FaithLeaks veröffentlicht Dokumente über sexuellen Missbrauch bei Zeugen Jehovas

Im Zuge des Kindesmissbrauchsskandals, innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas, gibt es brisante Entwicklungen. Die gemeinnützige Organisation FaithLeaks, gegründet von ehemaligen Mormonen, hat vertrauliche Dokumente der Wachtturm-Gesellschaft veröffentlicht.

Update: Wie John Redwood auf seiner Facebook-Seite berichtet, wurde der Zeuge Jehovas, der die Unterlagen im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch geleakt hat, gestern aus der Gemeinde ausgeschlossen. Ihn erwartet nun die soziale Isolation, weil er die Öffentlichkeit über ein Verbrechen aufgeklärt hat. John schreibt, dass eventuell weitere Einzelheiten folgen.


FaithLeaks hat es sich zur Aufgabe gemacht, Korruption und Missbrauch in religiösen Institutionen aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Die geleakten Dokumente beinhalten mehrere Briefe die zwischen einer Versammlung aus Massachusetts und der Wachtturm-Gesellschaft in New York verschickt worden sind. Die Briefe beschreiben einen schweren Fall von Kindesmissbrauch, der 1999 gemeldet, und in den darauffolgenden Jahren behandelt wurde. Die Dokumente wurden zum Schutz der Beteiligten redigiert. Die Geschehnisse, die dort beschrieben werden, lassen jedoch einen sehr tiefen Einblick in die kruden Richtlinien in Bezug auf Kindesmissbrauch innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas aufkommen. Drei Frauen haben Vorwürfe gegenüber einem Dienstamtgehilfen ihrer Versammlung erhoben; bei zwei der Opfer handelt es sich um die Töchter des mutmaßlichen Täters. Zudem wird der psychische Missbrauch deutlich, dem die Opfer in den folgenden Jahren ausgesetzt waren. Warnung: Der Bericht, der nun folgt, enthält sehr verstörende Details.

Zusammenfassung von Jennings Brown

Chefredakteur Jennings Brown, schreibt auf der Webseite Gizmodo zu den Dokumenten:

Auf den 69 Seiten der Dokumente wird detailliert beschrieben, wie Zeugen Jehovas und deren Leitung die Vorwürfe wiederholter sexueller Übergriffe durch einen ihrer lokalen Führer behandelten. Die Interviews und detaillierten Notizen, die von Verantwortlichen der Kirche über Belästigungen und Vergewaltigungsvorwürfe zusammengestellt wurden, sind entsetzlich. Die 33 Dokumente liefern auch einen erstaunlichen Bericht, wie die Watch Tower Bible and Tract Society – die Muttergesellschaft und das Leitungsgremium der Zeugen Jehovas, oft einfach als „der Wachtturm“ bezeichnet – den Fall im Laufe des Jahres intern behandelte und sich fast ein Jahrzehnt lang als Therapeuten, Staatsanwälte, Jury und Richter aufspielten – und versuchten das Ganze in die Länge zu ziehen, um die Anschuldigungen von „weltlichen Gerichten“ fernzuhalten.
New Whistleblower Site FaithLeaks Releases Confidential Documents About Child Sexual Abuse in Jehovah’s Witnesses Community

Alles beginnt mit einem Brief, den die Wachtturm-Gesellschaft in New York von drei Ältesten der Versammlung aus Massachusetts, über ihre Untersuchungen zu den Vorwürfen erhalten hat. Sie interviewten beide Töchter, und suchten gezielt, ob ihre Berichte über Körperverletzung und sexuelle Belästigung „verdrängte Erinnerungen“ waren oder nicht. Eine Tochter sprach davon, jahrelang körperlich misshandelt worden zu sein und seit ihrem fünften Lebensjahr monatelang sexuell missbraucht zu werden. Sie berichtete, dass ihr Vater wiederholt ihre Genitalien untersuchte. Spätere Dokumente zeigen, dass der Ankläger gegenüber den Ältesten zugab, dass er seine kleine Tochter an ihr Bett fesselte, um ihre Genitalien auf Anzeichen von Masturbation zu untersuchen.

