#Pillowgate: Instruktionen für Bethelmitarbeiter aufgetaucht

Am 25. Januar 2018 hat Lloyd Evans auf seinem YouTube-Kanal den Trailer für ein Video online gestellt, das Instruktionen für Bethel-Mitarbeiter enthält. Kurz darauf kursierte auf Twitter und anderen Netzwerken der Hashtag #pillowgate. Hintergrund ist eine Aussage von Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, der das Reiben an einem Kissen zwischen den Beinen, ohne dabei zum Höhepunkt zu gelangen, bereits als Masturbation beschrieb.

Zeugen Jehovas haben eine sehr spezielle Beziehung zur Sexualität. In den Versammlungen und Publikationen widmet man sich sehr oft der Sinneslust und versucht, bereits Kindern beizubringen, dass Masturbation Gott nicht gefällt und Sex nur innerhalb einer Ehegemeinschaft erlaubt ist. Es verwundert daher nicht, dass Ehen bei Zeugen Jehovas sehr früh geschlossen werden – anders ist es auch kaum auszuhalten.

1976 veröffentlichte die Wachtturm-Gesellschaft das Buch Mache deine Jugend zu einem Erfolg. Das Kapitel 5 behandelte die Themen Masturbation und Homosexualität. Dort hieß es:

Sollte man […] der Ansicht sein, daß Masturbation zu einer natürlichen, normalen Betätigung des Körpers wird, weil sie eine allgemein verbreitete Gewohnheit ist? Lügen und Stehlen ist heute auch üblich. Würde man aber behaupten, dies werde dadurch zu etwas Natürlichem und Normalen?
Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36

Selbstbefriedigung wird seitens der WTG mit Lügen und Stehlen gleichgestellt. Doch man geht noch einen Schritt weiter:

Die meisten Ärzte sind der Ansicht, gelegentliche Masturbation schade dem Körper nicht. […] Ärzte und Psychotherapeuten sind allerdings unvollkommene Menschen, die Irrtümern unterworfen sind und deren Ansichten sich ändern. Es gibt aber einen Ratgeber, an den sich junge Leute wenden können und der beständig und frei von Irrtümern oder Fehlurteilen ist – Gottes Wort. Und wenn wir nicht nur ein längeres Leben, sondern ewiges Leben in der Gunst Gottes wünschen, sollten wir seine Weisheit und seinen Rat suchen.
Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 36

Aus meiner Sicht wird an dieser Stelle beim Jugendlichen Angst erzeugt: das ewige Leben steht auf dem Spiel. Ein Jugendlicher könnte meinen, dass er in Gottes Krieg – Harmagedon – vernichtet wird, wenn er seine Neigungen nicht unterdrückt. Die WTG schreibt außerdem, dass Ärzte nicht unbedingt die besten Ratgeber sind, da sie sich irren können. Fünf Absätze später outet sich die WTG selbst als Ratgeber und stellt dabei eine Behauptung auf, die meiner Meinung nach das Sexualleben von jungen Menschen enorm negativ beeinflussen kann:

Gibt man dem Geschlechtstrieb einfach aus Schwäche nach, indem man sich selbst befriedigt, so gibt das einem bestimmt keine Kraft, wenn man vor einer Situation steht, in der man versucht wird, Hurerei – oder sogar Homosexualität – zu begehen. Im Gegenteil, es fördert verkehrtes Denken und verkehrte Wünsche. Masturbation kann sogar zur Homosexualität hinführen.
Mache deine Jugend zu einem Erfolg, 1976, S. 39

Masturbation kann, nach Aussage der WTG, zur Homosexualität führen.

Der aktuelle Ratgeber für Jugendliche ist betitelt Fragen junger Leute. Das Kapitel 25 behandelt das Thema Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören? Gleich zu Beginn ist die Rede von Luiz, der erzählt:

Ich war 8, als ich mich zum ersten Mal selbst befriedigte. Später habe ich dann erfahren, wie Gott darüber denkt. Immer wenn ich dem Drang nachgegeben hatte, fühlte ich mich schrecklich. „Wie kann Gott jemanden wie mich lieben?“, fragte ich mich.
Selbstbefriedigung: Wie kann ich damit aufhören?

Natürlich fühlt sich der Junge schrecklich, wenn er merkt, dass er gegen etwas ankämpfen muss, dass seinem natürlichen Empfinden widerspricht. Das schlechte Gewissen hat ihn erst ergriffen, als man ihm erklärte, dass Gott dies angeblich nicht gutheißen würde. Einzig und allein der Interpretation älterer Männer ist es meiner Meinung nach geschuldet, dass Kinder und Jugendliche, während sie heranwachsen, mit Schuldgefühlen beladen werden.

Wie sehr sich die Wachtturm-Gesellschaft in die intimste Privatsphäre ihrer Anhänger einmischt, zeigen zwei Videos, die nun auftauchten und speziell für neue Mitarbeiter in den Zweigstellen von Zeugen Jehovas gedacht sind. Im ersten Moment könnte man meinen, dass es sich um Satire handelt, aber die WTG meint es mit den nachfolgenden Inhalten völlig ernst, wenn sie eine Art Verhaltenskodex aufstellt, und ihren Mitarbeitern Regeln und Hinweise in Bezug auf Kleidung, Sex und Masturbation mit an die Hand gibt.

Regelwerk zum Vermeiden von Selbstbefriedigung

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass in der Bibel kein einziges Mal von Selbstbefriedigung oder Masturbation die Rede ist. Selbst in den Büchern von 3. und 5. Mose, in denen sexuelle Praktiken in unerträglichen Einzelheiten dargelegt werden, wird die Praxis der Selbstbefriedigung nicht erwähnt. Nichtsdestotrotz verurteilt die WTG seit vielen Jahren Masturbation als unreine Gewohnheit.

Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas und Mitglied des Dienstkomitees.

Im Video, dass sich speziell an Männer richtet, präsentiert Gary Breaux, Helfer der Leitenden Körperschaft, eine lange Liste von verschiedenen Szenarien und erklärt in einer Art „Frage-und-Antwort-Spiel“, ob es sich bereits um Masturbation handelt oder nicht.

Zum Beispiel, fragt er:

Muss eine Person ihre Hände benutzen, um zu masturbieren? Nehmen wir an, dass ein Bruder eine Unterhose trägt, die so eng anliegt, dass sein Penis sich daran reibt, während er sich bewegt. Er wird erregt und ejakuliert sogar. Masturbiert er?

Die Antwort lautet:

Ja, tut wer, weil er bewusst seine Genitalien stimuliert, auch wenn er seine Hände nicht benutzt.

