Ein Reisebericht zum „Ich“

© Die Truman Show (1998)

Viele fragen sich, wie man in einer so streng reglementierten Glaubensgemeinschaft bleiben kann und nicht sofort geht sobald man nicht mehr die Ansichten vollumfänglich teilt. Andere sehen in ihnen nur etwas verrückte Menschen die niemanden schaden und wundern sich über den sehr negativen Ton von Aussteigern. Viele kennen schließlich die vielen netten Menschen die an den Türen klingeln oder mit einem Lächeln durch das Büro streifen. Auch ich bin einer davon. Morgen klopfe ich vielleicht an Ihre Tür – bitte seien Sie nett, ich glaube es ja selbst nicht mehr was ich Ihnen erzähle. Heute trinken wir vielleicht zusammen einen Kaffee. Wer weiß? Wenn ich mich gut verstelle sehen Sie nicht den Menschen hinter der Fassade. Zumindest so lange, bis ich offen sagen kann: „Ich bin raus!“ Aber das ist im ersten Moment so interessant wie der berühmte Sack Reis, der soeben irgendwo auf der Welt umkippt. Wen interessiert es schon, ob jemand katholisch oder evangelisch ist? Warum sollte mich dann interessieren, warum mein Gegenüber ein Zeuge Jehovas ist oder nicht?

Wie kam ich dazu? Ich bin in der „Wahrheit“ aufgewachsen. Alles was durch die leitende Körperschaft – das Führungsgremium der Zeugen – verbreitet wird, ist „die Wahrheit“, unabhängig wie oft diese sich verändert oder von heute auf morgen in das Gegenteil verkehrt. Die Lehre und die Regeln, welche ich als Kind kannte, die Glaubensgemeinschaft in der ich groß wurde, ist nicht mehr die selbe wie damals, auch die Lehren sind verändert. Würde ich Lehren aus den 1980er Jahren – irgendwo da wurde ich geboren – heute verbreiten, könnte dies zum Ausschluss führen, da die Lehren geändert wurden. Es gab „neues Licht“, also der Freifahrtschein, die Lehren beliebig zu ändern, was geschieht, sobald eine Vorhersage mal wieder falsch war.

Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, sie dachten es wäre das Richtige, eben „die Wahrheit“. Sie wollten für mich etwas Gutes, ein ewiges Leben – eine Illusion an die sie selbst glaubten. Ich folgte diesem Weg, war ein vorbildliches Kind, ließ mich zeitig taufen. Üblicherweise lassen sich viele Kinder von Zeugen zeitig taufen, früher meist mit 14, heute wächst der Druck immer mehr, viele junge Menschen „treffen“ diese Entscheidung schon mit 12 Jahren und eher. Die Taufe schließt den Treueschwur gegenüber der Organisation ein, etwas, was ein Kind mit 14 Jahren noch nicht erfasst. Es hat gelernt, dass die Taufe etwas Gutes ist, man hat ja „die Wahrheit“ und wird Harmagedon deswegen überleben, im Gegensatz zu den 8 Milliarden Menschen die in Harmagedon umkommen werden. So die Lehre der Zeugen Jehovas.

Fast forward: So bin ich groß geworden. Ich war fleißig predigen, habe als Hilfspionier „gedient“. Immer wenn der Kontrollbesuch des Kreisaufsehers erfolgte und um den einzigen Feiertag der Zeugen Jehovas herum, dem Abendmahl, erlaubt die Führung diesen Dienst mit einem vereinfachten Stundenziel durchzuführen – man muss in diesen Monaten als Hilfspionier nur 30 Stunden statt 50 Stunden predigen. Normale Verkündiger leisten meist um die 8 – 12 Stunden monatlich. Dieser Zeiteinsatz wird berichtet und ist so etwas wie der auf Papier festgehaltene Wert des Menschen. Geht man zu wenig, gilt man als geistig schwach. Geht man mehr, ist man ein Beispiel des Glaubens und steigt in der Hierarchie schneller oder überhaupt auf. Zu diesem Dienst kommen dann noch zwei Zusammenkünfte in der Woche dazu, Vorbereitungen auf Aufgaben – Vorträge, gespielte Situationen im Predigtdienst als Training, Vorbereitung auf Frage-und-Antwort-Betrachtungen der eigenen Literatur usw. Je höher man im „Rang“ steigt, für Brüder wäre dies der Dienstamtgehilfe und als nächste Stufe der Älteste, je mehr Zeit muss aufgebracht werden. Deine Zeit gehört Gott – also der Organisation.

