Zeugen Jehovas in der NS Zeit – die vergessene Geschichte

Die Zeugen Jehovas standen dem nationalsozialistischen Regime ablehnend gegenüber. Dies äußerte sich in den ersten Jahren durch die Verweigerung des Hitlergrußes, der Wahlenthaltung und dem Fernbleiben von staatlichen Organisationen. Es führte in den ersten Jahren nach 1933 dazu, dass man Zeugen Jehovas fristlos aus ihren Arbeitnehmerverhältnis entließ, Zahlungen der Renten- oder Pensionskassen wurden einbehalten und die Arbeitslosenunterstützungen wurde ihnen verweigert.

Schulpflichtige Kinder waren von Anbeginn starkem Gruppenzwang ausgesetzt. Im späteren Verlauf wurden Zeugen Jehovas im Rahmen von Schutzhaftmaßnahmen inhaftiert und seit 1935/1936 als eigene Gruppe an der Kleidung markiert. 1938 erhielten sie ein lila Dreieck („Lila Winkel“). Bis Kriegsbeginn stellten sie in vielen Konzentrationslagern einen beträchtlichen Teil der Insassen; in den Frauen-KZs bildeten sie 1939 sogar die größte Gruppe. In Ausschwitz waren mindestens 387 Zeugen Jehovas inhaftiert. Die Zahl der Ermordeten ist unbekannt.

Rückblickend schreibt die Wachtturm-Gesellschaft über diese Zeit:

Jehovas Zeugen waren keine fernen, unerreichbaren Helden, wie es der nordrhein-westfälische Landtagspräsident Ulrich Schmidt ausdrückte. Mit Bezugnahme auf Schmidts Rede beschrieb das Informationsblatt Landtag Intern Zeugen Jehovas als „einfache Menschen . . ., die ihrem Gewissen folgend standhaft an ihrer religiösen Überzeugung festhielten, Zivilcourage zeigten und geistigen Widerstand aus christlicher Überzeugung geleistet hätten“. Wir können sicher sein, dass sich Jehova Gott über alle freut, die ihm unter widrigen Umständen treu bleiben. In Sprüche 27:11 lesen wir: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann.“
„Sie würden auf der Stelle die Freiheit erlangt haben“, Wachtturm, 15.08.2005, S.30

Dies ist die Sicht, welche immer wieder durch die Zeugen betont wird. Als ich noch aktiv war, ist mir die Zeit der Verfolgung sehr einfach hängen geblieben. Zeugen Jehovas waren wegen ihrer Neutralität verfolgt worden, Gott beschützte Einzelne und die Verfolgung war außerdem ein Zeichen, wie sehr der Teufel die „Wahrheit“ hasste.

Erst später beschäftigte ich mich mit den Ereignissen. Ein zentrales Datum ist der Kongress am 25. Juni 1933 in Berlin-Wilmersdorf. Dieser und die anschließenden Entwicklungen, lassen ein ganz anderes Bild der Ereignisse entstehen. Interessanter Weise gibt es einen Artikel, welcher die Geschehnisse im Interesse der WTG zu deuten versucht, zu finden im Erwachet! vom 8.7.1998 ab Seite 10, welche einige zentrale Themen umschifft und in der Fußnote erklärt:

Aus Platzgründen können wir keine umfassende Dokumentation dieses geschichtlichen Abrisses liefern.

Die Erklärung die in Berlin-Wilmersdorf (daher oft Wilmersdorfer Erklärung genannt) abgegeben wurde, war für mich erstaunlich. Man darf nicht vergessen, dass die absolute Neutralität der Zeugen immer wieder ein Thema war. Auch interessant ist, dass diese Erklärung durch die Zentrale in New York genehmigt war. Ein Schreiben also, was J.F. Rutherford oder andere sehr hochrangige Wachtturm-Vertreter verfassten.