Der Brief beschreibt auch ein Interview mit der jüngeren Tochter, die davon berichtete, dass sie bereits im Alter von 3 Jahren von ihrem Vater missbraucht wurde und ihr ab dem Alter von 8 Jahren „4 Jahre anhaltende Vergewaltigung“ widerfuhr. „Sie beschrieb, dass ihr Vater danach auf dem Bett sitzen blieb und weinte, während er mit ihr betete“, notierten die Ältesten. „Ihr Vater sagte ihr, wenn sie ihrer Mutter oder ihrer Schwester jemals etwas davon sagen würde, jemand verletzt werde.“

Die Ältesten stellten fest, dass die Ankläger „beide ziemlich vernünftig waren“ und bemerkten: „Es scheint sich um Ereignisse zu handeln, die sich tatsächlich zugetragen haben. Es schien nicht so, als hätten sie sich in ihren ‚Geschichten‘ zusammengefunden.“ Die Männer räumten ein, dass die Töchter „sich besorgt zeigten, dass ihr Vater Kontakt zu Kindern haben könnte.“

Obwohl die Ältesten davon überzeugt waren, dass die Erzählungen glaubwürdig seien, und beide Ankläger starke Besorgnis über den Schaden äußerten, den ihr Vater verursachen könnte, beschlossen die Ältesten, die Fälle nicht in einem internen Rechtskomitee zu behandeln, weil eine Tochter „emotional nicht bereit war sich vor ihrem Vater zu verteidigen“. Damit ein Fall innerhalb der Zeugen Jehovas „gerichtlich verfolgt“ werden kann, musste ein Ankläger seinen mutmaßlichen Täter konfrontieren und belasten.

Misha Anouk auf Twitter: „Im Jahr 2000 berichtete eine junge Zeugin Jehovas ihren Gemeindeältesten vom Kindesmissbrauch durch ihren Vater. Die Gemeinde wendet sich an die ZJ-Führung, statt an Behörden. Antwort: Nur handeln, wenn sie den Täter konfrontiert – ihre Aussage allein reicht nicht für Maßnahmen.“ – Tweet

Die Informationen reichten jedoch aus, um den mutmaßlichen Täter von seinen Pflichten als Dienstamtgehilfe zu entlassen; er verblieb weiterhin in der Versammlung.

Handschriftliche Notizen vom April 2003 zeigen, dass der Ehemann der jüngeren Tochter, den Ältesten mitteilte, dass sie immer noch nicht bereit sei, ihren mutmaßlichen Täter von Angesicht zu Angesicht zu konfrontieren, aber der Fall trotzdem ein Rechtskomitee durchlaufen könne. Zu diesem Zeitpunkt untersuchte die Polizei bereits den mutmaßlichen Täter „als Verdächtigen in einem Missbrauchsfall“. Die Person, die die Notizen verfasste, schrieb „versuche es über die Behörden!“. Anscheinend war man besorgt, dass die Strafverfolgung sich mit einer kirchlichen Angelegenheit befassen würde.

Die Tochter war jedoch bereit, ihren Vater telefonisch während eines Rechtskomitees der Zeugen Jehovas offiziell anzurufen, während die Ältesten zuhörten. Diese Telefonvorladung führte zu einem Rechtskomitee im Mai 2003, dessen Bericht in den Dokumenten enthalten ist:

  • 5. Mose 19:15 lesen
  • Details einzelner Zeugenaussagen vortragen
  • Wenn die Schuld erwiesen, biblisch zurechtweisen
  • Entlassen und Umkehr besprechen

Der Ausgang der Verhandlung wird in den Dokumenten nicht explizit erwähnt, aber spätere Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass es zum Ausschluss des mutmaßlichen Täters kam, weil er einräumte, seine ältere Tochter als Kind auf Anzeichen von Masturbation untersucht zu haben.