Mitten in dieser Tretmühle versucht man ein irgendwie normales aber trotz allem Zeugen-konformes Leben zu führen. So war dies auch bei mir. Ich durfte nicht auf das Gymnasium und auch nicht studieren – schließlich war weltliche Bildung ja nichts wert. Trotz allem erlernte ich einen soliden Beruf und kann ein gutes Leben führen. Vielen bleibt dies verwehrt. Umso länger man dieses Leben führt, umso apathischer nahm ich an den Versammlungen teil. Die Antworten konnte man blind geben, vorbereiten und Aufgaben wie Vorträge vorzubereiten, ging sehr schnell. Man lebte in seiner eigenen Welt, alle Nicht-Zeugen waren eine Gefahr für den Glauben. Man feierte keinen Geburtstag und kein Weihnachten. Man feierte eigentlich nichts, gegen alles sprach irgendeine Regel. Man exkludierte sich bei allem, was Teil einer normalen, sozialen Interaktion ist. Selbst mit dem Sektglas anstoßen war verboten. Man bekam trotzdem Geschenke, zum Beispiel zum Taufjubiläum. Mitten in dieser Apathie geschah das Unfassbare: Eine gute Freundin verließ die Gemeinschaft. Wie konnte sie nur? Einfach ihre Chance auf ewiges Leben für ein Leben mit den „bösen Weltmenschen“ wegwerfen? Natürlich brach ich sofort den Kontakt zu ihr ab. Zumal sie ging ohne irgendwie noch einmal „Lebewohl“ zu sagen. Mitten in meinem Erwachen. Hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen, zwischen der Lehre, den Emotionen und der Verletzung, die die Art des unpersönlichen Gehens hinterließ. Und dann lief die Maschinerie weiter. Versammlung, Dienst, Versammlung, Dienst …

Doch irgendwo lebten in mir Zweifel. Schon seit geraumer Zeit sah ich Fehler, Irrtümer, Lügen, wechselnde und unlogische Lehren. Sah selbstgerechte Älteste welche ihre Kinder protegierten, egal was sie anstellten. Ich konnte einfach nicht mehr all die Zeitschriften, Bücher usw. lesen, was darin stand, es war oft unlogisch und langweilig. Doch der Trott ging weiter, ich hatte ja „die Wahrheit“. Ich hatte kaum Zeit nachzudenken, in Ruhe kritisch nachzuforschen, die Lehre zu hinterfragen. Mitten in diesem Prozess gab es im privaten Bereich einen „Knall“ der mich veranlasste noch tiefer zu gehen, zu recherchieren. Ich nutzte das „böse“ Medium Internet, in denen Abtrünnige – „Küchenhelfer Satans“ – ihr Unwesen trieben. Ich las auf kritischen Webseiten und es war ein ungutes Gefühl. Bruderinfo-aktuell.org, ich stieß auf diese Seite und es kostete Überwindung, aber es war stimmig. Oder doch nur Lügen von Ausgeschlossenen? Zweifel ist Unglauben – ich glaube doch aber, wie ist das möglich? Ich forschte weiter. Dann riskierte ich es, ich suchte mir einen Alias-Namen und schrieb einen belanglosen Kommentar. Meine Welt war erschüttert, ich fühlte mich schlecht. Die Führung verbietet schon das Lesen, was bedeutet dann erst die Teilhabe?

Buchtipp: Die Zeiten der Nationen näher betrachtet von Carl O. Jonsson. Amazon

Da meine Eltern mich zwar als sehr treues Zeugen-Kind erzogen, aber nie kritisches Denken vollständig unterbanden, sondern eher förderten, wurde aus dem kleinen Ball des Zweifels schnell eine riesige Kugel. Ich las die verbotenen Bücher von Raymond Franz und Carl Olof Jonsson. Meine heile Welt zerbrach. Ich fand mehr und mehr Foren in denen ich las, dass ich nicht falsch lag. Dass ich ein Recht hatte, zu prüfen was man mir erzählt. Ich sah, dass 607 v.u.Z. – ein zentrales Datum der Zeugen – falsch war. Ich erfuhr, dass dieser Fehler der Leitung bekannt war und seit den 1980er Jahren die Vertuschung erfolgte. Die leitende Körperschaft hatte ohne dieses Datum keinen Machtanspruch, eine Erkenntnis die mich erschütterte. Die ich erst nicht glaubte. Diese Männer belügen mich doch nicht, sie sind doch Gottes Verbindungskanal. Doch die Spirale drehte. Meine Jugend habe ich auf deren Altar geopfert. Sicher auch viel Gutes erlebt, aber immer an einer unsichtbaren Leine. Meine Vergangenheit lässt sich nicht ändern und wer weiß wo ich heute stehen würde?

Ich verstand für mich, dass ich mental entgiften muss, auch wenn nachher ein potemkinsches Dorf das Einzige wäre, was meine Fassade danach beschreibt. Meine geistige Katharsis musste erfolgen. War ich bereit für den Ausschluss? Nein. Wollte ich mich weiter belügen lassen? Konnte ich irgendetwas meiner beschränkten Fähigkeiten einbringen und mir selber dadurch helfen? Dank eines Kontaktes der sich in einem Forum ergab kam ich in Kontakt mit Aktivisten. Ich redete mit Abtrünnigen, Aussteigern, „Küchenhelfern Satans“, Menschen vor denen ich mich eigentlich „ekeln“ sollte. Dies alles nahm mehr und mehr Fahrt auf. Ich merkte, es sind Menschen die es gut meinen, die kein schlechtes Leben führten, nur weil sie „die Wahrheit“ verließen. Die anderen helfen wollten. Ich sah Wege, mich an diesem Punkt – wenn auch nur unbedeutend – einzubringen.