Wilmersdorfer Erklärung 25.06.1933 (Seite 1)
Quelle: Wikipedia

So hieß es unter anderem:

Es ist von unseren Feinden fälschlich behauptet worden daß wir in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt werden. Dies ist absolut unwahr, denn bis zur gegenwärtigen Stunde ist auch nicht das Geringste an Beiträgen oder finanzieller Unterstützung für unser Werk von Juden geleistet worden.

Das Anglo-Amerikanische Weltreich ist die größte und bedrückendste Herrschaft auf Erden. Hiermit ist das Britische Reich, wovon die Vereinigten Staaten Amerikas einen Teil bilden, gemeint. Es sind die Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker. Diese Tatsache bezieht sich insonderheit auf die Städte London und New York als Hauptstützpunkte des Großgeschäfts. Dies ist in Amerika so offenbar, das es in Bezug auf die Stadt New York ein Sprichwort gibt, das heißt: „Den Juden gehört die Stadt, die irischen Katholiken beherrschen sie, und die Amerikaner müssen zahlen.“ Wir haben mit den erwähnten Gruppen keinen Streit, sondern als Zeugen für Jehova und in Befolgung seiner in der Schrift niedergelegten Gebote müssen wir auf die Wahrheit hierüber aufmerksam machen, damit das Volk über Gott und sein Vorhaben aufgeklärt werden möchte.

Die nationale Regierung hat sich nun deutlich ausgesprochen gegen die Bedrückung durch das Großgeschäft und gegen verkehrte religiöse Einflüsse in den politischen Angelegenheiten des Staates. Genau dies ist auch unsere Stellungnahme, und wir erklären ferner in unserer Literatur, warum das bedrückende Großgeschäft besteht, und warum der verkehrte politisch-religiöse Einfluß vorhanden ist; denn die Heilige Schrift erklärt deutlich, daß diese bedrückenden Werkzeuge vom Teufel herkommen, und daß die gänzliche Errettung davon in Gottes Königreich unter der Herrschaft Christi kommen wird. Es ist darum unmöglich, daß unsere Literatur oder unsere Tätigkeit in irgendeiner Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Staates bedrohen oder gefährden kann.

Wir haben alles, was wir sind und haben, unserer Aufgabe gewidmet, damit das Volk ein Gesicht oder Verständnis des göttlichen Wortes erhalten möchte. Es ist daher unmöglich, daß unsere Literatur und unsere Wirksamkeit die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Landes bedrohen könnte. Anstatt gegen die von der deutschen Regierung vertretenen Grundsätze eingestellt zu sein, treten wir vollkommen ein für diese Leitsätze, und weisen darauf hin, daß Jehova Gott durch Christus Jesus die gänzliche Verwirklichung dieser Grundsätze bringen, dem Volke Frieden und Wohlstand schenken und die höchsten Wünsche aller aufrichtigen Herzen erfüllen wird.

Eine sorgfältige Prüfung unserer Bücher und Schriften wird deutlich zeigen, daß die hohen Ideale, die sich die nationale Regierung zum Ziel gesetzt hat und die sie propagiert, auch in unseren Veröffentlichungen dargelegt, gutgeheißen und besonders hervorgehoben werden.

Das deutsche Volk hat seit 1914 große Not gelitten und hat viele Ungerechtigkeiten durch andere erdulden müssen. Die Nationalsozialisten haben erklärt, daß sie gegen jede solche Ungerechtigkeit Stellung nehmen, und haben als Leitsatz kundgetan: ,,Unser Verhältnis Gott gegenüber ist hoch und heilig.“ Da unsere Organisation diese gerechten Grundsätze durchaus gutheißt und einzig damit beschäftigt ist, die Menschen über das Wort Jehova Gottes aufzuklären, ist Satan in listiger Weise bestrebt, die Regierung gegen unser Werk zu wenden und es zu zerstören, weil wir die Notwendigkeit, Gott zu erkennen und ihm zu dienen, hervorheben.

