassung erfordert und jegliche Eigenverantwortung in Abrede stellen. Natürlich sind die Zeugen Jehovas nicht gut angesehen, wozu manche Ehemalige auch ihren Beitrag leisten, quasi als nachträgliche Rechtfertigung, dennoch sollte vielleicht gerade hier tiefer nachgefragt werden, ob sich nicht noch Gründe zeigen, für die Zeugen Jehovas lediglich als Symbol dienen, dennoch aber nicht verantwortlich sind.

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    4. Oliver Wolschke sagt:

      Großartig Ihre Antwort! Sie haben tatsächlich Zeugen Jehovas gefragt, ob sie unter Bewusstseinskontrolle leiden 🙂
      Ich zitiere einmal Steven Hassan, der in seinem Buch „Ausbruch aus dem Bann der Sekten“ folgendes schrieb: „Die Standardreaktion ist ein lächelndes ‚Natürlich nicht, das ist ja lächerlich.‘ Es ist jedoch absurd, von einem Menschen unter Bewusstseinskontrolle eine objektive Antwort zu erhalten.“
      Fragen Sie doch einfach mal einen Scientologen, ob er unter Bewusstseinskontrolle steht. Ich nehme an, die Antwort wäre ähnlich. Ein Zeuge Jehovas MUSS sein Leben nach der Gemeinschaft und den Regeln der Führung (nicht der Bibel) ausrichten, da er sonst Gefahr läuft aus der Gemeinschaft entfernt zu werden. Nehmen wir an, jemand interpretiert den Text in der Bibel bezogen auf Bluttransfusionen anders als die Führung. Er stimmt einer Bluttransfusion zu und bereut das auch in keiner Weise. Er hat eigenverantwortlich gehandelt. Das Ergebnis ist, dass diese Person ausgeschlossen wird und den sozialen Tod erleidet.
      Und dieses Beispiel kann man auf unzählige Bereiche im Leben eines Zeugen übertragen.

      Ob die Berichte von Ehemaligen eine nachträgliche Rechtfertigung darstellen, dass ist Ihre Interpretation. Aber auch hier fehlt eindeutig die Erfahrung.

      MFG Oliver

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    5. Georgius sagt:

      Oliver, wissen Sie, der Punkt ist doch der, dass objektive Kriterien, inwieweit Menschen unter Gedanken-Bewußtseinskontrolle stehen, schwer zu erlangen sind. Jede Ablehnung einer solchen Zuordnung wird mit Verneinung beantwortet, völlig klar, insofern kann man keine anderen Antworten erwarten. Trotzdem kann man Menschen mit diesen Vorwürfen konfrontieren, denn interessanterweise wird im Gegenzug auf die Subjektivität eines solchen erhobenen Vorwurfs verwiesen, denen sich die Gegner der Zeugen Jehovas befleißigen und ebenso als unseriöse und absurde Anklage eingeordnet wird. Quasi eine Patt-Situation, denn weder ist Entlastung noch Belastung beweismäßig möglich. Zeugen Jehovas befinden sich in einem ständigen Konflikt mit der ‚Welt‘ und Objektivität ist damit von beiden Seiten ausgeschlossen.
      Die mangelnde Einsichtsfähigkeit des ‚Patienten‘ in die Diagnose des ‚Arztes‘ wird wiederum als Symptom der Krankheit gewertet und damit die Diagnose bestätigt. Der Patient hat so keine Chance, dem Urteil des Arztes zu entkommen. Was sich als schlechter Witz anhört, ist aber leider auf verschieden Gebieten Realität und um einem solchen Urteil zu entkommen, sind besondere Anstrengungen nötig, die nicht allein der ‚Erfahrung‘ des Arztes entspringen dürfen, dem es ja ein Anliegen ist, seine Kompetenz geltend zu machen.
      Die Erleidung eines ’sozialen Todes‘ ist leider auch so ein rhetorisches Stilmittel, um einer alltäglichen Erfahrung, dass Menschen sich bei unüberbrückbaren Konflikten eben auch trennen, eine gewisse Dramaturgie zu verabreichen. Es ist doch völlig normal, wenn man mit einer Gemeinschaft nicht mehr übereinstimmt, dass man getrennte Wege geht und mit dem Austritt oder Rauswurf auch die Kontakte verliert. Jede Ehescheidung ist in gewisserweise ein sozialer Tod, was trotzdem keine Argument gegen die Ehe sein kann.
      Nein, ich bin kein Zeuge Jehovas, um dieser Frage zuvorzukommen 🙂
      Gibt es Anlass für Reformen bei den Zeugen? Davon bin ich überzeugt, dennoch halte ich den Umgang und die Darstellung der Zeugen in vielen Fällen für unfair und überzogen. Das Geschmäckle einer ‚Abrechnung‘ mit der eigenen Vergangenheit, den Ängsten, den Konflikten halte ich für sehr wahrscheinlich oder sagen wir besser so, es ist nicht von der Hand zu weisen. Wünschen würde ich mir mehr Differenziertheit in der Beurteilung der Zeugen, sehe aber auch, dass dies ganz andere und Ansätze und Voraussetzungen haben müßte, als die persönlichen, negativen Erfahrungen, die, wenn auch prägend, nicht allgemeingültig sein können.
      Ab und an überkommt es mich mal, auch eine Lanze für die Zeugen zu brechen, bei all den schrecklich, negativen Wertungen über Zeugen Jehovas, die immer den gleichen Tenor haben und man sich unwillkürlich fragt, ob es denn niemals Zeiten gab, in denen man glücklich oder zumindest zufrieden war, ein Zeuge Jehovas zu sein und dies nicht einer manipulierten Empfindung entsprach.