Ein vertrauliches Memo, das von drei Versammlungsaufsehern im Jahr 2004 verfasst wurde, beschreibt einen Vorfall, bei dem die Polizei während einer Zusammenkunft von Zeugen Jehovas auftauchte, weil sowohl eines der Opfer als auch der mutmaßliche Täter anwesend waren, obwohl die Tochter eine einstweilige Verfügung gegen ihren Vater erwirkt hatte. Der Ehemann des Opfers (er war zu diesem Zeitpunkt Ältester) rief die Polizei. Laut Memo „stellte man fest“, dass der Ehemann versuchte, „die theokratische Ordnung wegen seiner persönlichen Gefühle zu umgehen und die oben genannten Umstände, seine Qualifikation als Ältesten ernsthaft in Frage stellen.“

Die Verfasser der Notizen scheinen sich mehr um den mutmaßlichen Täter, als um das Opfer zu sorgen: „Zweifellos [wurde der mutmaßliche Täter] durch die Art dieser Festnahme öffentlich gedemütigt“, heißt es.

Ein weiteres Memo eines Aufsehers zeigt, dass einige Monate später ein „Wiederaufnahmekomitee“ zusammenkam, um darüber zu sprechen, ob der Ausschluss des mutmaßlichen Täters rückgängig gemacht werden sollte. Sie entschieden sich dafür, nur die Vorwürfe der älteren Tochter zuzulassen. Der Wiederaufnahmeausschuss stellte fest, dass der mutmaßliche Täter „erhebliche Reue über seine Handlungen“ gegenüber seiner Tochter gezeigt habe. Dem Bericht zufolge, teilte der mutmaßliche Täter dem Ausschuss mit, seine Tochter „geschädigt“ zu haben und er sich bewusst ist, dass seine Handlungen „sich nachteilig auf ihre Beziehung zu ihrem Ehemann ausgewirkt hätten“.

Die Vorwürfe der jüngeren Tochter, die von ihrem Vater vergewaltigt wurde, sind vom „Wiederaufnahmeausschuss“ als „unzulänglich“ betrachtet worden, „da [die Tochter] eine einstweilige Verfügung gegen ihren Vater eingereicht hatte und bereit war, ihm in einem weltlichen Gericht gegenüberzutreten […]“, schrieb das Komitee.

Im selben Monat schrieb ein Aufseher ein Memo an eines der Mitglieder des „Wiederaufnahmekomitees“. Das Memo beinhaltete ein Interview mit einer anderen Frau, die den mutmaßlichen Täter beschuldigte, sie vor Jahren, als Kind vergewaltigt zu haben. Die Notizen zeigen, dass die Ältesten Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussage hatten, weil sie aussagte, dass ihre Augen geschlossen waren, als er sie sexuell angegriffen hat.

Zu jedem dieser drei Fälle gab es für die Tat jeweils nur einen Zeugen. Gemäß den internen Richtlinien der Wachtturm-Gesellschaft, sind für die Überführung eines Täters mindestens zwei Zeugen notwendig. Seit 1991 können Aussagen von zwei Opfern einzelner Vorfälle desselben Täters aber als ausreichend angesehen werden, um Maßnahmen zu ergreifen und interne Sanktionen zu verhängen. Das ist in etwa damit vergleichbar, als würde ein Gericht die Anklage erst dann zulassen, wenn ein Mörder ein zweites Mal ein Verbrechen begeht. Interessant ist, dass die Aussagen der jüngeren Tochter aber als „unzulänglich“ bezeichnet worden sind, und das dritte Opfer als nicht glaubwürdig betrachtet wurde. Somit gab es theoretisch nur einen Zeugen, dessen Aussage augenscheinlich akzeptiert wurde.

Die Tochter, die behauptete, ihr Vater habe sie vergewaltigt, erhob im Oktober 2004 innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas eine weitere offizielle Stellungnahme gegen ihn. Im Jahr 2005 entschied ein Ausschuss, dass der mutmaßliche Täter keine verantwortungsvollen Aufgaben mehr verrichten könne. Er durfte aber in der Versammlung verbleiben.