Gary Breaux gibt anschließend folgendes zu bedenken:

Muss es einen Orgasmus geben, damit es als Masturbation betrachtet werden kann? Angenommen, ein Bruder fängt an, seine Genitalien an einem Kissen zu reiben. Er bekommt eine Erektion, hört aber auf, bevor er einen Orgasmus bekommt. Masturbiert er?

Bevor ich zur Antwort komme, möchte ich die Frage in den Raum werfen, wie die WTG auf diese Szenarien gekommen ist? Warum ausgerechnet Kissen? Wer hat sie auf die Idee mit der Unterhose gebracht? Auch wenn es vielleicht im ersten Momentan lustig klingen mag, so kann ich mir vorstellen, dass das Gewissen einiger Mitarbeiter sie so sehr plagte, dass sie sich jemanden anvertrauten. Im Anschluss müssen sich erwachsene Männer gemeinsam in einen Raum eingesperrt und die Vorfälle besprochen haben, um zu entscheiden, ob Gott diese Handlungen verurteilt oder es sich um eine Grauzone handelt. Wie auch immer, die Antwort zur Kissenfrage lautet:

Ja, denn er stimuliert sich bewusst selbst, ob er einen Orgasmus hat oder nicht.

Nun geht Gary Breaux näher auf das Unterbewusstsein ein:

Wie sieht es mit einem nächtlichen Samenerguss aus, vielleicht sogar nach einem erotischen Traum. Ist das Masturbation?

Die Antwort mag überraschen:

Nein, Jehova hat dies zu einem Teil des Fortpflanzungssystems des Mannes erdacht, und das geschieht ohne jegliche bewusste Stimulation.

Ich kann mir vorstellen, wie der Zuschauer des Videos innerlich aufatmet. Doch nicht so schnell:

[…] aber wenn dir das passiert, wäre es gut zu prüfen, ob du dich vor dem Schlafengehen mit sexuellen Gedanken beschäftigt hast. Hast du in einer Position geschlafen, die dich stimuliert, z.B. mit einer Decke oder einem Kissen, das fest zwischen den Beinen gehalten wird? Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wird es dir helfen, nicht in unreine Praktiken zu verfallen.

Es ist also möglich in einer unreinen Position zu schlafen. Selbst dafür gibt es anscheinend Regeln. Breaux warnt im Anschluss davor, dass ein Christ nicht heilig sein kann, während er „unter dem Einfluss der Selbstbefriedigung“ steht. Das ist schon eine ziemlich deutliche Ansage, die ich in den offiziellen Publikationen der WTG so noch nicht gelesen habe.

Von der Selbstbefriedigung kommen wir nun zu den (neuen) Hinweisen, was aus Sicht der WTG alles zur Pornéia bzw. Hurerei gehört.

Pornéia neu definiert

Lange Zeit verstand die WTG unter Hurerei, jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe. Wer Hurerei beging, wurde, wenn keine Reue nach Einschätzung der Ältesten vorlag, aus der Gemeinschaft verbannt und gemieden. Im Video wird Hurerei wie folgt definiert:

Sexuelle Beziehungen zwischen Personen, die nicht miteinander verheiratet sind. Es umfasst Handlungen wie Oralsex, Analsex und Masturbation einer anderen Person. Es handelt sich immer um eine bewusste Manipulation der Genitalien und mindestens einer weiteren Person oder eines Tieres.

Soweit, die für einen Zeugen Jehovas bekannte Auslegung des Begriffes Hurerei. Garry Breaux geht im Video nun näher auf die „Manipulation der Genitalien“ ein:

Handelt es sich bei der Manipulation der Genitalien immer um den Gebrauch der Hände? Nicht unbedingt. Nehmen wir an, ein Bruder bezahlt eine Stripperin für einen Lapdance, der sich über mehrere Minuten erstreckt, und sie reibt ihre bedeckten Genitalien an seinem Bein, während er voll bekleidet ist. Er wird erregt, aber er ejakuliert nicht.

Die wenigsten Zeugen werden mit einem Lapdance ihre Erfahrung gemacht haben, aber spätestens jetzt, könnten sie vielleicht auf den Geschmack gekommen sein.

Handelte es sich um Porneiéa? Seine Genitalien werden nicht manipuliert und er berührt die Genitalien der Frau nicht mit seinen Händen, aber er begeht Hurerei, indem er ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren.

Heißt das, solange kein direkter Kontakt zur Stripperin entsteht, ist alles in Ordnung? Ich frage mich, wie lange und intensiv die Leitende Körperschaft oder deren Helfer diskutierten, bis sie sich einigten, und zu dem Schluss kamen, dass der Bruder Hurerei begeht, wenn er „ihr erlaubt, sein Bein zu benutzen, um ihre eigenen Genitalien zu stimulieren“.

Im Video wird nun erklärt, dass man sich auch ohne direkten Hautkontakt der Hurerei „schuldig“ machen kann:

Kann es sich um Hurerei handeln, auch wenn es zu keinem direkten Hautkontakt gekommen ist? Nehmen wir an, ein Bruder legt sich auf seine Freundin, während beide bekleidet sind, und sie imitieren dabei den Geschlechtsverkehr. Begehen sie Hurerei?

Ein Tipp: wer bereits so weit gegangen ist, sollte „es“ bis zum Ende durchziehen:

Sie haben zwar ihre Kleidung an, aber die Genitalien von beiden werden stimuliert, so dass sie Hurerei begangen haben, unabhängig davon, ob ein Höhepunkt erreicht wird oder nicht.

Laut WTG, ist dies sündiger als zwei Menschen, die sich nackt ausziehen und gemeinsam masturbieren.

Wer immer noch mit dem Kopf schüttelt und sich fragt, wie es sein kann, dass die WTG so detailliert auf die einzelnen Szenarien eingeht, dem empfehle ich das Buch Der Gewissenskonflikt von Raymond Franz. Er beschreibt, wie die Leitende Körperschaft Entscheidungen bis ins Schlafzimmer einzelner Anhänger getroffen hat, und seiner Aussage nach, sogar die Sexualpraktiken verheirateter Paare vorgab. Anscheinend werden sie überhäuft von Anfragen, ab wann Hurerei vorliegt und wann nicht. Und theoretisch handelt es sich bereits um Hurerei, wenn ein Paar miteinander tanzt und sich dabei gelegentlich die Leiste mit dem Hinterteil trifft (ich wahre die Con­te­nance), oder das eigene Bein die Geschlechtsteile des Gegenübers streift und man dadurch erregt wird.

Das folgende Szenario übertrifft die vorherigen bei Weitem, und man möchte meinen, dass die Antwort auf der Hand liegt:

Zwei Brüder masturbieren voreinander, aber ohne sich zu berühren. Handelt es sich um Hurerei?