Ich analysierte meine kleine Welt. Eine „Lebensinventur“ sozusagen. Das Ergebnis war erschreckend: Wenn ich aussteige, wird mich keiner meiner „Freunde“ mehr grüßen, die Zeugen Jehovas fordern dies. Von heute auf morgen verliere ich einen Teil meiner Familie. Egal was ist, sie dürfen nicht mit mir reden. Ich war als Zeuge aufgewachsen, hielt mich an die Regeln – was einschließt, keine Freundschaften außerhalb der Glaubensgemeinschaft zu pflegen – ich sah, ich hatte kaum Freunde. Ich kann fast mein komplettes Telefonbuch löschen.

Nachdem man dies nun bilanziert, plant und denkt man über den Ausstieg nach. Das Problem, ist die Endgültigkeit. Wer gegen die Regeln verstößt, z.B. raucht und dies nicht aufgibt oder bei dem Rechtskomitee was daraufhin gebildet wird nicht als reumütig überzeugt, der wird ausgeschlossen. Gibt er das Rauchen auf, geht ca. ein Jahr in die Versammlung – das Gruß- und Kontaktverbot besteht in dieser Zeit, er wird also ignoriert – der kann um Wiederaufnahme ersuchen und je nachdem wie die Ältesten dies einschätzen, darf er wieder Teil des Ganzen sein. Er betritt den Saal und wird ignoriert und sobald die Bekanntmachung erfolgt, dass er wieder ein Mitglied ist, wird er freundlich umschwärmt.
Doch wer geht, weil er die Lügen nicht mehr tragen kann, der geht für immer, es gibt keinen Weg zurück. Wie soll man bereuen, dass man betrogen wurde?

Auch wenn man biblisch belegen kann, dass es Lügen sind, würde das Rechtskomitee den Ausschluss vornehmen. Eine falsche Aussage oder die Äußerung einer Meinung gegen die Leitungsebene unter Zeugen und man kann vor diesem Tribunal landen. Man lebt als Ausstiegswilliger immer mit der Angst vor dem Moment, das eine Ladung zu einer Rechtskomiteesitzung den Briefkasten füllt, oder dass man als Vorstufe nach der Versammlung von zwei Ältesten angesprochen wird. Selbst bei der Ladung weiß man höchstens, dass man wegen „Abtrünnigkeit“ geladen wird. Ist mein Alias enttarnt? Habe ich etwas Falsches gesagt? Was wird wohl der Punkt sein, um den es geht? Hat man mich gesehen, wie ich mit Aussteigern geredet habe? Keine Fakten, keine Details, diese gibt es erst bei der Sitzung. Man sitzt dabei ohne Zeugen, Tonaufzeichnung oder Notizen im Saal drei Ältesten gegenüber – nicht in der eigenen Wohnung, dort könnte man Unterlagen bereitlegen. Die drei Ältesten entscheiden in der Geheimsitzung, über den weiteren Werdegang. Nach dem Verhör muss man draußen warten, es wird beratschlagt, und wenn man hereingerufen wird, dann ist man vielleicht kein Zeuge mehr und alle meiden einen, man muss mit verschiedenen Sanktionen rechnen (man darf keine Antworten geben, wird öffentlich zurechtgewiesen, …) welche den eigenen Ruf vollständig zerstören. Oder man wird als unschuldig befunden, was eher unwahrscheinlich ist.

Mit dieser Last auf den Schultern plant man nun wie es weitergeht. Ehemalige Freundschaften außerhalb der Gemeinschaft intensivieren, vorsichtig versuchen, Aufklärungsarbeit zu leisten und immer die Fassade wahren. Dienst, Versammlung, Mitarbeit – selbst das Aufgeben der Stellung in der Versammlung kann zu einem Meiden führen – also alles tun, um die Fassade zu halten. Nebenbei für das Leben Teil 2 planen. In dieser Phase bin ich nun, innerlich fühle ich mich sehr frei und trotzdem zerrissen. Der Druck auf den Schultern lastet schwer. So ist es ein vorsichtiges Taktieren und suchen nach einem Ausweg. Vielleicht gratuliere ich der erwähnten Aussteigerin zum Geburtstag – etwas, was ich wochenlang überlege, um nicht aufzufliegen, aber was auch ein Zeichen ist. Geburtstag, Weihnachten, Ostern … – Feste die ich nie feiern durfte. Wie laufen diese ab? Werde ich sie feiern? An diesen Punkten merkt man eine unbekannte Hilflosigkeit.

Wenn es das nächste Mal bei euch klingelt, könnte ich dies sein. Vielleicht auch nicht, wer weiß? Vielleicht bin ich dann schon raus. Dann habe ich dies mit dem sozialen Tod bezahlt, dem Erlöschen der Vergangenheit eines halben Lebens. Wer weiß das schon. Vielleicht unterhaltet ihr euch demnächst mit eurer Kollegin über ihren Glauben, werft ihr nicht vor, dass sie in einer Sekte ist. Werft ihr keine Fakten an den Kopf, sie ist so trainiert, diese abzublocken. Sie hat es (noch) nicht erkannt. Sie weiß es vielleicht, traut euch aber noch nicht. Sie hat vielleicht Angst, ihre Kinder oder Eltern zu verlieren, da sie nicht mehr mit ihr reden werden. Sie sucht vielleicht nach Hilfe. Haltet ihr einfach die Hand hin, vielleicht sucht sie danach.