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    6. Oliver Wolschke sagt:

      Ich denke, dass ich in meinen Beiträgen recht differenziert argumentiere. Ich habe nicht die Absicht irgendwen zu diffamieren, sondern Aufklärung zu leisten. Meine Erfahrung zeigt mir, dass es Menschen hilft, ein objektives Bild zu erlangen. Ich gehe nicht auf Zeugen Jehovas aktiv zu. Personen die es wünschen, Informationen zu erhalten, können diese hier auf dem Blog erlangen.
      Der soziale Tod ist Realität. Es geht nicht einfach nur um Freunde die man verliert. Der Glaube bestimmt nicht die Beziehung zwischen Freunden; da gibt es deutlich mehr. Ich war 31 als ich ausstieg. Ich wurde nicht nur der Jahre langen Freundschaften beraubt, sondern auch meiner Familie. Auch meine Kinder haben ihre Freunde verloren, sowie ihre Großeltern. Sie bezeichnen dies als „normal“. Das ist es nicht. Die Organisation stellt alle Menschen außerhalb als Gefahr dar, daher suchen sich Zeugen in der Regel nur feste Freundschaften unter seinesgleichen. Geht man raus, steht man meist alleine da. Wer Kontakt zu Ausgeschlossenen hält, wird von den Ältesten ermahnt, den Kontakt einzustellen. Das ist üblich in totalitären Systemen. Man will den Kontakt zur Kritik unterbinden, mehr nicht. Und man will durch soziale Erpressung die Menschen zurückholen, die sich mental noch nicht gelöst haben.
      Gäbe es dieses Zwangssystem nicht, würde man seitens der Organisation keinen Druck ausüben, die Familie zu meiden, würde man Bluttransfusionen des Gewissens und der Entscheidung des Einzelnen überlassen, gäbe es für mich keinen Anlass, Aufklärung zu leisten.

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    7. Georgius sagt:

      Na ja, lieber Oliver, ich erkenne schon noch eine ‚gefärbte‘ Aufklärung, die sich an einem Opfer-Kult orientiert. Selbstverständlich erhalten Sie auch jede Menge Applaus von interessierter Seite und je negativer Zeugen Jehovas beschrieben werden, desto größer die Empörung, die unbesehen glaubt und nichts hinterfragt. Man bekommt schon den Eindruck, dass Glaubensinhalte der Zeugen einer ethischen Kommission unterliegen sollten, die sich aus Ehemaligen zusammensetzt, damit diese bestimmen können, was legitim und gewissensmäßig in Ordnung wäre. Glaubensfreiheit war einmal? Religiöse Motive und Glaubensinhalte geraten in Gefahr so kanalisisiert zu werden, dass sie allgemein gesellschaftstauglich vertretbar und annehmbar sind. Wird so unsere Zukunft aussehen? Wie war das noch gleich in einem ‚totalitärem System‘?

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    8. Oliver Wolschke sagt:

      Können Sie bitte etwas spezifischer werden, wo genau Sie eine „gefärbte“ Aufklärung ausgemacht haben. Nur herumzuschwurbeln bringt uns in der Diskussion nicht weiter. Sie weichen gekonnt der Kritik aus. Wie ein jeder seinen Glauben ausübt steht jedem frei, dass wird durch unser Grundgesetz zurecht geschützt. Allerdings muss sich eine Organisation ebenfalls an diese halten und nicht ihre Mitglieder unter Sanktionen stellen dürfen, wenn diese beispielsweise Kontakt zu ihrer Familie suchen. Die Religionszugehörigkeit sollte frei wählbar sein, wozu auch gehört, dass ich mich frei dagegen entscheiden kann. Dies ist bei Zeugen Jehovas nicht der Fall. Ich muss mich zwischen dem Verlust der Familie oder meiner Integrität entscheiden.