Die Spitze des Eisbergs

Diejenigen, die sich schon länger mit dem Missbrauchsskandal innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas beschäftigen, sind mit den Ereignissen traurigerweise vertraut. Die Dokumente weisen die gleichen Verfahren der Wachtturm-Gesellschaft auf, die während den Untersuchungen durch die Royal Commission aufgedeckt wurden. Im November 2017 wurde die Watch Tower Bible and Tract Society vom Obersten Gerichtshof des Staates Kalifornien zu einer Geldstrafe von täglich 4.000 US Dollar verurteilt, bis sie die geforderten Dokumente im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch vollumfänglich zur Verfügung stellt. Ob es sich bei den geleakten Dokumenten bereits um einen ersten Einblick in die geforderten Unterlagen handelt, ist noch nicht bekannt. Auf Anfrage von Gizmodo, hat die Wachtturm-Gesellschaft keinen Kommentar abgegeben. Auch Zalkin, der Rechtsanwalt, der die Dokumente beim Obersten Gericht in Kalifornien anforderte, sagte gegenüber Gizmodo, dass er aufgrund von Gerichtsbeschlüssen, nichts zu den Dokumenten kommentieren könne.

Die Wachtturm-Gesellschaft versucht anscheinend, eine weltweite Verschwiegenheit über diese Ereignisse und Richtlinien zu erreichen, „und hofft, dass der Sturm bald vorbei sein wird“, schreibt Covert Fade (Daniel Walker) auf jwsurvey.org. Zum Glück helfen Organisationen, wie FaithLeaks dabei, solche Dokumente an die Öffentlichkeit zu bringen. Und vor allem sorgen die mutigen Bemühungen von Missbrauchsopfern, die aufstehen und von ihren Erlebnissen berichten, dafür, dass die Wachtturm-Gesellschaft „den Sturm nicht länger ignorieren kann“.


Quellen: Gizmodo, jwsurvey.org, FaithLeaks

Gizmodo berichtet, dass FaithLeaks in den kommenden Wochen plant, weitere Dokumente zu veröffentlichen, die den Umgang der Zeugen Jehovas mit weiteren mutmaßlichen sexuellen Verfehlungen aufzeigen.

Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Barbara Kohout sagt:

    Das übersteigt mein Fassungsvermögen. Mir fehlen die Worte!

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    1. Miladinka sagt:

      Wieso laut 2 Zeugen Regelung bräuchte man doch gar nicht erst etwas zu sagen. Es würde einem nicht geglaubt. Und dann noch der Satz man soll keine Schande auf Jehovas Namen bringen. Alles geschah doch zu ehren Jehovas.

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    2. Ute sagt:

      Hi. Ich bin eine untätige Zeugin Jehovas und kann nicht bestätigen, dass man keine Probleme mit ZJ hat wenn man die 3 genannten Erfordernisse erfüllt. Man wird ausgegrenzt wenn man zu offen und ehrlich ist, wenn man nicht schleimt, wenn man etwas besser aussieht als der Durchschnitt, wenn man einen anderwn Kleidergeschmack hat als der Durchschnitt, wenn man Kinder hat, die nicht nach der Norm laufen, zum Beispiel unbequeme Fragen stellen, etc. Man muss ein Mensch Schema xy sein, um ohne Probleme akzeptiert zu werden. Ausserdem gibt es viele eingebildete Menschen unter den Zeugen Jehovas, die sehr gehässig sind, ihren Stammplatz innerhalb der Vetsammlung beanspruchen, die andere von diesem Platz vertreiben, die lügen und betrügen, Geuppen bilden und andere davon ausschliessen. Mobbing ist an der Tagesordnung, insofern trifft diese Aussage auf den Grossteil der Versammlungsbesucher überhaupt nicht zu, dass sie eine glückliche Zeit dort haben. In unserer Versammlung sind viele psychisch krank aufgrund der unterschwelligen Ablehnung durch andere Mitglieder. Mir persönlich brachte es viel Traurigkeit, doch ich liess mich nicht davon untergriegen. Mein Mann wurde herzlich begrüsst und dafür gab man mir kaum die Hand. Dafür überboten sich ein Ältester und win Kreisaufseher an überschwenglicher Aufmerksamkeit als sie mich in Abwesenheit meines Mannes zuhause besuchten, was mit wiederum die Feindseligkeit ihrer Ehefrauen einbrachte. Seit ich nicht mehr in die Versammlung gehe, fühle ich mich befreit von negativer Energie. Jehova habe ich nicht verlassen, nur die Menschen, die behaupten, ihm anzugehören.