Die Antwort:

Nein, da weder die eine noch die andere Person berührt wird. Es ist jedoch eine grobe Missachtung der Gesetze Jehovas und eine schwere Sünde, die von den Ältesten behandelt werden muss.

Ein Paar, dass komplett angezogen, ihre Leisten aneinander reibt ohne zum Höhepunkt zu gelangen, begeht bereits Hurerei und könnte unter Umständen ihr soziales Umfeld verlieren. Zwei Männer, mitunter homosexuell, schaukeln sich völlig nackt gegenseitig zum Höhepunkt und ihnen droht maximal ein Gespräch mit den Ältesten ohne nennenswerte Konsequenzen.

Wir sind noch nicht am Ende, aber mittlerweile ist klar, dass diese Videos ein Niveau, pharisäischen Wahnsinns erreicht haben, der sämtliche Richtlinien der WTG in den Schatten stellt.

Homosexuelle – eine Bedrohung

Gary Breaux legt im Video besonderen Fokus auf enge Kleidung.

[…] enge Kleidung [sollte] vermieden werden, da man dies mit Homosexualität in Verbindung bringen könnte. Über welche Art von Kleidung reden wir? Einige Outfits sind entworfen worden, um das Aussehen eines Mannes zu feminisieren, wie es Homosexuelle versuchen, besonders wenn sie Gesäß und Genitalien unterstreichen.

In den letzten Jahren wurden Zeugen Jehovas wiederholt darauf hingewiesen „enge Hosen“ zu meiden. Besonders die Ansprachen von Tony Morris, Mitglied der Leitenden Körperschaft, über „enge Hosen“, die er als Teil einer homosexuellen Verschwörung betrachtet, sind berüchtigt.

Die zwei Jungs auf der rechten Seite, tragen aus Sicht der WTG zu enge Hosen.
Quelle: https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-januar-2017/wenn-bescheidenheit-auf-probe-gestellt-wird/

Breaux führt im Video auf unerträgliche Weise weiter aus, warum enge Hosen böse sind:

[…] es macht es schwieriger, den Unterschied zwischen einem homosexuellen und einem heterosexuellen Mann zu erkennen, wodurch sich Homosexuelle einschleichen.

Besonders nach Außen vertritt die WTG die Einstellung, dass sie „nur“ die Handlungen Homosexueller nicht gutheißen würden, aber ansonsten nichts gegen sie als Menschen haben. Solche Äußerungen, wie im zugrunde liegenden Video, lassen jedoch das Gegenteil erkennen. Die WTG geht sogar noch einen Schritt weiter:

Manchmal kann es vorkommen, dass du mit gleichgeschlechtlichen Wünschen zu kämpfen hast oder dies bei anderen beobachtest. Das bedeutet nicht, dass du oder sie homosexuell sind, aber du solltest auf der Hut sein.

Gary Breaux wird noch etwas konkreter:

Stell dir folgende Situation vor: Eine Gruppe von Single-Brüdern isst gemeinsam zu Abend und nach dem die meisten von ihnen zu Bett gegangen sind, bleiben zwei von ihnen im Zimmer zurück und trinken gemeinsam Alkohol. Plötzlich fragte der eine den anderen, ob er schon mal mit einer Erektion aufgewacht ist. Sie befassen sich plötzlich mit sexuellen Dingen. Flirten sie? Ihr Gespräch kann in ihnen sexuelle Begierden wecken, obwohl sie gleichgeschlechtlich sind. Dies könnte leicht die Neugierde über den Körper des anderen wecken. Täusche dich bitte nicht, wenn du denkst, dass dir das nie passieren könnte. Behalte im Sinn, dass Alkohol die Hemmungen senkt und Gedanken hervorkommen lassen kann, die du normalerweise unterdrücken würdest.

Anstatt die Tatsache zu akzeptieren, dass manche Menschen einfach nur schwul sind, und dass es in Ordnung ist, schwul zu sein, sucht die WTG verzweifelt nach einem Sündenbock, in diesem Fall den Alkohol, der „reine und saubere“ Heterosexuelle, in homosexuelle Sünder verwandelt.

Im Vortrag von Breaux werden noch viel mehr dieser Szenarien skizziert und mit Details ausgeschmückt, wobei er jedes Mal betont, dass „normale“ heterosexuelle Männer in Gefahr geraten können, wenn sie beispielsweise ein Handtuch etwas zu tief tragen oder einem lauernden Homosexuellen den Rücken zukehren.

Breaux bezeichnet Homosexualität als „pervertierte Praxis“ und führt weiter aus:

Satan führt Krieg, um das Denken der Menschen in Bezug auf Homosexualität zu verunreinigen. Jehova hat seine Einstellung nicht geändert. Einige Israeliten erlaubten es den Nationen um sie herum, sie mit homosexuellen Wünschen und Praktiken zu verunreinigen. Wenn du Römer 1 Vers 24 betrachtest, kannst du erkennen, wie Jehovas darauf reagiert hat.

Die WTG betrachtet Homosexualität als „Verunreinigung“. Breaux bezieht sich zudem auf eine Schriftstelle, die in Übereinstimmung mit der Lehre der WTG aussagt, dass Homosexualität eine Sünde ist, die den Tod nach sich zieht.

Gary Breaux schließt das Thema dann mit den Worten ab:

Homosexualität ist unheilig und widerwärtig für Jehova, und er wird dies unter seinen ergebenen Dienern nicht tolerieren. Bewegt dich deine Liebe zu Jehova dazu, die gleiche Sichtweise zu vertreten?

Dass die WTG eine Abneigung gegen Homosexualität hat, zeigte sie bereits öffentlichkeitswirksam mit ihrem KindervideoEin Mann, eine Frau. Meiner Meinung nach, gehen sie mit diesem Video noch ein ganzes Stück weiter und tragen ihre Ansichten ziemlich unverblümt vor – vielleicht weil sie sich in Sicherheit wogen, dass die Videos nie nach Außen gelangen.

Die weibliche Sexualität – nur eine Kopie

In gewisser Weise ist das Video, das sich an Frauen richtet, nur eine Kopie des Videos für Männer. Es wird präsentiert von Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft, und er deckt viele Themen ab, die auch von Breaux behandelt werden. Aber es gibt Unterschiede, von denen einige sehr aufschlussreich sind.

Ralph Walls, ebenfalls Helfer der Leitenden Körperschaft und Mitglied des Personalkomitees.

Im Video für die „Schwestern“ wird der Schwerpunkt viel stärker auf Kleidung und Pflege gelegt. Frauen ist es untersagt kurze Röcke oder Kleider zu tragen, die über dem Knie liegen, Oberteile mir tiefen Ausschnitten oder generell alles, was als „eng“ oder „freizügig“ angesehen wird.