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    9. Georgius sagt:

      Zeugen Jehovas als grundgesetzwidrige Vereinigung? Na, das ist wohl eine Sache, mit der sich Gerichte beschäftigen müssten.
      Wäre vielleicht kein schlechter Gedanke, denn gehen wir dann von einer vorurteilsfreien Beurteilung aus, findet die Eigendarstellung der Zeugen sicher genauso Beachtung, wie die Bewertung ehemaliger Mitglieder hinsichtlich Substanz oder im negativem Sinne einer Haltlosigkeit der Anklagepunkte. Nicht alles was einem mißfällt, ist auch gleich im rechtlichem Sinne relevant oder justitiabel.
      Und immerhin, ausschließlich jeder weiß, bevor er Zeuge Jehovas wird, worauf er sich einläßt. Transfusionsfrage, Ausschlußpraxis, Organisationsform, das alles ist ja kein Geheimnis und war auch ihnen bekannt. Einige Jährchen konnten Sie dafür einstehen, es mittragen und nun haben Sie Ihre Meinung geändert. Im Prinzip ist es wie bei einer Ehe, wenn es dann irgendwann vorbei ist mit der Zuneigung, dann erscheinen so manche Eigenschaften nicht mehr so anziehend. Und nicht unhäufig kommen dann die Klagen, wieso man jemals…. und so weiter und so fort. Ich denke, wir sind dann auch am Ende der Diskussion angekommen. Vielen Dank für Ihre Gedanken und Erfahrungen, aber es ist nun mal Ihre Sicht der Dinge, andere mögen bei den Zeugen die Erfüllung ihres Glaubenlebens gefunden haben, wofür sie sicher nicht zu tadeln sind. 🙂

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    10. Micha sagt:

      „Wie will man jetzt unterscheiden, ob es sich um einen psychologischen Opfermechanismus handelt oder um eine bewußte und verstandesmäßige Willensentscheidung?“ Muss man gar nicht unterscheiden. Es handelt sich vollständig um eine bewusste verstandesmäßige Willensentscheidung. Die Indoktrination bzw. das „Verfrachten“ einer Person in das geschlossene und nicht der Realität entsprechende Logikgebäude der Zeugen, welches letztendlich dazu führt, sich bewusst und willentlich den Zeugen anzuschließen, erfolgt mit Hilfe logischer Fehlschlüsse, sozialer Beeinflussung, dem Weglassen oder Verdrehen von Informationen und durch Ansprechen der allgegenwärtigen kognitiven Verzerrungen des Menschen. Diese natürlichen Mechanismen werden ausgenutzt, um in einem Zeugen exakt das vom Kult vorgegebene Weltbild zu erzeugen. Das führt dazu, dass derjenige im Gehirn entsprechende physikalische Verknüpfungen bildet. Man könnte es als Programmierung bezeichnen. Ein anderer Begriff wäre Konditionierung. Anschließend werden die im B.I.T.E.-Modell von Steven Hassan beschriebenen Methoden angewandt, um der betroffenen Person keine Chance mehr zu geben, bewusst und willentlich zu einer anderen Überzeugung zu gelangen bzw. ihr Weltbild wieder zu ändern. Sie ist mental gefangen. Diese Kontrolle geht im übertragenen Sinne bis in die äußersten Winkel des Gehirns und ist nicht sehr schwer, da die Trigger bekannt sind und bereits im Prozess der Indoktrination „eingepflanzt“ wurden. Es reicht dann, im richtigen Moment die richtigen „Knöpfe“ zu drücken, um einen Zeugen das tun zu lassen, was man als Organisation gerne möchte. Und das Perfide ist, dass die Person glaubt, ihren eigenen Willen auszuführen. Tut sie zwar in gewisser Weise auch, weil sie ja glaubt, was man ihr eingepflanzt hat. Allerdings ist das nur deswegen so, weil die Kult-Identität übermächtig geworden ist und das authentische Ich meist „besiegt“. Eigentlich würden die meisten Zeugen Jehovas ganz anders handeln wollen, als es vom Kult vorgegeben wird. Da die Kult-Identität jedoch nicht nur ein Teil von ihnen geworden ist, sondern sie sich sogar vollständig damit identifizieren und sie als moralisches Ideal ansehen, merken sie nicht, dass diese Identität die vollständige Kontrolle übernommen hat und ihr authentisches Ich „verkümmert“. Wer diese Identität kennt, kann ganz leicht einen Zeugen ansprechen und bereits vorhersagen, wie er reagieren wird. Das bedeutet, dass jeder Außenstehende, der das notwendige Wissen hat, nahezu jeden Zeugen in den Grenzen des Logikgebäudes „fernsteuern“ kann. Wie leicht ist das dann erst für die Leitende Körperschaft?

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    11. Georgius sagt:

      Micha,

      schöne Aufzählung einiger Mechanismen der Manipulation, die aber leider so allgemein gültig sind, dass sie auf alles und jeden zutreffen.
      Meinungs-und Stimmungsmache unter Ausschaltung eigener kognitiver Leistungen, indem die emotionale Ebene angesprochen wird, ist geradezu ein klassisches Vorgehen unser politischen Riege unter Zuhilfenahme der Medien, die gerne, die ‚Macht der Worte‘ ausspielen, um Menschen zu dirigieren. Nur mal als Beispiel. Es ist also keineswegs ein Merkmal, welches man Zeugen Jehovas anheften kann, sondern nahezu überall eine Rolle spielt – meistens sogar unbemerkt. Menschen sind beeinflußbar und nichts geschieht in einem kräftefreien Vakuum.
      Darüberhinaus reagieren Menschen gruppenspezifisch und schaffen so Identität. Und? Selbst ganze Völker reagieren dementsprechend in gewissem Sinne einheitlich. Nützlich, schädlich, notwendig? Kommt auf den Blickwinkel an. Betrachte ich etwas mit Vorurteilen, dann fällt die Bewertung sicherlich anders aus, als wenn ich eine neutrale Positon einnehme. Ich muß mir nur darüber im Klaren werden, wie mein eigener Wertemaßstab beschaffen ist. Nur auf Allgemeingültigkeit meiner Bewertungen darf ich nicht hoffen, was natürlich nicht ausschließt gerne auf Totschlagsargumente auszuweichen. 🙂