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    3. Tanja sagt:

      Hallo und guten Tag,
      gestern hat mir meine 69-jährige Mutter von ihrer Kindheit mit ihrer Mutter erzählt, die eine ZJ war.
      Was ich gehört habe klingt wie ein science ficton film und ich bin fassungslos. Meine Mutter wurde
      zum sexuellen Missbrauch an fremde Männer freigegeben und auch von der Verwendung eines Nervengiftes
      war die Rede. Ist diese Vorgehensweise bekannt ? Meine Mutter war Anfang der 60iger Jahre vorübergehend
      in einem Heim in Bremen; es muss das Isenbergheim gewesen sein, wenn ich richtig recherchiert habe.

      Hat jemand hiervon schon mal gehört? Was kann ich für meine Mutter tun?

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    4. Dieter Hornemann sagt:

      Besonders merkwürdig ist, dass beispielsweise Zeugen Jehovas, die angeblich beim Rauchen oder beim Zweiertreffen mit mit anderen Verheirateten gesehen wurden, ausgeschlossen werden, aber bei sexuellem Kindesmissbrauch nicht die Täter, sondern die sich beklagenden Opfer ausgeschlossen, verdammt und bedroht werden.

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  2. Marcel sagt:

    Vielen Dank Oli für die Zusammenfassung, Sortierung und Übersetzung. Sehr Hilfreich.

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  3. Tom sagt:

    Da ich schon einige Missbrauchsopfer persönlich kennenlernen und auch unterstützen konnte, kenne ich ihre Berichte wie Verantwortliche Älteste (Gefängnisaufseher) mit Opfern umgegangen sind, oder selbst Mittäter waren.
    Das erschreckende ist dass es wirklich immer nur die Spitze des Eisberges ist die aufgedeckt wird und die Dunkelziffer bleibt jenseits unserer Vorstellung. Sie würde uns wahrscheinlich auch in Ohnmacht fallen lassen 🙁

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  4. Eva-Maria Hildebrand sagt:

    Mein Vater, ein Zeuge Jehovas, hat mich im Alter von 13 Jahren auch befummelt. Bin bis heute geschädigt

    Habe mich im 60. Lebensjahr von den Zeugen losgesagt.

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  5. Matheeew sagt:

    Vielen Dank Olli für die exzellente Zusammenfassung. Das ist wirklich sehr hilfreich. Mit dieser Arbeit kannst Du viel dazu beitragen, dass es zukünftig weniger Fälle werden. Das dauert, aber ich glaube daran.

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    1. Oliver Wolschke sagt:

      Danke Matheeew! Weltweit tragen wirklich sehr viele dazu bei, dass nicht nur die Fälle weniger werden, sondern auch die bisherigen Verbrechen aufgeklärt werden und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Und jeder der das teilt und verbreitet hat seinen Anteil daran.