Diesen Text schrieb ich vor nicht einmal einem Jahr. Mittlerweile hatte ich eine gute Gelegenheit, den Versammlungsbesuch einzustellen. Ergebnis: es interessiert eigentlich niemand. Zwei Älteste wollten mich wieder „auf Linie bringen“, nachdem ich mir dies verbat, verlor ich meine Dienstvorrechte und Saalschlüssel. Mit dem Tag, an dem ich nicht mehr in der Versammlung erschien, hatte ich keinen Kontakt zu meinen „Freunden“ in der Versammlung. Jemand, der eine Ehe gestiftet hat und sehr viel für die Jugend in der Versammlung getan hatte. All diese Personen habe ich unwissentlich das letzte Mal umarmt und verabschiedet. Mit einigen habe ich bewusst einen letzten Urlaub durchleben dürfen. Ein „auf Wiedersehen“ ausgesprochen, was es nicht geben wird. Die wenigen Freunde die ich habe, sind außerhalb der Versammlung – „weltlich“ – oder selbst nur Randerscheinungen. Persönlich habe ich den Glauben an einen Gott aufgegeben. Ich darf weiterhin in diversen Foren zur Aufklärung beitragen. Ja, vor einiger Zeit an der Tür und heute jemand der dagegen arbeitet. Nicht dagegen, für Gott zu werben – dies mag jeder so halten wie er will – nein, gegen eine Werbung für eine destruktive Glaubensgemeinschaft.

Ich warte nun auf den Schlussakt: Die Vorladung zu einem Rechtskomitee. Wofür? Vielleicht erkennt jemand mein Alias, vielleicht habe ich auf Facebook einen kritischen Kommentar geliked, vielleicht teilt jemand das Bild wie ich mit einem Freund Zigarre rauche, vielleicht, vielleicht, vielleicht… – sie haben keine Macht mehr über mich. Ich versuche in meinem Leben anzukommen und werde mir diesen (perversen) Abschied gönnen und mich drei Männern gegenübersetzen, da ich weiß, dass sie keine Macht mehr über mich haben. Aktuell hält mich nichts in meinem Zeugen-Leben, niemanden könnte die Wartezeit bis zum Ausstieg Schmerz bereiten. Aufrechten Hauptes den Saal betreten, den drei Männern gegenübersitzen, die denken, dass sie irgendein Recht hätten, mich wie im Mittelalter zu verhören und aufrechten Hauptes gehen. So hoffe ich es, so ist mein Plan.

Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Eva-Maria Hildebrand sagt:

    Ja, Oliver, unsere Jugend haben wir auf dem Altar der Zeugen geopfert! Ein guter Ausspruch. Immer ausgegrenzt in der Schule bei allen Feierlichkeiten.
    Als Zeugin habe ich dann einen „Weltmenschen“ geheiratet. Dafür wurde ich von der Zeugenbande, so muss ich sie nennen, bestraft, indem dem mir das „Vorrecht“ im Orchsester mitzuspielen, für 3 Jahre weggenommen wurde. Erst auf Anfrage gab man mir das Mitspielen wieder. Mit der Begründung :“Evchen, du hast Fortschritte gemacht, denn du gibst jetzt Antworten in den Zusammenkünften.“Bei den Zeugen muss man sich alles verdienen.
    Aber Jehova verleiht doch angeblich ‚UNVERDIENTE GÜTE!‘
    Für mich ist das nicht die WAHRHEIT, (Zeugenjargon), sondern die FALSCHHEIT!

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  2. Barbara Kohout sagt:

    Mich berührt dieser sehr reflektiert geschriebene „Weg“ tief. Wenn ich die einzelnen Stationen überdenke, fühle ich die ungeheure Leistung, diesem System zu entkommen. Der Mut, die Bereitschaft, den Verlust hinzunehmen, die Anstrengung ganz neue soziale Bindungen zu suchen. Es steckt so viel Arbeit und Mühe dahinter, den Müll der antrainierten Glaubenssätze zu entsorgen. Ich gönne jedem, der auch noch die Kraft hat, den drei „Scharfrichtern“ gegenüber zu treten, die Genugtuung eines siegreichen Finales.

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  3. Chrissy sagt:

    Ich wünsche dir sehr viel Kraft für deine weiteren Schritte.
    In deinem Text konnte ich mich so gut wiederfinden.
    Wie so viele andere auch bin ich in diese Religion hineingeboren, habe mich mit den durchschnittlichen 14 Jahren taufen lassen und vertrat die Organisation leidenschaftlich und aus vollsten Herzen.