Walls macht immer wieder Aussagen, die auf das Gleiche hinauslaufen, dass Frauen im Grunde genommen Objekte der Versuchung für Männer sind und damit verpflichtet sind sich zu bedecken. Er spricht immer wieder davon, dass eine „sexy“ Erscheinung inakzeptabel und unfair gegenüber den unschuldigen „Brüdern“ sei, die sie anschauen müssen, und zitiert sogar einen männlichen Zeugen, der über „weltlich“ gekleidete Frauen spricht:

Ich persönlich finde es ziemlich schwer, immer anständige Gedanken bei jüngeren Frauen zu haben, wenn ich sehe, wie sie sich kleiden.

Anscheinend tragen Männer gemäß der WTG nicht die Verantwortung für ihre Gedanken. Das überträgt man lieber auf die Kleiderwahl der Frauen. Demnach sollten Frauen eher ihre Garderobe kontrollieren, als Männer ihre Gedanken.

Im Gegensatz zu dem Video für Männer, wird Masturbation nur kurz angerissen. Walls bezeichnet die Masturbation bei Frauen sogar als „Selbstmissbrauch“. Auch die gleichgeschlechtlichen Themen werden nur flüchtig erwähnt. Dies ist besonders deshalb interessant, weil Breaux in seinem Vortrag an die Männer, sehr umfassend und detailliert auf dieses Thema eingeht. Entweder kann sich die WTG nicht vorstellen, dass Frauen miteinander Sex haben oder dass es nicht wert ist dieses Thema zu betrachten.

Letztendlich wird dadurch, meiner Ansicht nach, das Verständnis der WTG über Sexualität deutlich: es wird alles aus der Sicht des Mannes betrachtet, und die weibliche Sexualität wird nur insoweit diskutiert oder fokussiert, wie sie sich auf Männer auswirkt. Es überrascht daher nicht, dass Zeugen Jehovas eine patriarchalisch, hierarchisch organisierte Institution sind, die von Männern geleitet wird. Dies beweist auch die Tatsache, dass der Vortrag, der sich an Frauen richtet, von einem Mann gehalten wird.

Eine Frau allein unter Männern

All dies führt uns zu einem der schrecklichsten Momente in diesem Video. Nach dem Vortrag, der Frauen darin belehrt, wie sie sich in sexueller Hinsicht, Männern gegenüber verhalten sollten, fährt Walls fort:

Was solltest du tun, wenn du bemerkst, dass du Hilfe benötigst? Bitte wende dich an eine reife Schwester oder an die Ältesten. Gemäß Jakobus 5,14-15 sind diese Männer von Jehova eingesetzt worden, um uns aufzurichten.

Frauen werden von der WTG dazu angehalten, sich einem männlichen Ältesten zu öffnen, wenn sie gegen eine der Regeln und Vorschriften verstoßen, um dann dem Ältesten intime sexuelle Informationen preis zu geben, damit der Älteste ihr einen Rat erteilen kann. Dies geschieht fast immer in einer geschlossenen Umgebung mit mindestens zwei Ältesten. Es sollte eigentlich klar sein, wie unangemessen dies ist. Tatsächlich gibt es Erfahrungen von ehemaligen Zeuginnen, die berichten, dass Älteste auf erniedrigende Weise immer mehr Details der „Sünde“ forderten. Hierbei sei auf die Royal Commission hingewiesen, in deren Untersuchungen festgestellt wurde, dass die Praxis der Ältesten, die eine Frau im Zusammenhang mit einem Missbrauch verhört haben, zutiefst inakzeptabel war.

Zwar spricht Walls über die Möglichkeit, sich einer Frau anzuvertrauen, doch dies bedeutet nicht, dass die „Sünde“ ohne männliche Beteiligung behandelt werden kann. Wenn sich eine Frau einer „reifen Schwester“ bezüglich intimer sexueller Gewohnheiten anvertraut, dann ist diese „reife Schwester“ verpflichtet, den Ältesten Bericht zu erstatten, wenn sich die Frau eine Verfehlung, im Sinne der WTG, geleistet hat. Und diese Ältesten sind dann verpflichtet, nach dem sexuellen „Fehlverhalten“ zu fragen, wenn ihrer Meinung nach, die Informationen für den „Fall“ relevant sind.

Das traurige daran ist, dass die Frau mitunter so indoktriniert worden ist, dass sie glaubt, dass es Jehovas Wille sei, sich den älteren Männern anzuvertrauen und sie sonst Gefahr läuft in Harmagedon vernichtet zu werden.

Darüber hinaus

Beide Videos erwähnen zusätzlich die Praxis des „Flirtens“ und geben Richtlinien vor, die das Verhalten mit dem anderen Geschlecht regeln. Laut diesen Videos bedeutet das bloße Kompliment für die Frisur, dass er oder sie beabsichtigt, den Gegenüber zu „umwerben“. Diese Regeln sind so absurd, dass sie die Interaktionen zwischen Mann und Frau innerhalb der Organisation, in ein Minenfeld von „sündigen Anzeichen“ verwandelt.

Bedauerlicherweise könnte man noch weit mehr an diesen Videos kritisieren. Doch es zeigt deutlich, dass die WTG ein sehr verzerrtes Bild über die Sexualität vertritt. Sie betreiben Mikromanagement, in dem sie diffizil in die intime Privatsphäre ihrer Mitglieder eingreift und dies sogar bis hin zur inakzeptablen Schlafposition. Dieses Verhalten gleicht aus meiner Sicht den Pharisäern, die in den Evangelien beschrieben sind und von denen es heißt: „Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern […]“. Die WTG erklärt diese Worte wie folgt:

Mit den Lasten meint Jesus die mündlichen Überlieferungen sowie die Gesetzesauslegung der Pharisäer. Da die Gesetzesexperten darauf bestehen, dass sich alle daran halten, machen sie den Menschen das Leben schwer.
Zu Gast bei einem Pharisäer

Auch die Gesetzesauslegung der WTG erschwert den Menschen innerhalb der Organisation das Miteinander und die normale Sicht auf den eigenen Körper. Man kann nur hoffen, dass diese Richtlinien sich nicht auf die Anhänger außerhalb der Zentralen ausweiten, und Kinder sowie Jugendliche nicht noch mehr in ihrer sexuellen Entfaltung gestört werden.

Die Inhalte der Videos zu lesen ist eine Sache, noch verrückter wird es, wenn man Gary Breaux und Ralph Walls dabei zusieht, wie sie sich ihren Weg durch das Drehbuch bahnen, voller sexueller Bilder und detailreichen, unsinnigen Sexregeln, die im ernsthaften Tonfall vorgetragen werden. Lloyd Evans, der die Videos veröffentlicht hat, füllt die Videos mit amüsanten Kommentaren und macht die unglaublichen Medienmomente der WTG etwas erträglicher.