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    12. Anonymous sagt:

      An Georgious:
      Lieber Herr Georgious, ich habe eingehendst die Ihre Argumente durchgelesen und ich habe das Bedürfnis, da noch meinen „Senf“ dazugeben zu müssen.
      Es ist leider Tatsache, dass den Zeugen Jehovas mindestens drei Mal die Woche (so oft haben sie mehrstündige Zusammenkünfte) sehr große Angst gemacht wird. Sie müssen sich tagtäglich damit auseinandersetzen, Jehova und vor allem den Ältesten und der Gemeinschaft gerecht zu werden. Vor jedem kleinsten Schritt wird darüber nachgedacht, ob man das, was man vor hat, den lieben Jehova ja nicht missfällt. Denn ein kleiner Fehler wäre fatal, man würde in Harmagedon, was jeden Tag eintreten könnte, sterben und verpasst so das Paradies. Und seinen wir uns Ehrlich: Angst vor dem Tod hat doch jeder. Jeder in der Gemeinschaft beobachtet den Anderen ganz genau. Die weltlichen Menschen (also alle Nicht-Zeugen Jehovas) und Abtrünnigen (diejenigen die mal dabei waren) werden alle als grundsätzlich total böse dargestellt (Säufer, Mörder, Diebe, Hurer,…..) und deshalb dürfen sie nur minimalsten Kontakt mit ihnen pflegen. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wenn Ihnen ein Zeuge Jehova unter diesen Umständen eine ehrliche Antwort auf Ihre Frage gegeben hätte, er wäre vor ein internes Gericht gezerrt worden, auf ihn wäre wegen der geistigen Speise herumgedoktert worden, er wäre womöglich auch ausgeschlossen worden. Und vor dem haben die Zeugen am Meisten angst. Weil die Konsequenzen sind der Gemeinschaftsentzug. Alle Freunde weg, Familie weg, wenn derjenige verheiratet ist ist bald die Ehe im Eimer (ein Zusammenleben ist da nicht mehr möglich) UND man verliert einen Teil von seinem Hab und Gut auch noch-wenns ganz blöd her geht. Und viel hat ein Zeuge Jehova nicht. Und jetzt können Sie sich selbst ein Bild davon machen, inwieweit diese Menschen gesteuert werden. Und vor Allem mit welchen Mitteln… Ob diese Hörigkeit freiwillig oder unfreiwillig passiert, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Menschen wie z. B. Barbara Kohout sind nicht selbst und nicht freiwillig in diese Gemeinschaft geraten. Diese Frau war noch ein Kind, Ihre Eltern haben in der Zeit des Krieges entschieden, dass sie zu dieser Gemeinschaft gehören wollen und Barbara hatte kein Recht, selbst entscheiden zu dürfen ob sie das auch will oder nicht. Das hat für mich persönlich nichts mit einer wandelbaren Sprunghaftigkeit zu tun, ich glaube sogar, dass Aussteiger sehr ernst zu nehmen sind, denn sie haben endlich begriffen, dass sie eine eigene Persönlichkeit haben. Ich wurde leider auch in diese Gemeinschaft hineingeboren, hatte auch keine Möglichkeit zu sagen: „Nein, das will ich nicht“, bin mit meinem 18. Geburtstag ausgetreten und ich habe auch eine sehr, sehr starke Persönlichkeit.
      Diejenigen, die IN DER Gemeinschaft leben, haben meiner Meinung nach Defizite, haben eine gewisse Naivität, lassen sich leicht was einreden und sind labil.
      Ich hoffe, Sie können mit meinen Schilderungen, die ich persönlich erlebt habe etwas anfangen und verbleibe
      Mit freundlichen Grüßen

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  2. Richard sagt:

    Zeugen Jehovas wollen aufgrund ihrer Moral und religiösem Eifer, also aufgrund EIGENER Gerechtigkeit vor Gott bestehen und ewiges Leben in einem künftigen irdischen Paradies erlangen, vgl. Römer 10.3. – Wahre Christen werden „umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade…durch Glauben an Jesum Christum“ siehe Römer 3. – Im Gegensatz zu den ZJ haben Christen ein „himmlisches Bürgerrecht“ das in Philipper 3.20 verbürgt ist. – ZJ sind ihres Heils nie sicher und können deshalb von ihren Führern beliebig unter Druck gesetzt werden.
    Christen hingegen sind „um einen Preis erkauft“ und sollen nicht der „Menschen Sklaven werden“ s. 1.Korinther 7.23