Nachdem sich die nationale Regierung zu den oben erwähnten hohen Idealen bekannt hat, sind wir überzeugt daß die Führer nicht wissentlich das fortschrittliche Zeugniswerk für den Namen Jehovas und seines Königsreiches, das wir jetzt hinausführen, bekämpfen wollen. Wenn unser Werk nur Menschenwerk wäre, so würde es von selbst untergehen. Wenn es jedoch Gottes Werk ist und auf seinem Befehl getan wird, so bedeutet die Bekämpfung dieses Werkes einen Kampf gegen Gott. – Apostelgeschichte 5: 39.

Es wird hierdurch beschlossen, je ein Exemplar dieser Erklärung den hohen Regierungsbeamten ergebenst zu überreichen und sie allgemein zu verbreiten, damit der Name Jehovas immer mehr bekannt gemacht werde.
Wilmersdorfer Erklärung 25.06.1933 (Seite 1)

Diese Erklärung wurde danach an Hitler gesandt. Der Brief enthielt Aussagen wie:

Das Brooklyner Präsidium der Watch Tower-Gesellschaft ist und war seit jeher in hervorragendem Masse deutschfreundlich. Aus diesem Grunde wurde im Jahre 1918 der Präsident der Gesellschaft und die sieben Glieder des Direktoriums in Amerika zu 80 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil der Präsident sich weigerte, zwei von ihm in Amerika geleitete Zeitschriften zur Kriegspropaganda gegen Deutschland zu gebrauchen. Diese Zeitschriften „The Watch Tower“ und „Bible Student“ waren die beiden einzigen Zeitschriften Amerikas, die eine Kriegspropaganda gegen Deutschland verweigerten und darum während des Krieges in Amerika auch verboten und unterdrückt wurden.

Ein mehr als deutliches Bekenntnis, verbunden mit einer Lüge – die Inhaftierung erfolgte nicht wegen Kriegspropaganda gegen Deutschland. Es ging um das „vollendete Geheimnis“ und eine allgemeine Ablehnung des Wehrdienstes in sehr dubiosen Worten. Es würde zu weit führen, weiter auf dieses Thema einzugehen. Auch die 80 Jahre Haft für das Gremium waren übrigens eine Täuschung, vier Personen wurden zu je 20 Jahren verurteilt, jedoch keiner zu 80 Jahren.

Auf der Konferenz wurde festgestellt, dass in dem Verhältnis der Bibelforscher Deutschlands zur nationalen Regierung des Deutschen Reiches keinerlei Gegensätze vorliegen, sondern dass im Gegenteil – bezüglich der rein religiösen, unpolitischen Ziele und Bestrebungen der Bibelforscher – zu sagen ist, dass diese in völliger Übereinstimmung mit den gleichlaufenden Zielen der nationalen Regierung des Deutschen Reiches sind. Unter Berufung auf die angeblich harte Sprache unserer Literatur erfolgten einige Verbote unserer Bücher. Die Konferenz der fünftausend Delegierten verwies dazu auf den Umstand, dass der beanstandete Inhalt der Bücher doch nur Bezug nimmt auf Zustände und Handlungen im Anglo-Amerikanischen Weltreich, und dass dieses – speziell England – doch für den Völkerbund und die auf Deutschland gelegten ungerechten Verträge und Lasten verantwortlich zu machen ist. Das im obigen Sinne unserer Literatur Gesagte richtet sich also doch – einerlei, ob in finanzieller, politischer oder ultramontaner Beziehung – gegen die Bedrücker des deutschen Volkes und Landes, aber doch nicht gegen das sich gegen diese Lasten sträubende Deutschland, so dass die erfolgten Verbote absolut unverständlich sind.