Ein Teil des Textes stammt von jwsurvey.org, verfasst von Daniel Walker. Die originalen und ungeschnittenen Videos sind ebenfalls auf jwsurvey.org einsehbar.

Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Sebastian sagt:

    Danke für den Artikel.

    „Breaux führt im Video auf unerträgliche Weise weiter aus, warum enge Hosen böse sind:

    […] es macht es schwieriger, den Unterschied zwischen einem homosexuellen und einem heterosexuellen Mann zu erkennen, wodurch sich Homosexuelle einschleichen.“

    Gerade diese Aussage finde ich wahnwitzig. Schwule erkenne ich also an engen Hosen. Die WTG lebt noch in einer Welt voller Klischees. Jeder Schwule sieht in der beschränkten Welt der WTG wie einer der „Village People“ aus.

    Antworten
  2. Manuela Kowalewsky sagt:

    Einfach unfassbar.

    Antworten
  3. Bernd sagt:

    Dies ist der moralische Supergau einer zutiefst verkommenen Glaubensgemeinschaft die, wider besseres Wissen,
    ihre Mitglieder im finstertesten „Mittelalter“ zu halten versucht, wissend ,dass Tausende ihnen von der „Fahne“ gingen
    und weiterhin gehen,weil sie angeekelt sind von erwiesenen Missbrauchsvorwürfen gegen Schutzbefohlene ( Kinder ) in ihren eigenen Reihen.Ich frage mich schon länger, wie ehrliche Zeugen Jehovas, die sollte es sicher geben, tagtäglich in Fussgängerzonen der Innenstädte an ihren Trollys stehen können um neue Mitglieder zu rekrutieren? Mit normalem Verstand lässt sich dies nicht beantworten.

    Antworten
    1. Anonymous sagt:

      Erstens niemals hat sich irgendjemand umgebracht nur weil er den Normen der Zeugen Jehovas folgen wollte und zweitens solltest du nicht so leicht über Leute urteilen nur weil du so siehst was in der Welt so passiert heißt es noch lange nicht dass es bei den Zeugen Jehovas das selbe ist. Das wüsstest du wenn du auch nur mit einem gesprochen hättest

      Antworten
    2. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Anonymos,

      es haben sich Menschen bereits das Leben genommen, weil sie den Normen der Zeugen Jehovas nicht entsprachen (Buchtip: Ausstieg ins Leben). Menschen haben ihr Leben verloren, weil Sie den Normen gefolgt sind (https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/jehovahs-witnesses-blood-transfusion-death-quebec-coroner-1.4401101). Menschen haben ihr Leben verloren, weil die Leitende Körperschaft zweierlei Maß angewendet hat (Malawi und Mexiko). Wir sind hier alle, was Zeugen Jehovas betrifft, gut unterrichtet, da wir selbst Jahre lang welche waren.

      Grüße
      Oli

      Antworten
  4. Francis Tanya Böhme sagt:

    Schrecklich – ein Überwachen des Körpers – schlimm die Ansicht der Schöpfer akzeptiert keine anderen sexuellen Vorlieben und Formen. Immer dieses vorgefertigte Zeug und kein Abweichen. Da wundern sich die vielen Menschen warum diese Religionsgemeinschaft Probleme mit Sexualität hat.

    Antworten
  5. Maru Peca sagt:

    Diese Organisation hat so viel Schuld auf sich geladen:

    – Tausende Todesopfer wegen der Verweigerung von lebenswichtigen Bluttransfusionen
    – Zerstörte Familien wegen Gemeinschaftsentzug und dem damit verbundenen Kontaktverbot
    – Tausende Selbstmordfälle, weil die Betroffenen den Verlust der Familienkontakte nicht verkraften
    – Zehntausende Fälle von Kindesmißbrauch, die dieser Organisation bekannt sind, aber mit Rücksicht auf die Täter vertuscht wurden

    Kein Wort über die Kindesmißbrauchsfälle, aber genaue Anweisungen über die Sündhaftigkeit von normalen menschlichen Bedürfnissen! Es ist einfach unfassbar, mit welch einer Arroganz sie sich in das intimste Privatleben ihrer Mitglieder einmischen und so Schuldgefühle, Angst und Abhängigkeit verursachen wollen. Machtmißbrauch der übelsten Sorte!

    Es ist eine Schande für eine einstmals stolze Organisation.
    Sie stellen sich selbst ins Abseits und müssen sich nicht wundern, dass nunmehr Tausende nicht mehr mitspielen wollen und können und diese Wachtturmgesellschaft verlassen.

    Antworten
  6. Walter sagt:

    Ja, zeugen jehovas und sex… sich an ein Kissen reiben….. Tja Teddys scheinen da die Ausnahme zu bilden. 😉
    Ich kann mich selber noch erinnern, wie daraus ein Art supergau gemacht wurde. Mich würde es nicht wundern, dass man trotz allem dies tun möchte.
    1. Weil es sooooo Verboten ist
    2. Wenn das Fell juckt, juck es.

    In diesen Sinn schöner ausführlicher Artikel.

    Antworten
  7. Peter sagt:

    Großer Dank für diesen Artikel. In so einem Text steckt immer sehr viel Mühe und Zeit drin. Ich denke, dass viele Menschen, die im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen sind, von diesen Vorstellungen von Sexualität und deren Verteufelung unangenehm berührt sind. Gehört(e) man nicht zur JW.ORG, wird man sich vielleicht auch nur amüsiert abwenden und auf die Schenkel vor Lachen klopfen. Wer aber dazu gehört(e), für den ist das im Grundsatz nichts so Unbekanntes oder Lustiges. Die katholische Kirche lässt ja grüßen…

    Was mir in den Sinn kommt:
    Das Buch von Raymond Franz wurde hier schon irgendwo angeschnitten. Ich kaufte es mir während meines eigenen Ausstieges vor einigen Jahren. Ich kann mich dort an Passagen erinnern, wo in Brooklyn sehr detailliert darüber diskutiert worden sein soll, was und wie im Rahmen von Sexualität erlaubt sei und was nicht. Da war von Anfragen „beunruhigter“ „Brüder“ und „Schwestern“ die Rede, die sich ziemlich genau darüber absichern wollten, was im Ehebett erlaubt sei und was nicht. Es wurde sogar von einem Bruder berichtet, der aufgrund einer Behinderung wohl nicht den „biblisch gesegneten“ Sexualakt zwischen Eheleuten vollführen konnte und sich nun fragte, ob das was er alternativ sexuell mit seiner Frau tat wohl vor Gott in Ordnung ginge…

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen…Zwei Menschen , die sich lieben, gemeinsam das Bett und ihre Sexualität teilen, sollen sich vorher fragen, ob das was sie da miteinander tun den alten Männern (die sich als Gottes Mitteilungskanal sehen) in Brooklyn als angemessen gilt. Da habe ich aber ganz böse Bilder und Fragen im Kopf 😉 Gewissermaßen ein TÜV der Zeugen Jehovas für sexuelle Handlungen.. Nun ja, also wirklich, das braucht eigentlich niemand. Wenn Erwachsene Menschen miteinander einvernehmlich Sex haben und keiner dabei zu Schaden kommt, ist das was sie da tun doch allein deren Sache.