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  3. Heiner sagt:

    Hallo ich war bei den Zeugen und habe viel gesehen und erkannt aber nicht wie sie es darstellen Bestandteil des Glaubens ist für Christen die Bibel . du sollst deinen Körper nicht schädigen ( Rauchen / Drogen zuviel Alkohol das du nicht mehr weist was du machst ) Sie Schreiben nur Jz Können zu Gott ? nein jeder Mensch Kann zu Gott kommen egal woher er kommt oder wehr er ist, wenn wir uns nach dem Wort Gottes richten ( Bibel) ( Bevor du auf den splitter im Auge deines Mitmenschen achtes achte auf den Balken in deinen Auge ) übersetzt heute: (Fege vor deiner Tür) Die Juden sind wegen ihrem Götzen dienst ( Goldenes Kalb ) 40 Jahre durch die Wüste Gelaufen !! wie lange müssten die Religionen von heute für ihre Krotzifixe , heiligen Figuren usw durch die Wüste Wandern ? ( Du sollst dir kein Bildnis machen . egal wie gerne wir Menschen es gerne hätten oder darstellen mögen wenn es einen Gott gibt !! ( das ich Glaube !!! aber das ist mein Glaube ) dann ist er der Gott aller Menschen und der möchte sicher nicht das wir so miteinander umgehen wir wir es heute tun . ( Es wir nie einen Menschen geben der zum Guten über einen Menschen herrscht . ) Glaube sollte jeden menschen das seine sein der eine macht mehr der andere weniger für Gott mach mal ist weniger mehr !!! ( Gott möchte den freimütigen Geber was von Herzen kommt nicht unter druck !!) also Lieber Oliver liebe deinen Nächsten wie dich selbst !!! viele grüße

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    1. Oliver Wolschke sagt:

      Lieber Heiner,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Nun, wenn du ein getaufter Zeuge Jehovas warst, dann wissen wir beide, dass die Wachtturm-Gesellschaft propagiert, dass nur Personen Rettung erfahren, die sich zu Jehova bekennen (Siehe https://www.oliverwolschke.de/denken-jehovas-zeugen-dass-sie-die-einzigen-sind-die-gerettet-werden/). Dass jeder Mensch zu Gott finden kann, obliegt deiner Interpretation. Ich habe mit dem Text zeigen wollen, dass dies gemäß der Bibel nicht der Fall ist. Schon allein die Aussage Jesu, dass der Weg schmal ist, und nur wenige ihn finden, macht das ziemlich deutlich.
      Dass ein Volk 40 Jahre durch die Wüste wanderte, ist heute archäologisch und gemäß der Anthropologie widerlegt. Aber manchmal ist es einfacher zu glauben, als sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Ich empfehle dir hierzu das Buch „Keine Posaunen vor Jericho“.
      Du schreibst, „Gott möchte den freimütigen Geber was von Herzen kommt nicht unter druck“. Doch genau dieser Druck wird innerhalb der Organisation massiv ausgeübt. Allein die Entscheidung sich davon zu trennen, ist schmerzhaft, da man sich entscheiden muss, weiter etwas zu leben, woran man nicht glaubt oder den sozialen Tod in Kauf zu nehmen.
      Meinen Nächsten liebe ich, allerdings ohne die Bibel oder einen Gott als Grundlage zu haben.

      Viele Grüße Oli

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  4. David sagt:

    Hallo Oliver,

    Du schreibst oben. „Zeugen Jehovas sind eine christliche Religionsgemeinschaft.“

    Diese Aussage kann ich nicht bestätigen. Nach meinem Dafürhalten ist das krasse Gegenteil der Fall. Ich würde sagen, die Zeugen Jehovas sind eine anti-christliche Bruder- oder Religionsgemeinschaft die sich christlich geben. Und von der die ‚einfachsten‘ oder jüngeren Mitglieder auch meinen bzw. irrig glauben, sie seien christlich, weil sie eine vordergründig christliche Sprache verwenden. Aber in quasi allen entscheidenden Kern- bzw. Glaubensfragen widersprechen die ZJ der (einfachen) christlichen Lehre (wie sie z.B. im nicänischen Glaubensbekenntnis zusammengefasst ist). Daran können auch ihre (oft auch nur nach außen gezeigte, absichtlich konfrontativ demonstrierte) verbalen Moral- Forderungen und Vorstellungen, die oft auch bei Ihnen selbst hinter der Lebenswirklichkeit zurückbleiben, und oft auch nur der Diffamierung aller anderen Menschen dienen, gar nichts ändern.

    Für mich ist vollkommen klar: Die Zeugen Jehovas sind (erwiesen) KEINE Christen.

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi David,

      ich gehe von der aktuellen Rechtsprechung aus und gebe dies wertfrei wieder. Zeugen Jehovas gelten in Deutschland als Religionsgemeinschaft, da sie sonst nichts als KdöR anerkannt worden wären. Dies anhand von Glaubenslehren zu beurteilen ist eine rein subjektive Sicht auf die Dinge.