Der Brief an Hitler führt sogar eine Besonderheit aus:

Für diejenigen deutschen Ländergruppen, in denen sogar Verbote der Bibelforscher-Gottesdienste, Verbote ihrer Gebetsversammlungen usw. vorliegen, und die seit vielen Wochen auf eine gerechte Lösung dieses, ihr religiöses Leben knebelnden Zustandes warten, wurde folgendes ausgedrückt: Wir wollen auch weiterhin den erlassenen Verbotsanordnungen Folge leisten, denn wir sind gewiss, dass der Herr Reichskanzler bzw. die einzelnen hohen Länderregierungen diese Maßnahmen – durch welche zehntausende christliche Männer und Frauen schließlich einem dem Urchristen-Leiden vergleichbaren Märtyrertum verfallen müssten – nach Kenntnis der wirklichen Sachlage aufheben werden.

Man beugte sich einem Verbot und versuchte nicht, im Untergrund zu agieren. Dies hielt nicht lange an, jedoch zeigt es, dass man hoffte, sich mit Nazi-Deutschland gütlich zu einigen. Der Brief an Hitler schließt mit den Worten:

Mit diesen Grundsätzen meinen wir das im Punkt 24 des Programms der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Gesagte: „Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, dass eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus.“

Ohne viel in diese genannten Zeilen zu interpretieren, ist es erschreckend zu lesen, welche Position die Führung der WTG hatte. Nach diesen doch sehr bedenklichen Zeilen, fand jedoch kein Wandel statt, das Verbot wurde nicht aufgehoben.

J.F. Rutherford auf seinem Anwesen in San Diego – Beth Sarim.
Quelle: Wikipedia

In einem eher unbekannten Brief an Hitler, mit dem Datum 9. Februar 1934, geschrieben von J.F. Rutherford aus San Diego, heißt es dann:

Dieses Schreiben ist sowohl eine freundliche Mitteilung als auch eine Warnung über Dinge, die für ihr Wohlergehen von allergrößter Bedeutung sind.

Nach der deutlichen Aufforderung das Verbot aufzuheben, schreibt Rutherford:

Falls bis zum 24. März 1934 auf dieses ernstliche Begehren keine Antwort erfolgt und von seiten Ihrer Regierung nichts getan wird, um den oben erwähnten Zeugen Jehovas in Deutschland Erleichterung zu gewähren, dann wird Gottes Volk in anderen Ländern, unter allen Nationen der Erde, mit der Veröffentlichung der Tatsachen über Deutschlands ungerechte Behandlung von Christen beginnen; und nachdem wir das Zeugnis gegeben haben, werden wir unsern Fall Jehova Gott unterbreiten und es ihm überlassen, durch Christus Jesus die Bestrafung der Schuldigen in seiner eigenen Weise zu vollstrecken. Gestatten Sie, daß ich Sie daran erinnere, daß Jehova warnen läßt, daß niemand seine Gesalbten bedrücken soll.

Darauf intensivierte sich die Verfolgung – etwas, was logisch ist. Einen Psychopaten mit der Vernichtung zu drohen, welcher seine Weltsicht schon in einem kruden Buch namens „Mein Kampf“ darlegte, macht wenig Sinn. Es zeigt aber auch die Arroganz und Dummheit Rutherfords. Nach dem erfolglosen Anbiedern an Nazi-Deutschland schwenkte er um. Interessierte er sich für die Zeugen in Deutschland? Wohl kaum. So schrieb er in seiner Luxus-Villa Beth Sarim mit allen Annehmlichkeiten, wie seinem 16-Zylinder Cadillac, eine Drohung an Hitler und stachelte die weltweite Bruderschaft an, es ihm gleichzutun:

Am 7. Oktober 1934 begannen dann Brüder weltweit, vorgegebene Telegramme zu senden: „Ihre schlechte Behandlung der Zeugen Jehovas empört alle guten Menschen und entehrt Gottes Namen. Hören Sie auf, Gottes Zeugen weiterhin zu verfolgen, sonst wird Gott Sie und Ihre nationale Partei vernichten.“ Auch die Ortsgruppen in Deutschland versammelten sich und sandten Briefe an Regierungsvertreter.
Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes, S. 693