    Doch je älter ich wurde, desto mehr begann ich alles zu hinterfragen. Leider gab es zu der Zeit noch nicht das Internet (bzw. es war noch nicht allgemein gebräuchlich). Bei jedem Besuch der Versammlung oder eines Kongresses kam ich mir wie das schwarze Schaf zwischen all den weißen Schafen vor. Ich ging dorthin nur noch, um meinen Eltern zu gefallen.

    Irgendwann kam der Augenblick, wo ich es satt hatte, das schwarze Schaf zu sein und bin in eine andere Stadt zu einer weltlichen Freundin gezogen, mit der ich mich während meiner Ausbildung stark angefreundet hatte. Ich besuchte ein letztes Mal meine Freunde und nahm innerlich Abschied von ihnen. Das machte es mental einfacher für mich. Das Alte hinter sich lassen und ein Neustart vor sich.

    Es hat einige Jahre gedauert, um in den Nachrichten keine Vorzeichen von Harmagedon mehr zu sehen, mich nicht mehr als schlechter Mensch zu fühlen, weil ich die „Wahrheit“ verlassen hatte. Es ist, als ob man einen bösen Alptraum hatte, der sich real angefühlt hatte. Man braucht nach dem Erwachen immer Zeit, bis man realisiert hat, dass es nur ein böser Traum war.

    Du bist kein böser Mensch!
    Und sofern es wirklich einen Gott gibt (wer weiß das schon genau?), wird er dich lieben!

    Fühle dich von mir gedrückt. 🙂

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  4. Marcel sagt:

    Gefällt mir sehr gut. Gönn dir den perversen Abschied😂 kannst du auch mit ner App aufnehmen, so habe ich es gemacht als Ich wegen Wählen gegangen wurde.
    Ich wünsche dir alles gute weiterhin. Live your new life

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  5. LuRa sagt:

    Sehr realer Artikel. Mit den 8 Milliarden Menschen die Gott killt (wenn man „Mein Buch mit biblischen Geschichten“ ansieht, ist der Ausdruck nicht übertrieben) ist eins klar: Die Brüder und Schwestern sind des Wahnsinns fette Beute und auch ich war so ein „Beuteltier“.
    Mit dem Ausschlussverfahren kann man natürlich verschieden umgehen. Das muss jeder selbst entscheiden. Wir haben uns auf dem Standesamt (26 €) austragen lassen, um so den sinnlosen/fruchtlosen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Somit haben wir die Endscheidung getroffen, weil wir es aus Überzeugung wollten und es nicht mehr mit unseren Gewissen vereinbaren konnten. Die Macht, diese Entscheidung zu treffen, haben wir nicht dem Tribunal überlassen.
    Wir wünschen dir auf dem neuen Weg viel Erfolg, Glück und Frieden mit dir selbst.

    Gruß
    LuRa

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  6. Werner sagt:

    Zuerst mal : Hut ab vor Eurer Leistung! !
    Nicht nur vor dem Tragen des „Jochs“ der Wachturm- Gesellschaft, sondern auch des Sprunges aus dieser Gesellschaft heraus !
    Denkt bitte daran : Unser Heil und Erlösung liegt eben NICHT in der Zugehörigkeit (Mitgliedschaft) einer Kirche, Freikirche oder Wachturm Gesellschaft, sondern allein in einer Person – nämlich in JESUS CHRISTUS ! …wen der Sohn frei macht, der ist recht frei !
    Schaut Euch die “ Ich bin … Worte “ Jesu im Joh. Evangelium an. Das ist Klartext .

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  7. Nosaj Otupas sagt:

    Ich bin momentan hin und hergerissen… wie viele andere bin auch in in der „Wahrheit'“ hineingeboren worden… habe mich mit 14 taufen lassen und war überzeugt.
    Gewisse Sachen habe ich nie verstanden, Dann sagte man mir ich solle einfach aus glauben das so tun…

    Ich lernte ein Mädchen kennen und wir verliebten uns, auch sie bei den Zeugen. Junge Paare haben es verdammt schwer…
    Wir sind nun über 2 Jahre verheiratet, und Leben wie wir es wollen. Wir feiern Geburtstag, sowie andere Sachen. Aber gehen auch in die Versammlung einfach weil wir doch meinen das ist das richtige…

    Sie mehr als ich. Ich hinterfrage nur noch, sehe die logiklücken…
    Ich ging lange nicht mehr in die Versammlung, interessierte nicht wirklich jemanden…

    Jemand sah mich beim Rauchen, somit wurde ich gleich angerufen und zum Gespräch gerufen. Ich stimmte dem zu, dachte mir was soll’s, ich erzähle einfach war ein Ausrutscher und fertig.

    Da war ich nun, ich und 2 älteste,einer davon den ich persönlich überhaupt nicht ausstehen Kann. „Wir sind hier nicht in einer gerichtsverhandlung“ meinten sie… und gleichzeitig setzen Sie mich unter Druck.
    „Rück schon raus, wir haben einiges über dich gehört“

    Dann kam raus dass ich mit einer anderen Frau im Auto rumgemacht habe
    Davon wusste ich nur noch gar nichts…
    Man muss sich rechtfertigen für Aussagen von anderen ohne überhaupt zu wissen wer sowas erzählt, weil ich sagte dass ich bin und wieder mehr Alkohol trinke zum feiern wurde ich quasi verteufelt. Da muss ein rechtskomitee her meinen sie.