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  6. Sophie Atheo sagt:

    Hallo Oliver! Ich bin unendlich dankbar, dass du deine Informationen über die WTG hier mitteilst. Ich bin als ZJs aufgewachsen, vom Vater als Kleinkind und Jugendliche missbraucht worden, habe deswegen eine dissoziative Persönlichkeitsstörung entwickelt, bin mit 17 wegen einer Lüge (induziert von meiner Mutter) ausgeschlossen worden, zurückgekehrt in die Gemeinschaft 18 Jahre später… viel gesehen, was mit meinem gesunden Menschenverstand nicht vereinbar ist … stehe jetzt mit 49 kurz vor dem Verlassen der Gemeinschaft. Beginne nächste Woche eine Therapie. Danke nochmals für die Mitteilung deiner Geschichte und deinen Recherchen. Das alles hilft mir enorm. Liebe Grüße Sophie

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Sophie,

      danke, dass du deine Erfahrung hier geteilt hast. Schlimm was du durchmachen musstest. Ich denke es ist sehr hilfreich, dass du dir professionelle Hilfe gesucht hast, um die Vergangenheit zu verarbeiten. Ich wünsche dir dafür viel Kraft. Auch für den Ausstieg wünsche ich die alles Gute. Es ist nicht einfach, aber es gibt viele Netzwerke, in denen man aufgefangen wird. Wenn du weitere Infos dazu benötigst, dann melde mich über die Email-Adresse in meinem Impressum.

      LG Oli

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  7. Ute sagt:

    Sorry…ich scrollte nicht ganz nach unten, um zu antworten, sondern drückte den Antworten Button. Ich hoffe, die Message kommt trotzdem als das an, was sie sein soll…ein zusätzlicher Kommentar zu deinen Recherchen und Aussagen, Oliver, die ich im Grossen und Ganzen gut und fundiert empfinde. Der Skandal um den Kindesmissbrauch erschüttert mich, überrascht mich aber leider nicht. Mich überrascht nur, dass der jeweilige Staat solamngw zuwartete und nichts unternahm.

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  8. Jörg Zimmern sagt:

    Hallo Herr Wolschke,
    die Web Site die Sie hier gestaltet haben ist präzise, nachvollziehbar und sehr, sehr wichtig für alle die wirklich nachdenken.
    Sollte man vielleicht in Bezug auf Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen in Deutschland ein „Portal“ einrichten wo sich Opfer melden könnten?
    Viele Grüße
    Jörg Zimmern, Hamburg

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Jörg,

      vielen Dank für dein Feedback. Freut mich sehr zu lesen 🙂
      Vor kurzem wurde ein Verein gegründet, bei dem sich Missbrauchsopfer melden können:

      Facebook: https://www.facebook.com/jw.opferhilfe/
      Webseite: http://jw.help/

      VG Oli

      Antworten
  9. Jörg Zimmern sagt:

    Hallo,
    Danke für die hilfreiche Antwort, ich habe mir dies daraufhin alles angeguckt.
    Sehr wichtige und gute Initiative.
    Weiter so, ich werde es unterstützten!

    Antworten
  10. Ludwig Burghart sagt:

    Hallo,
    recht vielen Dank für die Informationen. Als Ehemaliger weiß ich, dass die Zeugen alles was der Versammlung in der Öffentlichkeit schadet unter Verschluß halten. Dafür zuständig ist ein sog. Komittee aus Ältesten, eine interne Gerichtsbarkeit, die strafrelevante Vorgänge intern regelt. Im schlimmsten Falle werden die Täter aus der Gemeinschaft der Z.J. ausgeschlossen. Damit ist die Angelegenheit geregelt. Zeigt der Täter aufrichtige Reue, kann er frühestens nach einem Jahr wieder aufgenommen werden. Bei offiziellen sog. weltlichen Behörden werden solche Vorfälle nicht angezeigt. Seit jahrezehnten ist es auch gängige Praxis, Säuglinge und Kleinkinder, die die Zusammenkünfte stören, auf den Toiletten oder Nebenräumen körperlich zu züchtigen, auf gut deutsch zu verhauen, gemäß dem Bibelgebot mit der Rute der Zucht sollst du nicht sparen. Gut das es Menschen gibt, die solche Missstände aufdecken. Ich bin voll dabei!!!