Die Volksstimme vom 7. Oktober 1934 berichtet, dass etwa 20.000 dieser Telegramme am 7. Oktober eingingen. An diesem Punkt waren die Zeugen in Deutschland zum Spielball zweier Psychopaten geworden. Die Zeugen die ihr Leben für ihre Überzeugung verloren, kann man nur bewundern. Ich habe tiefsten Respekt vor ihrem Mut. Jedoch sollte man sich fragen, wieso es so extrem schnell und aggressiv geschah? Könnte es sein, dass es nicht die beste Idee war, die Wilmersdorfer Erklärung an hochrangige Regierungsvertreter zu senden und damit einen Adresspool an Zeugen zur Verfügung zu stellen? War das Provozieren Hitlers wirklich sinnvoll oder war ein Kräftemessen wer zuerst vernichtet wird, nicht zu erwarten?

Nachdem er [Hitler] 1934 Protesttelegramme von Zeugen aus der ganzen Welt erhalten hatte, schrie er in einem Wutausbruch: „Diese Brut wird aus Deutschland ausgerottet werden!“ Die Verfolgung verschärfte sich drastisch.
Erwachet! 8.4.1989, S. 13

So einfach fasst es der Erwachet! zusammen, ohne irgendwie zu erwähnen, wie toxisch die Telegramme waren.

Es gibt noch weitere Texte betreffs eines gewissen Antisemitismus, jedoch fehlen mir dazu Quellen zum Gegenprüfen. Es sei insofern auf die Bücher in den Quellen verwiesen. Unabhängig von antisemitistischen Tendenzen, welche vielleicht Einzelne an den Tag legten, muss man zusammenfassend sagen, dass die einzelnen Verkündiger sicher moralisch Großes geleistet hatten. Jedoch die Führung der WTG, besonders Rutherford, waren weder moralisch irgendwie ein Maßstab und die WTG hat durch ihr Handeln, durch die Briefe und Anweisungen das Blut derer an den Händen, welche treu den Anweisungen folgten. Sie wurden – meiner Meinung nach – für den Größenwahn geopfert.


Quellen: sektenausstieg.net, wikipedia, Marley Cole – Jehovas Zeugen, Manfred Gebhard – Die Zeugen Jehovas

Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Walter sagt:

    Interessanter Artikel. Auch ich entsinne mich an „die wahren Helden“ im 3. Reich. Was in diesem Artikel, meinen Augen fehlt, ist die Gegenüberstellung von wieviele zj damals ins kz verschwanden mit wieviele Menschen die sich gegen das Regime stellten und wieviele Juden getötet wurden, weil sie Juden waren.
    Macht man sich das erst mal bewußt, merkt man schnell, dass nicht nur zj gelitten haben.
    Aber ich denke das wäre sonst tooooo much geworden in deinem Artikel.
    Super argumentiert.

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    1. Sebastian sagt:

      Hallo Walter,
      ich habe bewusst einen Teil ausgelassen. Den persönlichen Respekt und die Achtung vor der Haltung eines jeden ZJ der dieses Martyrium durchlitt, soll mein Artikel nicht schmälern, ich habe größte Achtung vor diesen. Daher habe ich auch einige Vorwürfe ignoriert.
      Die Zahlen sind schwer zu berechnen, dazu müsste man sie erst einmal relativieren und prozentual gegenüberstellen. Dies geht für mich aber am Thema vorbei. Jeder Mensch der seine Haltung bewahrte und bereit war, dafür zu leiden, hat Großes vollbracht.
      Wichtig finde ich primär, dass die von ZJ beworbene Geschichte, mehr als falsch ist. Dafür können jedoch einzelne Personen oder Verkündiger nichts.