    So gerne würde ich Ihnen meine ehrliche Meinung sagen und selbst aussteigen, jedoch kann ich meine Frau bis jetzt nicht überzeugen was für ein Zirkus das alles eigentlich ist…

    Antworten
    1. Oliver Wolschke sagt:

      Hi Nosaj,

      keine leichte Position, in der du dich gerade befindest. Deine Frau hatte wahrscheinlich bisher keine negativen Kulterfahrungen erlebt, im Gegensatz zu dir. Das klingt alles sehr verrückt was du beschreibst, aber mir natürlich bekannt. Ich hatte das auch mal erlebt, dass ein Ältester vom Hörensagen etwas erfahren hat und ich dann dazu Stellung nehmen musste. Aber das haben wir dann schnell im Foyer erledigt. Das war damals völlig verständlich, dass die Ältesten „aufpassen“ dürfen. Heute kommt einem das so dämlich vor, dass man sich dem gebeugt hat.

      Versuche vielleicht sie immer öfter von der Versammlung fernzuhalten. Unternehmt stattdessen was Schönes. Je mehr sie davon fernbleibt, desto mehr entzieht man sich der Indoktrination und ist eher bereit sich mit kritischen Fragen auseinanderzusetzen.
      Ansonsten viel Kraft für das eventuelle Rechtskomitee. Das muss besonders hart sein, wenn man weiß wie irrsinnig das Ganze ist.

      VG Oli

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    2. Hanna Sutter sagt:

      Hallo
      Habe gerade ihr Buch gelesen. Bravo zum Mut! Für mich sehr vieles verständlich und nachvollziehbar, ist doch sehr vieles auch von mir erlebt worden wie Ausgrenzung etc. Irgendwann hatte ich den Mut einen Mann aus der Welt zu heiraten…. welch eine Sünde…. “ Man hat ja immer so gewarnt einen solchenWelt- Menschen zu heiraten“. Bis heute habe ich diesen Schritt nicht bereut und das ist nun 36 Jahre her. Nur gabs ein riesen Theater, mein Mann war katholisch…. Ich wurde aufgefordert mich im Hinterzimmer der Versammlung einzufinden, ich ging nicht hin. Dann wurde ich am Arbeitsplatz belästigt mit Telefnaten „von ach so besorgten Schwestern“. Ich wurde mit Briefen bombadiert, jede Woche über Monate traf einer ein. Junge Schwestern telefonierten und fragten ob ich sie in die Versammlung begleiten würde.
      Nach unserer Hochzeit machten mein Mann und ich uns Selbständig. Eines Tages stand ein Ältester mit dem Kreisaufseher in unserer Frima, redeten gleich auf meinen Mann ein dass er das Oberhaupt von mir sei, was für ihn gleich ein rotes Tuch war….. Ich wurde in die Mange genommen wie ich mir das denn vorstelle mit unserer Ehe und Gauben und so… und was und wie und und…. Kurzum mir wurde auf der Stelle mitgeteilt dass ich kein Zeuge Jehovas mehr sei…Für mich eine riesen Erleichterung. Sicherheitshalber gab ich dann meinen schriftlichen Austritt auch noch. Zuerst hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen, heute muss ich einfach nur noch schmunzeln. Aber ich konnte jahrelang nicht über meine Erlebnisse in dieser Geimschft erzählen. die Verwandtschaft meines Mannes weiss bis heute nichts davon. Erst in letzter Zeit oute ich mich. In sehr negativer Erinnerung habe ich meine Schulzeit. Immer am Rande stehen in den unteren Klassen, in der Mittelstufe und in den oberen Klassen wurde ich sehr gemoppt. Und keiner half. Weder meine Eltern noch sonst wer. Auch muss ich leider sagen dass ich nirgends so lügen gelernt habe wie in dieser Sekte. In einer sehr konservativen Schule hatte man es als Kind sehr schwer. Und man wünschte sich nur eins, nämlich dazu gehören.
      An euch alle die Aufklärung betreiben; macht weiter so, es ist so wichtig. Niemandem wünsche ich meine Kindheit und Jugend. Erst als ich den Mut aufbrachte aus zubrechen konnte ich anfangen zu leben.

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    3. Oliver Wolschke sagt:

      Liebe Hanna,

      ich bedanke mich sehr für deinen persönlichen Kommentar. „Erst als ich den Mut aufbrachte auszubrechen, konnte ich anfangen zu leben.“ Der Satz bringt es sehr gut auf den Punkt. Ich freue mich sehr für dich und deinen Mann, dass du als der Mensch, der du wirklich bist, entschieden hast und nichts bereuen musst! Ich wünsche euch beiden alles Liebe.

      Herzliche Grüße
      Oli

      Antworten
    4. Hanna Sutter sagt:

      Dank Oli
      Und das wünsche ich dir/euch auch. Haltet immer zusammen egal was kommt, dann kann nichts passieren.