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    1. Anonymous sagt:

      Danke für Euren ehrlichen Beiträge . Ich bin Christ und habe durch ständiges Gebet Menschen aus dieser teuflichen Gruppierung heraus geholt . Ich starte einen Aufruf und bitte euch, lasst uns alle dafür beten, das dieser Gruppierung von gesetzeswegen verboten wird weiter ihr Unwesen zu treiben.

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    2. Oliver Wolschke sagt:

      Ich denke ein Verbot ist nicht der richtige Weg. Die Gruppe wird im Untergrund weitermachen und sich nur noch mehr verschließen. Kindern ist damit auch nicht geholfen, sie erleben dadurch nur noch mehr Druck in der Schule. Vor allem muss man sich fragen, ob die Organisation, die dann vom Staat verboten wurde, mit eben diesem zusammenarbeitet, wenn bspw. Verdacht auf Missbrauch besteht. Ich denke Aufklärung ist die beste Methode, damit diese Menschen die Chance erhalten informiert zu werden, und auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen können. Statt zu beten, weil genau das tun sie auch, sollten wir objektiv aufklären und auf die Missstände hinweisen, damit ist mMn eher geholfen.

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    3. Anonymous sagt:

      Hallo Scheinheiliger geht es ja nicht mehr. Wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die aus dieser Gemeinschaft ausgetreten sind, Wird mir ganz anders soviele Lügen und Heimlichkeiten vor der Wahrheit habe ich noch in keiner Religionsgemeinschaft entdeckt.Einfach nur wiederlich wie Menschen in ihrer Gutgläubigkeit hinters Licht geführt werden!

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  11. Thomas sagt:

    Hallo Oliver, es gibt wirklich sehr sehr schlimme Taten die Menschen imstande sind zu tun:

    Neue Zahlen zu Missbrauch in der katholischen Kirche
    Es sind erschütternde Zahlen: Bis zu 40 Prozent der Mitglieder katholischer Orden in Australien sollen laut neuen Daten zwischen 1950 und 2009 in Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch verwickelt gewesen sein.
    Bis zu 40 Prozent der Mitglieder katholischer Orden in Australien sowie sieben Prozent der Priester des Landes sollen in Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch zwischen 1950 und 2009 verwickelt gewesen sein. Das geht aus am Montag veröffentlichten Daten der nationalen Missbrauchskommission hervor. Unter den katholischen Orden wurden demnach mehr als 20 Prozent der Maristen-Schulbrüder, Salesianer und Christlichen Brüder des Missbrauchs beschuldigt. Mit 40,4 Prozent fielen vor allem die Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott negativ auf.
    Das Durchschnittsalter der Opfer lag den Angaben zufolge bei etwa elf Jahren. Mit 90 Prozent seien Jungen die mit Abstand größte Opfergruppe. Mehr als 4.440 Personen gaben laut der Kommission an, zwischen 1980 und 2015 von Priestern, Ordensleuten und Mitarbeitern kirchlicher Einrichtungen sexuell missbraucht worden zu sein. In den meisten Fällen seien die Anschuldigungen folgenlos geblieben, sagte Gail Furness, leitende Rechtsanwältin der Kommission laut australischen Medienberichten. „Kinder wurden ignoriert oder – schlimmer noch – bestraft. Vorwürfe wurden nicht untersucht. Die Gemeinden oder Gemeinschaften, in die Beschuldigte versetzt wurden, wussten nichts von deren Vergangenheit“, so Furness.
    Anthony Fisher, Erzbischof von Sydney, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme schockiert über die neuen Erkenntnisse: „Was die Kommission bisher herausgefunden hat, ist grauenvoll.“ Er und die Kirche bedauerten die Verfehlungen der Vergangenheit, die so viele Opfer hinterlassen hätten. Er wisse, dass viele Priester und Gläubige das Gleiche fühlten: „Wir Katholiken schämen uns.“ Er wies jedoch darauf hin, dass es im Missbrauchsbericht um Anschuldigungen und angebliche Täter gehe. Es werde nicht zwischen unbestätigten Vorwürfen und rechtlich geklärten Vorgängen unterschieden.
    Unterdessen gab es am Montag in Melbourne eine neue Entwicklung mit Blick auf die Vorwürfe gegen Kurienkardinal George Pell. Die Polizei übergab nach übereinstimmenden Berichten der zuständigen Staatsanwaltschaft Beweismaterial, das belege, dass Pell zwischen 1978 und 2001 als Priester in Ballarat und später als Erzbischof von Melbourne mehrere Jungen sexuell missbraucht habe. Die Staatsanwaltschaft solle prüfen, ob das Material für eine Anklage ausreiche, hieß es.
    Die 2013 von der australischen Regierung eingesetzte Missbrauchskommission begann am Montag in Sydney mit ihrer letzten Anhörung zum Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauchsskandal. Drei Wochen lang sollen Beweise und Daten aus den Anhörungen der vergangenen Jahre über das Verhalten von katholischen Diözesen, Orden und Institutionen bewertet werden. Auch die Aussagen von Opfern und Zeugen sollen thematisiert werden. Im Zentrum wird zudem die Frage stehen, wie die Kirche in Zukunft den sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern will. Dazu hat die Kommission zahlreiche Bischöfe, Kirchenrechtsexperten und andere Vertreter vorgeladen. (KNA)