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    2. Walter sagt:

      Danke dir für die Antwort. Auch Bitte nicht falsch verstehen. Was die Menschen damals durch machtendarf sich nie wiederholen.
      Schon früher, hatte ich von seitens der wtg, dass sie diese traurige Geschichte der Menschheit zu ihren Zwecken missbraucht. So nach dem motto:“ja die anderen wurden auch verfolgt und mussten auch ihr Leben lassen, aber bei uns war es schlimmer.“

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    3. Sebastian sagt:

      Mich widert die Gedenkkultur der WTG in dieser Hinsicht an. Hätte Hitler das Geschmeichel Rutherfords positiv beantwortet, was wäre dann?
      Ich verfolge für ein Forum täglich die Nachrichten, welche sich um ZJ drehen. Zuletzt waren viele Beiträge zu den ZJ im 3. Reich. Die ganze Darstellung ist mehr als falsch und beschönigt, die Lila-Winkel-Ausstellung würde ich mir heute vielleicht sogar noch einmal anschauen, diesmal aber mit ganz anderen Augen. Wenn ich dazu bedenke, dass es Spendenaufrufe für die Stolpersteine gibt (diese dürfen auch nicht aus der Versammlungskasse gezahlt werden), dann stößt es mir übel auf.

      Ganz zu schweigen von den neuen Videos. Es wird immer mehr Intoleranz zelebriert, gerade die neue Tendenz der zunehmenden Hetze gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften (Lots-Frau-Video, Kindervideo, Kongressvideo 2018) ist abstoßend. Gerade in dem Kontext, selbst in der Vergangenheit Opfer von Intoleranz geworden zu sein.

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  2. Jörg Zimmern sagt:

    Hallo,
    wie immer bei den JZ‘s wird nur eine Seite gezeigt, die die ins KZ gekommen sind. Aber was ist mit den vielen anderen tausenden gewesen? Wieviele JZ‘s sind in den Krieg gezogen? Meine Oma die damals schon JZ war hat mir erzählt was damals wirlich passierte…….
    Es klingelt, der Versammlungsdiener steht vor der Wohnungstür drückt mir den Verkündigerberichtskarteikasten in die Hände und verschwindet. Der Ehemann meiner Oma auch ein JZ ist eingezogen worden und in der Bretagne später dann gefallen. Meine Oma ist zum Arbeitsdienst in einer Munitionsfabrik verpflichtet worden und wie sie schilderte musste sie kleine Metallteile zusammen setzten.
    Vielleicht macht sich mal jemand die Mühe und schaut, wieviele Verkündiger es vor dem Verbot gab und wieviel ins KZ gekommen sind.
    So wie es heute dargestellt wird war es in Wirklichkeit nicht!
    Die JZ‘ s haben auf keinem Fall einheitlich gehandelt und nicht alle waren zu Nazis-Zeiten im KZ.
    So sieht die Wahrheit aus liebe Brüder und Schwestern.

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  3. Christi Jünger sagt:

    Hey,
    die NS- Zeit in Deutschland ruft bei uns Deutschen eine gewisse „Furcht“ hervor. Ich meine damit nicht, dass dies die schlimmste Zeitperiode für uns Deutsche war, nein ich meine damit, das -mit unter- die Sichtweise verwässert oder vernebelt werden kann, weil wir durch diese Unmenschlichkeit der Nazis, heute noch teilweise empfundene oder eingeimpfte „Schuldgefühle“ haben.
    Dieses nutzte die WTG in den 1990 Jahren in Deutschland geschickt aus, um mit groß angelegten „Informationsveranstaltungen“ den Weg für die Gesamtdeutsche Anerkennung als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ zu erlangen. Diese „Karte“ wurde erfolgreich gezogen, den sobald das Thema „ Verfolgung in der NS – Zeit in Gerichtsverfahren eingebracht wurde hatte man im Zweifel die besseren Karten. Ganz egal auch aus welchen Gründen einige eingesperrt wurden.
    Nach dem Fall der Mauer hat man die Gunst der Stunde in der liberaleren jedoch stark geschwächten und neu eingesetzten DDR Regierung genutzt um in diesen turbulenten Monaten schnell die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erlangen.
    Ich hoffe man kann verstehen was ich damit zum Ausdruck bringen möchte.
    Viele Grüße
    Christi Jünger

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