    Diese Anmaßung der JW.ORG ist mehr als krank. Wer sich als Erwachsener freiwillig solchen Sekten anschließt, die eine menschliche Entwicklung von Persönlichkeit und Intellekt verhindert, ist zu bedauern und das ist ehrlich gemeint. Grausam wird die Sache jedoch, wenn Kinder in solchen Weltbildern aufwachsen müssen. Hier stellt sich mir oft die Frage, bis wohin die Religionsfreiheit für religiöse Menschen gehen darf.

    Die Beschneidung von männlichen Kindern aus religiösen Gründen – eine Körperverletzung – ist in Deutschland leider leider erlaubt.
    Das Verweigern einer im konkreten Fall lebensbedrohlichen Bluttransfusion durch die Eltern für ihre Kinder, da schreitet der Staat richtigerweise ein – aber auch nur, wenn der Sachverhalt rechtzeitig an der richtigen Stelle bekannt wird.
    Bei einer religiösen Vereinnahmung durch die Eltern, die nachhaltig eine Entfaltung der Persönlichkeit und der Sexualität ihres Kindes verhindern, schaut Staat und Gesellschaft auch leider weg.

    Deswegen ist es gut, wenn solche Artikel geschrieben und derartiger schadenstiftender Blödsinn (die Sicht der JW.ORG auf Sexualität) in die Öffentlichkeit gebracht wird. Wenn ich ganz mutig bin, frage ich das nächste Mal einen Zeugen mit seinem fahrbaren Zeitschriftentrolly, wie er es mit enger Unterwäsche, und Schlafdecken zwischen den Beinen hält 

    Aber man wird nicht mit mir reden, ich habe ja meinen Austritt erklärt, und außerdem bin ich das Böse schlechthin 
    Ich bin schwul und verpartnert und war ein Zeuge Jehovas 😉
    Ich wurde in diesen irren religiösen Wahn(Glauben) hineingeboren und wurde damals auch nicht gefragt; wie viele leider heute auch noch.

    Und blöderweise entspreche ich aus Sicht der ZJ außer dem Vorgenannten nicht dem von den ZJ gern verbreitetem Klischee über Aussteiger. Gemäß meiner „weltlichen“ Umwelt bin ich eigentlich ganz normal…
    … und das ich in diese Normalität fand, verdanke ich u. a. Menschen, die Seiten wie diese betrieben..

    Allen eine schöne Woche
    Peter

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Lieber Peter,

      ein wunderbarer Kommentar von Dir. Du hast Vieles genau auf den Punkt gebracht.
      Besonders musste ich beim „TÜV der Zeugen Jehovas für sexuelle Handlungen“ lachen. Vielen Dank dafür!

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
  8. Hermann sagt:

    …Vor allem wenn man in die Bücher von Rutherford schaut, welche öbszöne Bilder er dort selbst bei der Kreuzigungszene verwendet hat. Es sind neben dem Tod am Kreuz, nackte Männerkörper die in eindeutiger Position am Körper des anderen reiben. Und das soll ein von Christus erwählter Vertreter auf Erden sein, zu dem auch heute die LK lobend aufschaut.

    Diese Geschmacklosigkeit gipfelt noch in der Literatur mit Zeichnungen vom Abendmahl Brot die die Form eines Pennis haben und offenbar so gereicht werden.

    Das Resümee von mir ist nur mehr als pervers zu bezeichnen, die Heuchelei der WTG ist kaum noch zu tippen.

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Lieber Herrmann,

      dass in der Literatur irgendwelche Zeichnungen von Geschlechtsteilen eingearbeitet sind, entspringt meiner Meinung nach deiner Phantasie. Genauso sehen Menschen einen großen Wagen in den Sternen, oder eine Jungfrau. Ich erkenne manchmal auch gewisse mir bekannte Abbildungen in den Wolken oder in Fliesenmustern. Das heißt aber nicht, dass die jemand absichtlich eingearbeitet hat. Es gibt für deine Aussagen keine Bestätigung und daher ist es der Aufklärung eher abträglich wenn Ehemalige mit solchen Behauptungen um sich werfen. Meine Meinung.

      Viele Grüße
      Oli

      Antworten
  9. Markus sagt:

    Aber die Lk sagt dass ja nur weil es so in der Bibel steht. Die halten sich schließlich genau an die Bibel.

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Markus,

      was genau steht in der Bibel?

      Antworten
  10. Nero sagt:

    Homosex ist eine Sünde wider die Natur. Gut, dass die LK so gewissenhaft die verständigen Schafe schützt!

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Nero,

      das Homosexualität eine Sünde gegen die Natur sein soll, ist wissenschaftlich gesehen einfach mal totaler Unsinn. Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass unsere sexuelle Orientierung unter anderem auch erblich bedingt ist [1]. Des Weiteren kommt auch im Tierreich homosexuelles Verhalten vor. Aktuell zählt man rund 1500 Arten, bei denen gleichgeschlechtliches Verhalten dokumentiert wurde [2].
      Ebenfalls in der Natur kommen Asexualität, eingeschlechtlichen Fortpflanzung sowie Hermaphroditismus vor.

      [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Ursachen_der_Ausbildung_der_sexuellen_Orientierung, http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22187-2017-12-11.html
      [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexuelles_Verhalten_bei_Tieren

      Antworten
    2. Peter sagt:

      Hallo Nero, inwiefern ist Homosexualität eine Sünde wider die Natur? Kannst Du das näher erläutern?
      LG Peter

      Antworten
    3. caspiat sagt:

      Gemeint ist ddie fundamentalistische Natur … 🙂

      Antworten
  11. Maria sagt:

    ZJ finden das Video sogar sehr gut weil man daran sieht dass sie die Lk und WT sich um ihre Schäfchen vorallem im Bethel kümmern und sie vor negativen Sachen schützen und so das Haus Gottes rein halten.
    Hat jemand Argumente dagegen?