    Viele Grüße Thomas

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    1. Jürgen Risse sagt:

      Thomas : Die katholische Kirche gibt im Gegensatz zu den Zeugen Jehovas die Schandtaten immerhin Öffentlich zu.

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  12. melanie sagt:

    Vielen Dank, für den gut recherierten und ehrlichen Artikel. Ich bin im Alter von 27 Jahren bei den Zeugen Jehovas ausgetreten. Und kann nach ca. 10 Jahren in denen ich frei bin, aus eigener Erfahrung sagen, dass ich noch nie so viele Lügen, Betrug, Doppelleben, Gewalt, Unmoral etc. erlebt habe wie in dieser Zeit! Mein Vater war so weit ich mich zurückerinnern kann als Ältester tätig, und ist dies auch noch heute. Was meine Geschwister und ich an körperlicher und psychischer Gewalt erlebt haben, kann ich auch noch heute schwer in Worte fassen. Ich hoffe das unter anderem dieser Artikel als Warnung dient, und villeicht etwas bewegt!

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  13. liz sagt:

    ich kenne einen fall, dass sich ein junger mann (ca. 16 jahre alt) im raum stuttgart vor den zug geworfen hat, weil er den anforderungen seiner eltern Zeugen Jehovas nicht gerecht wurde … und sie waren nicht bei seiner beerdigung, weil er etwas unehrenhaftes gemacht hat … und sich das leben genommen hat …
    er war einzelkind und ihnen ausgeliefert … wie muss er sich gefühlt haben …

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  14. Dieter Hornemann sagt:

    Verbrechen bleiben nicht fuer immer geheim. Die Wahrheit und die Gerechtigkeit siegen letztlich immer.

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    1. Argus sagt:

      Was für ein dämliches Zitat… Wenn ich sowas lese, bekomme ich Puls! Ich wurde im Alter von 7 Jahren missbraucht, von einem Mann, in einer Rummelattraktion. Das was ich am meisten an mir gehasst habe, war meine Schwäche, nicht das Maul auf zu machen oder mich körperlich zu erwehren. Ich habe nie Anzeige erstattet und es liegt 30 Jahre zurück… Wenn ich dann sowas lese, muss ich schmunzeln, aus Ironie. Die Täter bleiben solange unerkannt, bis ein Opfer redet oder nicht. Das hat mit Gerechtigkeit nichts zutun. Gib mir 2 Minuten mit meinem Peiniger in einem Raum, mit meinen Fähigkeiten die ich mir über Jahre angeeignet habe, dann können wir über Gerechtigkeit reden.

      Wenn dort soviel Scheiße passiert, frage ich mich, warum sich dort keine Ermittler einschleusen oder Hobby-Ermittler die sowas aufdecken.

      Die beste Gerechtigkeit ist Rache!

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