      Alles Gute
      Hanna

      Antworten
  8. Ella Li sagt:

    So wie du das beschreibst, sprichst du bestimmt jedem, der aufwacht oder aufgewacht ist, aus der Seele. Es ist ein langer Weg Selbstzweifel und der Angst… Aber du hast schon viel geschafft! Ich wünsche dir von Herzen, dass der Zeitpunkt kommt, an dem du komplett zu dir selbst stehen kannst, denn das bedeutet Freiheit… !

    (Ich selbst bin vor ein paar Wochen ausgestiegen, bin mit meinen 2 Kindern zu Hause ausgezogen… Wenn du möchtest, können wir uns gerne austauschen…)

    Antworten
  9. Silas sagt:

    Interessant. Ich kämpfe momentan selbst um meinen freien Glauben, bin zwar nicht als Zeuge getauft (habe ich für mich auch sofort ausgeschlossen, als ich die Tauffragen las), studiere aber seit knapp anderthalb Jahren mit zwei Schwestern die Bib- ‘tschuldigung, die Wachtturmliteratur.
    Vor kurzem zeigte mein Verlobter mir den Film „Die Truman-Show“ und ich dachte mir sofort, dass das wie bei den Zeugen ist. Vor allem in der Schlussszene, wo der Regisseur sich durch die „Stimme von oben“ praktisch als Gott ausgibt, um Truman im Gefängnis zu halten. Und jetzt finde ich diesen Artikel, wo genau das passende Bild verwendet wurde.
    Bruderinfo hat auch mir schon sehr geholfen. Letzte Woche habe ich das erste Mal meine Zweifel über 607 v.u.Z. geäußert. Jetzt wollen sie, dass ich ihnen am Montag belege, dass 587 mehr Sinn ergibt und dann die Bibelchronologie auch noch funktioniert. Ich bin zwar noch lange nicht bereit für so ein „Bibelduell“, ich weiß gar nicht, was mich erwartet, aber ich werde es versuchen. Schlimmstenfalls belatschern die mich wieder irgendwie und ich mache das Studium weiter. Bestenfalls, aber unwahrscheinlich, sehen die Schwestern ein, dass 607 keinen Sinn ergibt, und ich habe zwei wertvollen Menschen einen Denkanstoß gegeben, endlich mal das Wort Gottes über das von Menschen zu stellen. Dazwischen liegt die Möglichkeit, dass die Diskussion soweit ausartet, dass sie keinen Sinn in der Fortsetzung des Studiums sehen. Dann müsste ich damit leben, dass die beiden mich als verloren ansehen. Aber dann hätte sich für mich auch das wahre Gesicht der Zeugen angesichts biblischer Beweise gezeigt. Und dann könnte ich komplett frei meine Hochzeit nächsten Mittwoch feiern. Mit Hoffnung, dass der gütige und liebende Yahweh mein Herz kennt und sieht, dass ich nie jemandem was böses will und allen Menschen nur Frieden und Glück wünsche. Statt mit Angst, dass der rachsüchtige Jehova mich vernichtet, weil ich es gewagt habe, einen Mann zu lieben.

    Ich grüße hier alle gleichermaßen und wünsche aber vor allem denen, die trotz der Fehler der Zeugen ihren Glauben an Gott bewahren konnten, dass dieser weiterhin stark bleiben und sie Hoffnung haben mögen. Maranatha!

    Antworten
    1. Sebastian sagt:

      Hallo Silas,
      607 v.u.Z. kannst du ganz entspannt widerlegen. Schau mal hier: https://www.oliverwolschke.de/607-v-u-z-das-fundament-der-zeugen-jehovas-hinterfragt/

      VG
      Sebastian

      Antworten
    2. Silas sagt:

      Hi, Sebastian!
      Danke für den Hinweis, Dass es sich ganz einfach widerlegen lässt, ist mir natürlich klar. Ich habe schon allerlei Seiten dazu gelesen. Aber ich weiß nicht, wie weit ich damit komme. Ich weiß nicht, welche Pseudo-Argumente mich erwarten. Ich habe schon öfters versucht, mit Verstand und Logik zu argumentieren, gestützt durch die Bibel, aber dann würde die Wachtturmtheologie runtergerattert, bis ich nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Das bereitet mir momentan Sorgen. Denn wenn ich mit meinen Ausführungen scheitere, ob gerechtfertigt oder ungerechtfertigt, werden sie sich mit ihrem Jahr 607 nur umso mehr bestätigt sehen… es wäre einfach praktisch, im Voraus die Argumente des Gegenübers zu kennen, aber wenn ich irgendwas sage, kommt immer direkt irgendeine aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstelle und wenn ich nicht sofort was zu erwidern habe, ist die Diskussion vorbei.
      Ich werde wohl einfach versuchen, alle Informationen zusammenzutragen und komplett offen und ehrlich vortragen. Und dann soll halt der Herzenszustand der Schwestern darüber entscheiden, ob sie mir bzw. der Bibel glauben, oder weiter an ihrer Doktrin festhalten.