    Antworten
    1. Peter sagt:

      Hallo Maria,
      Du stellst die Bahauptung auf, dass die von der LK beschriebenen Sachverhalte, die zu sexueller Erregung führen könnten, negativ seien. Wenn Du Dein Argument ernst meinst, kannst Du den negativen Hintergrund – vor dem geschützt werden soll – näher erläutern?
      LG Peter

      Antworten
    2. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Maria,

      grundsätzlich gibt es in der Bibel keine einzige Stelle, die sich auf Selbstbefriedigung bzw. Masturbation bezieht. Die detaillierten Anordnungen in Bezug auf das sexuelle Verhalten gab es unter dem mosaischen Gesetz. Dieses hat nach Auffassung der Zeugen Jehovas ausgedient. Im neuen Testament wird nur allgemein vor Hurerei gewarnt. Dies wird allerdings nicht bis ins Detail erklärt, sondern bezieht sich einfach auf Sex außerhalb der Ehe. Was in der Bibel unter vermeintlicher Inspiration von einem angeblichen Gott recht einfach beschrieben wurde, wird von der LK frei interpretiert und gleicht dem Detailgrad des mosaischen Gesetztes.
      Das Zeugen Jehovas dieses Video gut finden, ist klar. Denn erstens kommt es von der LK und Kritik könnte zum Ausschluss führen, und zweitens bezweifle ich, dass Zeugen offen über ihre Schwächen sprechen und ihr Unwohlsein im Zusammenhang mit dem Video zugeben würden.

      Antworten
  12. Martin sagt:

    „Alle Jahre wieder“…nein…von Epoche zu Epoche wiederholt sich die Geschichte. Vieles läuft derzeit rückwärts. Da machen sich die Gemüter in den obersten Etagen Gedanken, warum dies so ist. Selbstkritik gibt es im Zeugen-Gremium nicht, denn das wäre ja ein Geständnis, dass der Geist Gottes nicht mehr so wirksam wäre. Also was ist die Ursache für Rückgang? Sex-Sucht der Zeugen Jehovas? Da muss mal wieder die Reinheits-und Heiligkeitskeule herhalten. Jetzt gibt es wieder „neue Rechtsfälle“, vermehrt Selbstanzeigen oder Selbstgeständnisse, Vorrechts-Entzüge, Zurechtweisungen, Ausschlüsse, Denunziantentum, „die haben sich beim Tanzen gerieben“; die lagen sich zu eng in den Armen und wurden dabei erregt – Verdacht auf Pornaia… Die Komitees (die Kirchengerichte der Zeugen Jehovas) werden wieder vermehrt aktiv. Das fängt im Bethel an und wird später auf die Versammlungen übertragen (Ist nur eine Frage der Zeit). … wenn 1000 Leute in einer Wohngemeinschaft unter unnatürlichen Umständen leben, dann gibt es vielleicht auch mal unnatürliche Verhaltensweisen. Stehen jetzt hunderte der Bethel-Mitarbeiter in Verdacht, sich „am Kissen zu reiben und zu befriedigen“? Oder dient einer, der sich am Kissen befriedigt hat, als Ursache, dass dies allen anderen auch unterstellt wird? Ein Wahnsinn, auf welche Weise sich diese Lehr-Freaks etablieren. Aber solche Aktionen wiederholen sich bekanntlich alle Jahrzehnte immer wieder, wenn die Zahlen rückläufig werden. Da muss „zuviel Unreinheit“ unter „Gottes Volk herrschen“ Gott entzieht seinen Segen… die Lanze muss her… Als nächstes wird sich das in den Ältesten-Schulungen reflektieren. Die nächste Säuberungs-Welle kommt bestimmt!!!

    Antworten
  13. Werner sagt:

    Hallo Oliver !
    Zuerst mal freue ich mich für Dich, dass Du u. deine Familie es geschafft habt, das Joch der Wachturm Gesellschaft los zu werden !!!
    Ein toller u. beeindruckender Bericht !! Zu mir selbst erst mal: Ich bin überzeugter Christ. D.h. aus freier u. eigener Entscheidung heraus, ohne irgendeinem moralischem Druck etc. heraus. Meine Frage (Sorge): Glaubst Du noch an den Gott der Bibel, der seinen Sohn Jesus gesandt hat (Weihnachten) und der für uns (unsere Sünden) mit seinem Tod am Kreuz alles bezahlt hat (Karfreitag), aber auch auferstanden ist ( Ostern ) … auf dass ALLE ( mehr als 144.000 ) die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben ! ? Unser „Heil“ hängt nicht von der Zugehörigkeit zu irgendeiner Kirche, Verein oder Wachturm Gesellschaft ab, sondern liegt allein in Jesus Christus.
    Es ist natürlich leicht nachzuvollziehen, wenn jemand nach solch einem “ Kampf“ mit der WT- Gesellschaft buchstäblich alles über Bord wirft. Das wäre dann auch wieder Schade… ( müsste jetzt noch vieles weitere anführen, wird aber jetzt zuuu lang. 😉

    Übrigens – las mal vor Jahren ein gutes Buch v. M.Deppe: „Auch ich habe ihnen geglaubt“ / Brunnen-Verlag.

    Ich wünsche Dir u. deiner Familie viel Freude an der gewonnenen Freiheit !!

    Antworten
  14. Iwi Aga sagt:

    Wer hat „Lust“ an einem kleinen Wachtturmstudium?

    Studienausgabe für das Wachtturmstudium vom 6.6.66 #pillowgate

    Warum für Christen hohe moralische Werte wichtig sind

    1 Ein Bruder DENKT, er würde masturbieren. Er benutzt keine Hände. Auch reibt er seine Genitalien an keinem Kissen. Er benutzt auch nicht das Bein einer Frau, ohne sich zu entkleiden. Somit besteht auch kein Hautkontakt. Er bekommt keine Erektion. Hat er masturbiert? Ja. Denn Jesus sagte, wer … in Leidenschaft entbrennt, hat in seinem Herzen Hurerei begangen (Lies Mat. 5:28, 29). Somit ist schon allein der GEDANKE eine Sünde. Und wir wissen ja, dass Sünder Gottes Königreich nicht erben werden (1. Kor. 6:9). Was wollen wir deshalb tun? Wir wollen in erster Linie Jehova gefallen. Und damit wir in Gottes Augen rein bleiben können, müssen wir das Denken einstellen.

    Frage 1
    Wie können wir des Wohlgefallen Jehovas erhalten? Nenne ein praktisches Beispiel.