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
    2. David sagt:

      Werter, geschätzter Oliver,

      Du schreibst: „….und gebe dies wertfrei wieder.“

      Das meine ich eben gerade nicht, wenn DU ZJ als „christlich“ klassifizierst. Sie sind -rechtlich- eine K.d.ö.R. bzw. ‚Religionsgemeinschaft‘. Mehr nicht. Und das Gericht hat wegen staatlicher weltanschaulichen Neutralitätspflicht sicherlich keine Wertung hinsichtlich „christlich“ vorgenommen.

      Aber lassen wir es dabei. Ich möchte keine Diskussion beginnen. Sondern nochmals zu Deiner erstklassig gemachten Website gratulieren, die an Qualität und Sachkunde kaum zu überbieten ist. SUPER GEMACHT!

      Lg.

      Ps: Nach meinem persönlichen Dafürhalten sind die ZJ (im Grunde) un- ja sogar antichristlich! Das belegt nicht nur ihr Verhalten, sondern ins Kern auch ihre Lehren, die alle Kernlehren des christlichen Glaubens bestreiten. ZJ sind so etwas wie die Speerspitze und Elitetruppe des Antichristen. Man muss nur die Wahrheit hinter der „Wahrheit“ zur Kenntnis nehmen. Dann wird das jeder vernünftige Mensch sofort erschrocken erkennen können, wenn er PRÜFT!

      Antworten
  5. Walter Aster sagt:

    Nach meiner Erfahrung , funktionieren „die Zeugen Jehovas“ gleich einem hochnarzisstischen Schwarmnetzwerk, dessen pedispositiven Grundlagen in der unserer Verhaltensteurung durch Sexualhormone zu finden ist. „Jehova“ ist ein altes männliches „Imponiergeweih“ der sexuellen Selektion. Ein Übrigbleibsel jener Zeiten, in denen das Überleben der eigenen Nachommensgene noch all zu sehr allein vom Wohlwollen der Mächte des Schicksals abhingen. Weswegen damals zur „Besamung“ der weiblichen Fruchtbarkeit, auch immer am allerliebsten solche „Böcke“ ausgewählt wurden, die von diesen Mächten des Schicksals besonders bevorteilt schienen. (Jehovas Auserwählten Wille)
    Dieses überhebliche „Meiner ist größer als deiner-Grinsen“ (Hahaha-Lächeln) bei Jehovas Auserwählten, findet sich auch bei Hasen, Hammel und Hirschen wieder, die sich auch zuerst gegeneinander wie untereinander beweisen müssen, bevor sie zum Schäferstündchen eingeladen werden.

    Natürlich bin auch ich zu meiner Rechtfertigung, nur ein überaus voreingenommener Vertreter jener Gottlosen, bei denen diese satanische Seite der Natur-Wissenschaften …..und welche sich auch beim besten Willen nicht mit der selbstredenden biblischen Wahrheit vereinen lässt, und bei mir die komplette Kontrolle über das eigene persönliche Denken übernommen hat. Selbstverstärkung durch Rrückopplung gibt es hallt in jedem Vielteilchensystem des Universums, so dass man wirklich nur hoffen kann, dass kein sadistischer und auch noch besonders eifersüchtiger Jehova-Dämon dafür als Schöpfer in Frage kommt.

    Und…
    dass es dazu auch noch jeweils Suizidfälle im eigenen Familien- und Freundeskreis gegeben hat, die allein mit der überaus allerchristlichen Nächstenliebe der Zeugen Jehovas gegenüber ihren Abtrünnigen zusammenhängen, sei hier auch nur noch ganz am Rande erwähnt.

    Mit besten Grüßen

    Antworten
    1. Franz sagt:

      Ich finde den Artikel und die verschiedenen Kommentare sehr hilfreich. Ich bin selbst als 1.Generation mit 3 älteren Geschwistern, eine psychisch kranken Mutter und einem Heimkind ohne Zieheltern (psychische folgen, Erziehungstechnisch) als Vater, rein geboren worden. Ich kann alle komentare verstehen, bin seit 2012 ausgetreten und kämpfe immer noch um ein normales Leben. Ich Danke euch 🙂

      Antworten
    2. Oliver Wolschke sagt:

      Lieber Franz,

      danke dir für deinen Kommentar. Ich freue mich, dass dir Zeilen hier helfen. Inwieweit wirkt sich dein Kampf aktuell aus? Vielleicht kann man dir irgendwie helfen.