      Liebe Grüße, Silas

      Antworten
    3. Sebastian sagt:

      Hallo Silas,
      ZJ akzeptieren höchstens die Argumentation über die dritte Wegführung und die Liste der Könige, der Rest ist ihnen ziemlich egal. Als Argument haben sie nur den w2011 – in dem Wissenschaftler angeführt werden, welche laut Fußnote auch 607 v.u.Z. als falsch darstellen – und das IT.
      Aber bitte durchdenke das mal ehrlich was du tust. Das Studium mit ZJ bedeutet für dich am Ende nur Stress und du weißt auch, das es nichts bringt. Ist es wirklich die Zeit wert?
      LG
      Sebastian

      Antworten
    4. Silas sagt:

      Hi, Sebastian!

      Ich hätte das Studium vielleicht schon längst abbrechen sollen. Andererseits habe ich auch „Freunde“, zu denen ich schon seit Jahren den Kontakt hätte abbrechen sollen, denen ich aber immer wieder eine Chance gebe. Ich weiß nicht, ich bin irgendwie niemand, der Dinge beendet, außer wenn sie „Fertiggestellt“ sind.
      Ich hätte heute die Diskussion und fühlte mich, als würde ich mit zwei Wänden reden. Im besten Fall waren die beiden Schwestern intellektuell nicht weit genug, um meinen Auführungen zu folgen (ohne sie dafür beurteilen zu wollen), im schlimmsten Fall verschließen sie vehement die Augen vor allem, was gegen die leitende Körperschaft und ihre Lehren geht. Wir haben uns im Gespräch mehrfach im Kreis gedreht, weil sie einfach nicht verstanden haben, was ich gesagt habe. Am Ende stand ich da, wo ich vorher war, nämlich dass nichts wirklich Sinn ergibt und alles nur verwirrend ist. Sogar der Argumentation mit den Königen und den Regierungszeiten haben Sie widersprochen. Sie haben gesagt, im Wachtturm stünde nie was falsches und sowohl die Liste mit den Königen als auch die Lehre von 607 seien richtig, obwohl das ein Widerspruch in sich ist. Kognitive Dissonanz lässt grüßen…
      Vielleicht bringe ich das Buch noch zu Ende und sage den beiden dann, dass ich keinen Sinn darin sehe, noch weiter zu studieren, wenn ich Dogmen und Doktrinen wie bei den Katholiken akzeptieren soll, obwohl sie der Bibel, der Wissenschaft oder sogar sich selbst widersprechen, und dass ich ihnen alles Gute wünsche und auch für sie bete, aber für mich meinen Weg zu Yahweh ohne eine Organisation fortsetzen werde. Und wenn sie dann denken, dass ich verloren bin, ist das ihr Pech. Mal schauen, wo sich das noch so hin entwickelt. Jedenfalls an dich vielen Dank für deine Antworten!

      Liebe Grüße, Silas

      Antworten
  10. Sara-Maria Witschnig sagt:

    Hallo Silas,
    ich möchte dir auf keinen Fall irgendwas Böses oder Irrsinniges einreden, aber das einzige, oberste Ziel eines Heimbibelstudiums ist der, dass du dich jetzt doch mal bald taufen lassen sollst. Da du jetzt schon seit anderthalb Jahren die Bibel studierst bekommen diese zwei Schwestern sicher schon Druck von oben weil mit dir „nichts weiter geht“. Jetzt solltest du dich entscheiden, ob du der Organisation angehören willst oder nicht. Wenn nicht, solltest du das Bibelstudium sofort beenden. Bei den Zeugen gibt es in diesem Punkt keine halben Sachen. …..

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  11. Ulrike sagt:

    Es ist schön, ein paar Gleichgesinnte hier zu treffen. Ich wurde auch in diesen Glauben reingeboren und habe mich mit 13 Jahren taufen lassen, weil sich eine Freundin auch hat taufen lassen. Ich habe einfach alles mitgemacht. Erst der Umzug in eine andere Stadt hat mich zum selbständigen Denken gebracht und bald war mir klar, dass der Glaube der Zeugen Jehovas nicht mein Weg sein kann. Als meine Familie und Freunde erfuhren, dass ich nicht mehr in die Versammlung gehe, gab es viel Druck. Nicht von allen. Nun sind ca. 30 Jahre vergangen und alle lassen mich mehr oder weniger in Ruhe, wenn ich mal wieder zu Besuch komme. Der Ordnung halber könnte ich mich ausschließen lassen, aber es ist die Ordnung der ZJ, nicht meine Ordnung. Ich lehne Ausschlüsse ab, weil wir nicht mehr im Mittelalter leben und deswegen werde ich niemals zu einem Komitee gehen (heißt das noch so?). Es gibt so vieles, was mich an Organisationen wie den ZJ stört, wie z.B. dass man sich ständig von Menschen dort sagen lassen muss, was man darf oder nicht darf. Ich liebe meine Freiheit und bin sehr froh und stolz, dass ich trotz großem Druck den Weg aus dieser Organisation heraus gefunden habe. Ich wünsche Euch allen, die es noch vor sich haben, viel Kraft und Hut ab für die, die es geschafft haben.

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