    2 Es ist eine Herausforderung, im täglichen Leben zurechtzukommen. Wir leben in Satans Welt, wollen uns davon jedoch getrennt halten (2. Kor. 4:4; 2. Tim 3:1-5). Wie dankbar können wir Jehova doch sein, dass er uns eine Organisation und den treuen und verständigen Sklaven gegeben hat, der uns aufopferungsvoll dient. Wie können wir unsere Dankbarkeit zeigen? Vertrauen wir den liebevollen Brüdern der leitenden Körperschaft. Sie sind von Jehova beauftragt, uns zu lehren. Wir zeigen unsere Wertschätzung für diese Vorkehrung Jehovas, indem wir unser Denken dem treuen und verständigen Sklaven überlassen. Jehova wird sich über unser Vertrauen freuen.

    Frage 2
    a) Wem sollten wir unser Denken überlassen? b) Und Warum?

    … ich könne mich grad richtig „heiß“ schreiben …

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Ich hatte sofort den Drang etwas anzustreichen 🙂

      Antworten
    2. Chrissy sagt:

      Wir sollen also aufhören zu denken? – Ich denke, also bin ich!
      Das erklärt, warum ich mich von dieser Organisation abwandte, als ich anfing nachzudenken.
      Ich konnte es mir nicht aussuchen als Zeugin aufzuwachsen, aber ich konnte es mir aussuchen zu gehen und das habe ich auch mit Anfang 20 getan. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Inzwischen sind über 20 Jahre vergangen und noch immer würden mich keine 10 Pferde mehr dorthin zurück bringen können.
      Wenn ich das hier lese, kann ich mich nicht entscheiden, ob ich darüber nun lachen oder weinen soll.
      Vielleicht sollte ich einfach nicht denken und jemand anderen die Entscheidung übernehmen lassen. 😉

      Antworten
  15. JiJi GaGa sagt:

    @Iwi Aga: Was leitet dich eigentlich bei wirklich jeder Gelegenheit deinen Standpunkt im Internet zu posten? Ehrlich gesagt finde ich es lästig auf jeder 2. Seite wieder die gleichen Standpunkte von dir zu lesen.

    Lass dir bitte mal was neues einfallen, alles was du von dir gibts ist mehr als hinlänglich bekannnt.

    Antworten
  16. Hans sagt:

    Ich mache täglich selbstbefriedigung kann man trotzdem mitglied werden bei zeugen jehovas oder wird man bestraft oder muss man hier auch buse tun ? Mfg.hans

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Hans,

      du hast Glück, Mitglied kannst du werden 😀 Du solltest dir dann vielleicht den Rat der Wachtturm-Gesellschaft zu Herzen nehmen: „Rede mit jemandem. Vielleicht ist es dir peinlich, dich jemandem anzuvertrauen. Doch es kann dir echt helfen!“

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
    2. Anonymous sagt:

      Man wird sicher nicht bestraft. Du kannst ja mal vorbei gucken und dir ihre Ansichten genauer anschauen um fir dann eine eigene Meinung zu bilden.

      Antworten
    3. Oliver Wolschke sagt:

      Man kann auch auf jw.org vorbeischauen und sich mit den Ansichten vertraut machen (https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1102011151)

      Antworten
  17. missgestimmte Geige sagt:

    Der Artikel war sehr informativ, vor allem, dass endlich auch mehr darauf aufmerksam gemacht wurde, wie gleichgeschlechtliches Verhalten unter Frauen behandelt wird. Und Frauen allgemein … So was wird kaum behandelt…

    Jedenfalls hätte ich ein Anliegen. Aufgrund eines Ereignisses vor 4 bis 5 Tagen (zwei in der Nähe lebende Jehova-Frauen verwickelten mich in ein Gespräch) kamen mir paar Fragen in den Sinn und hoffe der Seitenbetreiber ist noch aktiv, um sie mir beantworten zu können. Es bezieht sich auf ein normalerweise einfaches Kaffee-Treffen unter Frauen…

    1. Dürfen die Zeugen-Jehova-Frauen mit einer Andersgläubigen (katholisch aufgewachsenen bspw) sich einfach zum Kaffee in einem herkömmlichen Restaurant treffen? Und das (hoffentlich) unbehelligt? (Ps: ich bin mir nicht sicher, ob die Frauen wussten dass ich katholisch erzogen wurde, meine Verwandten wissen aber auf jeden Fall, dass diese Frauen Jehova sind, – abfällige Kommentare kommen öfters „da müssen wir jetzt auch noch Blutwurscht aufhängen!“ – sonst müssten auch bei den Jehova Leute wissen, dass meine Verwandten katholisch sind…)

    2. Wie sieht es mit den Umgangs- bzw. Begrüßungs/Abschiedsformen unter Zeugen-Jehova-Frauen aus? Darf man als Frau (Außenstehende) die auf spanische/französische Art begrüßen – also mit Umarmung, angedeutet(n) Schmatzer(n) auf die Wangen links und rechts?

    3. Wie genau sollte sich eine Frau sonst im Gespräch mit Zeugen-Jehova-Frauen verhalten, welche Themen dürfen besprochen werden, um die Jehova-Frauen nicht etwa denken/glauben zu lassen, sie hätten gesündigt/unreine Gedanken gehabt usw., damit die eben nicht vor dieses androzentrische Komitee müssen? Mich interessiert besonders, ob die auch von sich, statt über das „Haupt der Familie“ (Ehemann), Kinder, Gott, Leid , Paradies, Harmagedon usw. reden dürfen. Mich interessiert mehr was sie für Serien schauen, Musik hören, gerne lesen usw. Wie sie so ihren Alltag verbringen (wird nicht nur Rumlaufen sein…)

    Mein Anreiz dazu ist eben auch, dass ich eine besonders sympathisch fand und die gerne wiedersehen möchte. Aber ich will nicht missionieren oder sie in blöde Situationen bringen. Darum werde ich die andere auch einladen, um es nicht so aussehen zu lassen, dass ich die eine irgendwie missionieren bzw „zur Sünde“ verführen möchte. Muss aber ehrlich sein, sexuelles Interesse besteht extrem. Die Frau war wirklich sehr sehr schön, bin mir aber auch der Sache gewiss, dass es nicht über Wangenschmatzer und Umarmungen hinausgehen wird, – wenn überhaupt – leider 🙁
    Aber um nicht den falschen Eindruck zu erwecken: Sonst weiß niemand in meinem Umfeld, dass ich auch romantische/sexuelle Neigungen zur Frauen habe, von daher würde ein Treffen zu 100% nicht als Anmachversuch interpretiert werden. Also das wäre sicher. Das einzige Problem wäre eher, dass sie oder ihre Verwandten glauben, eine Katholikin möchte missionieren.

    Wäre für einen neutralen Rat dankbar.
    Grüße

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Emailadresse wird niemals veröffentlicht.