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
    3. Emilie sagt:

      Ja, wenn ich mir die heutigen Menschen und ihre Wertvorstellungen, ansehe (sie nennen sich Christen) dann glaube ich gar nicht, dass Jesus daran Freude hat.
      Und ich frage mich, wieso hier Menschen die versuchen nach der Bibel zu leben so schlecht gemacht werden.
      Was ist das für eine lieblose und rachsüchtige Welt……

      Antworten
    4. Oliver Wolschke sagt:

      Liebe Emilie,

      tatsächlich verfolgt diese Seite nicht das Ziel, die einzelnen Zeugen Jehovas schlecht zu machen. Mit diesem Blog möchte ich eher auf die schädlichen Richtlinien hinweisen, die die Führung der Zeugen Jehovas vertritt und durch den Gemeinschaftsentzug erzwingt, wie beispielsweise den Kontaktabbruch mit Ehemaligen. Diese werden in den meisten Fällen von ihren Freunden und ihrer Familie sozial isoliert und leiden unter Einsamkeit, Depressionen und es kommt vor, dass Menschen deshalb sogar Selbstmord begehen. Ebenfalls schädlich ist das Bluttransfusionsgebot, welches tatsächlich sogar unbiblisch ist und vielen Menschen das Leben gekostet hat. Auf der anderen Seite möchte ich hier anderen, die Zweifel haben, zeigen, dass sie nicht alleine sind, und das es ein Leben nach den Zeugen gibt; dass wirkliche Freiheit nicht darin besteht, auf ein Paradies zu warten, sondern der Mensch zu sein, der man tatsächlich ist. Wenn du ganz ehrlich die Artikel in diesem Blog liest, dann wirst du vielleicht feststellen, dass die Autoren keine schlechten Beweggründe haben, sondern aus Liebe handeln, um ihre Familien zu erreichen, die man ihnen genommen hat.

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
    5. Georgius sagt:

      „Diese werden in den meisten Fällen von ihren Freunden und ihrer Familie sozial isoliert und leiden unter Einsamkeit, Depressionen und es kommt vor, dass Menschen deshalb sogar Selbstmord begehen. “

      Müßte man dann nicht mit genau den gleichen Formulierungen vor der Ehe warnen? Vor jeder Art von Freundschaft oder Verbindung?

      Wer seinen Partner oder Freund verliert, erlebt nicht selten, dass auch die gemeinsamen Freunde sich abwenden, die Familiebande zerstört wird, mit der Folge von Isolation, Einsamkeit und vielleicht daraus resultierender Depression oder gar Selbstmord.
      Ist es also ein allzu hohes Lebensrisiko sich in irgendeiner Art emotional zu binden? Diese Schlussfolgerung müßte man ja daraus ziehen.

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    6. Oliver Wolschke sagt:

      Ja, da gebe ich dir recht, man kann auch einen Großteil seines Umfeldes verlieren, wenn die Ehe zerbricht. Allerdings wenden sich die Eltern oder Kinder nicht von einem ab, wenn man sich scheiden lässt. Der Punkt hier ist aber, dass die Entscheidung von den beiden Ehepartner abhängt und nicht von externen Autoritäten, wie der Leitenden Körperschaft, die dies erzwingt – das ist übrigens ein Erkennungsmerkmal von Kulten wie Scientology. Außerdem trifft man die Entscheidung zur Ehe als Vollmündiger. Kinder werden bereits mit 9, 11 oder 16 Jahren getauft und treffen damit als Unerfahrene eine Entscheidung, die ihnen die Familie kosten kann.

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    7. Emilie sagt:

      Also das mit den Bluttransfusionen können Sie nicht mehr anführen, der Dokfilm „Böses Blut“ hat ganz klar gezeigt, dass Transfusionen grosse Risiken bergen, da es ja Alternativen gibt, würde ich diese jederzeit vorziehen.
      Ich habe Zeugen in meiner Nähe und ich empfinde sie als glückliche und zufriedene und hilfsbereite Menschen.
      Solche Berichte schüren Hass auf bestimmte Religionsgruppen und wo das hinführen kann sieht man in der Menschheitsgeschichte zur Genüge. Tut mir leid aber ich finde das ganze hat nichts mit Liebe zu tun.

      Antworten
    8. Oliver Wolschke sagt:

      Zitat von Prof. Dr. Kai Zacharowski aus der Doku „Böses Blut“: „Es gibt Indikationen wo Blut absolut Leben rettet. Es gibt auch Situationen wo es tatsächlich riskant ist. Und das muss man auseinanderhalten. […] Aber das zu generalisieren ‚Blut ist einfach schlecht‘, das kann ich nicht unterstützen.“

      Die Medizin macht immer weiter Fortschritte und irgendwann wird man einen Wirkstoff finden, der Blut vielleicht komplett ersetzt. Ein Arzt wägt ab, wann eine Bluttransfusion sinnvoll ist und wann darauf auch verzichtet werden kann. Selbstverständlich birgt eine Bluttransfusion ein Risiko. Denn eine Bluttransfusion ist nichts anderes als eine Organtransplantation. Wenn ich allerdings in der Notaufnahme lande und mein Hämoglobinwert so weit runter ist, dass nicht mehr ausreichend Sauerstoff transportiert wird, dann hilft keine Kochsalzlösung mehr oder eine planbare Operation ohne Blut. Dann brauche ich nur noch eines, dass mein Leben erhält, nämlich Blut.

      Das Problem ist aber, dass die Führung den Anhängern keine eigene Entscheidung zugesteht. Wenn du aus freien Stücken, Blut ablehnen möchtest, dann ist das deine Entscheidung. Die Entscheidung der Behandlung unterliegt bei Zeugen Jehovas einem Zwang. Wer eine Transfusion zu sich nimmt und dies nicht bereut wird ausgeschlossen. Siehe Ältestenbuch. Somit ist es keine wirklich freie Entscheidung: ich muss wählen zwischen dem sozialen oder biologischen Tod.

      Aber ich möchte nochmals betonen, dass das Ablehnen von Bluttransfusionen unbiblisch ist. Wir können gerne darüber diskutieren und ich zitiere ausschließlich aus deiner Bibel.

      Antworten
  6. Rudi sagt:

    Da ich auch wie Emilie mit Zeugen Jehova Kontakt habe. Empfinde ich ihren Blog. Nur als eine reine Hassbotschaft um Hass zu schüren. Sie versuchen nach der Bibel zu leben genauer gesagt dem neuen Testament. Sie sind nett, zufrieden und hilfsbereit. Dies hatte ich auch schon alles selbst erlebt.
    Übrigens Oliver wird man schon früher getauft. Wenn man evangelisch ist ist man höchstens 1 Jahr alt.
    Im Umkehrschluss versuchen sie hier Hass zu schüren. Gegen die Zeugen Jehova die versuchen nach der Bibel zu leben dem Neuen Testament!!!
    Ich lasse es gut sein. Es widert mich an wie sie Hass verbreiten wollen

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Lieber Rudi,

      kannst du mir ein Beispiel nennen, wo ich genau Hass gegen die Zeugen Jehovas schüre? An keiner Stelle schreibe ich, dass Zeugen Jehovas schlechte Menschen sind. Sie sind Verführte einer Ideologie.
      Ja, es ist richtig, dass Kinder in anderen Religionen bereits früher getauft werden. In meinem Umfeld gibt es Personen, die als Kleinkinder getauft wurden. Sie waren aber nie religiös. Sie haben sich dann im Alter auf dem Amt aus der Kirche austragen lassen. Ihre Eltern interessierte es nicht. Sie haben weder ihre Freunde noch ihre Eltern verloren. Zeugen Jehovas leben nach der Interpretation der Bibel. Allerdings nicht nach ihrer eigenen Interpretation, sondern nach den Vorgaben der leitenden Körperschaft. Wer für sich selbst die Bibel auslegt, danach lebt und dies gegen die Lehren der LK steht, wird ausgeschlossen. Kinder treffen in jungen Jahren eine Entscheidung, dessen Ausmaß sie noch gar nicht begreifen. Es ist ein Unterschied, ob man Kinder zur Taufe führt und ihnen dennoch die freie Wahl ohne Konsequenzen zugesteht, die Religion zu verlassen/wechseln oder ob ein Austritt nur noch mit dem Verlust von Freunden und der Familie möglich ist. Das ist ein Einschnitt in die Religionsfreiheit. Ich selbst habe mit einigen Zeugen Jehovas Kontakt, die den Austritt scheuen, weil sie Angst haben ihr Umfeld zu verlieren. Sie müssen nach Außen den Schein wahren, um den Ältesten aus den Weg zu gehen. Und das alles, weil sie in jungen Jahren eine Entscheidung trafen und nichts anderes kannten.

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
  7. Emilie sagt:

    Wenn sie auch behaupten, keinen Hass gegen einzelne JZ zu schüren, dann tun sie es doch.
    Zusätzlich wird noch die Bibel in Misskredit gebracht inkl. seinem Autor.
    Die einfachen Gemüter, die es in der Welt gibt die fragen sich nicht ob das was Sie sagen und schreiben, der Wahrheit entspricht!!
    Somit haben sie einen Grund andersgläubige Menschen zu verachten und sie lächerlich zu machen.
    Ihre angebliche Liebe ein Buch zu schreiben um andere zu warnen, dass füllt vielleicht ihren Geldbeutel, hat aber nichts mit Ehrlichkeit zu tun!!
    Geld verdienen indem man andere schlecht macht, dass geht für mich gar nicht.
    Das ist meine letzte Antwort, ich hoffe für Sie, dass sie das nicht mal bereuen müssen !!

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Liebe Emilie,

      wenn Sie das Gefühl haben, dass ich Hass gegen einzelne Zeugen schüre, dann ist das Ihrer Wahrnehmung geschuldet. Das muss ich so akzeptieren, auch wenn ich es schade finde, denn dies ist ganz sicher nicht meine Absicht. Das ich im Buch andere schlecht machen würde, sagt mir, dass Sie das Buch nicht gelesen haben. Versuchen Sie es doch mal und nennen Sie mir dann die Seiten, wo ich jemanden schlecht mache. Das Buch ist ein ehrlicher Rückblick auf mein Leben und ich scheue mich auch nicht davor, mein Innerstes offen zu legen. Dass ich damit meinen Geldbeutel fülle, zeigt mir, dass Sie über Autorenhonorare nicht Bescheid wissen. Wenn ich hätte Geld verdienen wollen, dann hätte ich in der Zeit eher einen Auftrag angenommen, als die Zeit in Schreiben zu investieren.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute!

      Herzliche Grüße,

      Oli

      Antworten

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